Pseudoplatystoma tigrinum
Beschreibung
Pseudoplatystoma tigrinum, der Echte Tigerspatelwels, erreicht bis zu 130 cm TL (im Aquarium typischerweise bis 105 cm) und ist einer der größten aquaristisch gehaltenen Süßwasserfische aus der Familie Pimelodidae. Der Körperbau ist stromlinienförmig mit einer sehr breiten Maulpartie und markant kontrastreichem, gleichmäßig gestreiftem Muster, das die Art von dem eng verwandten P. fasciatum unterscheidet, dessen Muster unregelmäßiger ist. Juvenile Exemplare zeigen oft eine intensivere Kontrastzeichnung als adulte Tiere.
Im Aquarium zeigt Pseudoplatystoma tigrinum typisches Bodenverhalten. Die Art hält sich überwiegend im unteren Bereich des Beckens auf und nutzt Verstecke. Das Verhalten ist zurückhaltend bis scheu gegenüber Menschenhand, bei Dämmerung und Nacht jedoch deutlich aktiver.
Diese Art ist praktisch ausschließlich für öffentliche Aquarien oder Spezialanlagen geeignet. Der verbreitete Mythos, dass Fische nur so groß werden wie ihr Becken, ist falsch. Pseudoplatystoma tigrinum wächst unabhängig von der Beckengröße auf seine Maximalgröße heran. Die Abgabe ausgewachsener Tiere ist schwierig; wer diese Art kauft, geht eine jahrzehntelange Verpflichtung ein.
Besonderheiten
- Extremes Endmaß: bis zu 130 cm TL (Freiland), ca. 105 cm im Aquarium
- Ausschließlich für öffentliche Aquarien oder Spezialanlagen geeignet
- Lebensdauer über 20 Jahre, jahrzehntelange Verpflichtung
- Beckengröße von ca. 10.000 Litern für adulte Tiere erforderlich
- Der Mythos, dass Fische nur so groß wie ihr Becken werden, ist falsch
- Territorial gegenüber Artgenossen und anderen großen Pimelodiden
- Kein Säugetierfleisch verfüttern (Organschäden), keine Feeder-Fish
- Zucht im Aquarium nicht dokumentiert
Vergesellschaftungshinweise
Pseudoplatystoma tigrinum ist ein Einzelgänger. Gegenüber Artgenossen und anderen großen Pimelodiden verhält sich die Art territorial. Einzelhaltung ist die Regel. Mit ähnlich großen, robusten Arten anderer Familien ist die Art in der Regel friedlich, sofern diese nicht in die Schnauze passen.
Garnelen sind vollständig ungeeignet. Jungschnecken können gefressen werden, adulte hartschalige Schnecken werden toleriert.
Geeignete Beifische: Ausschließlich sehr großwüchsige südamerikanische Arten (große Doradiden, kräftige Großcichliden), sofern Beckengröße und Struktur ausreichen. Andere große Pimelodiden nicht vergesellschaften. Alle Fische, die in die breite Maulpartie passen, werden gefressen.
Geschlechtsdimorphismus
Eine sichere Geschlechtsbestimmung nach äußerlichen Merkmalen ist kaum möglich. Verlässliche äußerliche Merkmale zur Unterscheidung im Aquarium sind nicht dokumentiert. Eine Bestimmung gelingt häufig erst durch direkte Beobachtungen während der Fortpflanzungsphase.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 22-26 °C, pH 6,0-7,6, GH 5-20 dGH.
Beckengröße: Für ein ausgewachsenes Exemplar sind Becken in der Größenordnung von 360 x 240 x 120 cm (ca. 10.000 Liter) erforderlich. Jungtiere können vorübergehend in kleineren Anlagen gehalten werden, wachsen jedoch schnell heran.
Einrichtung: Weitläufige Freiflächen in Bodennähe kombiniert mit großen Versteckmöglichkeiten. Robuste Wurzeln, große Höhlen aus Stein oder hohle Wurzelstücke. Feines, sandiges Substrat. Feinere Pflanzenbestände sind aufgrund der Größe und Aktivität problematisch.
Filterung: Leistungsfähige Filterung und regelmäßiger Wasserwechsel sind zwingend notwendig. Moderate Strömung. Gut schließende Abdeckung.
Fütterung: Fleischbetont mit Fischfilets, Garnelen, Muscheln, Regenwürmern. Kein Säugetierfleisch (Fettleibigkeit). Adulte Tiere maximal einmal pro Woche füttern, Jungtiere jeden zweiten Tag.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Im Aquarium nicht dokumentiert. Die Art legt in der Natur weite Wanderungen zurück, um in geeigneten Regionen zu laichen. Diese Migrations- und Umgebungsfaktoren lassen sich in der Aquaristik nicht reproduzieren. Zuchterfolge im Aquarium existieren nicht.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudoplatystoma tigrinum ist ein Fleischfresser. Die Ernährung besteht überwiegend aus anderen Fischen und größeren Wirbellosen. Im Aquarium: Gefrorene und aufgetaute Fischfilets, Garnelen, Muscheln, Regenwürmer und sinkende Fleischpellets. Lebendfutter erhöht das Risiko für Krankheitsübertragungen. Säugetierfleisch (Rind, Hühnchen) ist strikt zu vermeiden, da es langfristig zu Fettleibigkeit und Organschäden führt. Adulte Tiere nur einmal pro Woche füttern.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pseudoplatystoma tigrinum ist in Südamerika heimisch und besiedelt ein weites Spektrum an Süßwasserbiotopen. Die Art ist in großen Flusssystemen anzutreffen, von schnell fließenden Partien bis zu ruhigeren Bereichen. Als bodenorientierter Wels nutzt die Art Struktur und Substrat der Gewässer. Bestimmte Populationen unternehmen saisonale Wanderungen zu geeigneten Laichplätzen.