Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Serrasalmidae

Lappenzahnpiranha Pygopristis denticulata

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Lappenzahnpiranha (Pygopristis denticulata) ist ein mittelgroßer, hochrückiger Salmler aus der Familie Serrasalmidae mit einer Gesamtlänge von bis zu 21 cm. Der Körper ist kräftig, seitlich abgeflacht und kompakt gebaut. Pygopristis ist eine monotypische Gattung; Pygopristis denticulata ist die einzige Art.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Gruppenhaltung
  • Territorial
  • bis 21 cm TLEndgröße

  • 12-18 JahreLebenserwartung

  • 24-28 °CTemperatur

  • 6-7pH-Wert

  • 1-8 °dGHGesamthärte

  • ab 500 lAquariengröße

Beschreibung

Das namensgebende Merkmal sind die pentacuspiden (fünfzackigen) Zähne, die sich grundlegend von den dreieckigen Zähnen der echten Piranhas (Pygocentrus, Serrasalmus) unterscheiden und auf eine omnivore bis frugivore Ernährungsweise hinweisen. Zwei Farbformen treten je nach Herkunftsgebiet auf: Tiere aus dem Orinoco-Einzugsgebiet (Venezuela) zeigen eine leuchtend orangerote Färbung mit rotem Analflossensaum, während Exemplare aus brasilianischen Populationen eher gelblich gefärbt sind und einen silberfarbenen Fleck hinter dem Kiemendeckel tragen. Im Aquarium zeigt die Art ein ruhigeres Verhalten als die echten Piranhas. P. denticulata ist ein Flossenrupfer und Schuppenfresser, aber kein aktiver Jäger großer Beute. Die Art reagiert scheu auf plötzliche Bewegungen und Lichtveränderungen.

Haltung und Pflege

Pygopristis denticulata benötigt Wasser mit 24-28 °C, pH 6,0-7,0 und GH 1-8 °dGH. Die Art stammt aus Schwarzwasser- und Klarwasser-Habitaten und bevorzugt weiches, leicht saures Wasser. Das Becken muss mindestens 200 cm Kantenlänge und 500 Liter fassen. Die Einrichtung sollte dunklen Bodengrund, Wurzelholz und dichte Randbepflanzung umfassen. Schwimmpflanzen und abgedunkelte Bereiche reduzieren die Scheu der Tiere erheblich. Sand- oder feinkiesiges Substrat ist geeignet. Torffilterung oder der Zusatz von Huminstoffen kann das Wohlbefinden fördern. Eine leistungsfähige Filterung ist notwendig. Wöchentliche Wasserwechsel von 30-50 % sind empfehlenswert. Moderate Strömung in Teilen des Beckens. Das Sprungrisiko ist vorhanden: eine stabile Abdeckung ist empfohlen. Schutzhandschuhe bei Arbeiten im Becken tragen. Die Art ist nur für erfahrene Aquarianer geeignet.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Pygopristis denticulata wird in kleinen Gruppen von fünf bis acht Tieren gehalten. Die Gruppenhaltung stabilisiert das Verhalten und reduziert Scheu. Das Temperament ist territorial, aber milder als bei echten Piranhas. Die Art zeigt Flossenrupfen und Schuppenfraß, ist jedoch kein aktiver Raubjäger. Innerartliche Rangkämpfe treten auf, sind aber selten destruktiv. Garnelen und alle kleinen Wirbellosen werden als Nahrung betrachtet. Kleine Fische sind als potenzielle Beute einzustufen. Die Vergesellschaftung mit anderen Piranha-Arten ist nicht empfehlenswert, da Pygopristis denticulata den aggressiveren Arten unterlegen ist. Geeignete Beifische sind robuste, mittelgroße bis große südamerikanische Arten: große Harnischwelse, robuste Buntbarsche und andere friedlichere Serrasalmidae wie Metynnis oder Myleus.

Ernährung

Pygopristis denticulata ist ein Allesfresser mit stark frugivoren und omnivoren Tendenzen. Die pentacuspiden Zähne sind auf das Zermalmen von Früchten, Nüssen und Samen ausgelegt. In der Natur umfasst die Nahrung Früchte, Samen, Nüsse, Insekten, Flossen und Schuppen anderer Fische sowie kleinere Wirbellose. Im Aquarium eignen sich Früchte und Nüsse (Weintrauben, Feigen, ungeschälte Nüsse), ergänzt durch Fischfilet, Garnelen, Muscheln und hochwertige pflanzliche Granulate. Säugetier- oder Geflügelfleisch vermeiden. Abwechslungsreiche Kost mit hohem Pflanzenanteil mehrmals wöchentlich.

Zucht

Pygopristis denticulata ist ein Substratlaicher. Die Zucht im Aquarium ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht dokumentiert. Informationen zur Fortpflanzung basieren auf Beobachtungen verwandter Serrasalmidae. In der Natur dürfte die Art wie andere Serrasalmiden in Substraten oder Vegetation laichen, wobei saisonale Wasserstandsschwankungen als Auslöser dienen. Männchen sind am gelappten Analflossenrand erkennbar. Für gezielte Zuchtversuche wären sehr große, naturnahe Anlagen mit Simulation saisonaler Wasserstandsveränderungen notwendig.

Natürlicher Lebensraum

Pygopristis denticulata ist in Südamerika weit verbreitet und kommt im Orinoco- und Amazonas-Becken sowie in den Küstenflüssen der Guyana-Region vor. Die Art besiedelt bevorzugt Schwarzwasser- und Klarwasserhabitate: langsam fließende Nebenarme, Überschwemmungswälder (Igapó) und vegetationsreiche Uferzonen. Die Verbindung zu überfluteten Wäldern ist eng, da Früchte und Samen eine Hauptnahrungsquelle darstellen.

Geschlechtsunterschiede

Männchen sind am gelappten (lobaten) Rand der Analflosse erkennbar, der bei Weibchen glatt verläuft. Dieses Merkmal wird erst bei adulten Tieren deutlich. Farbunterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht zuverlässig dokumentiert.

Gut zu wissen

  • Pentacuspide (fünfzackige) Zähne als Haupterkennungsmerkmal: grundlegend verschieden von dreieckigen Piranha-Zähnen
  • Monotypische Gattung: einzige Art in Pygopristis
  • Zwei Farbformen: orangerot (Venezuela/Orinoco) und gelblich mit Silberfleck (Brasilien)
  • Omnivore bis frugivore Ernährung: Früchte, Nüsse und Samen bilden einen wesentlichen Nahrungsanteil
  • Flossenrupfer und Schuppenfresser, aber kein aktiver Raubjäger
  • Sprungrisiko vorhanden: stabile Abdeckung empfohlen
  • Schutzhandschuhe bei Arbeiten im Becken tragen
  • Männchen an gelapptem Analflossenrand erkennbar

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Lappenzahnpiranha?

Der Lappenzahnpiranha benötigt 24-28 °C, pH 6,0-7,0 und GH 1-8 °dGH. Die Art stammt aus Schwarzwasser-Habitaten und bevorzugt weiches, leicht saures Wasser.

Was unterscheidet den Lappenzahnpiranha von echten Piranhas?

Pygopristis denticulata besitzt pentacuspide (fünfzackige) Zähne statt dreieckiger Zähne und ernährt sich überwiegend von Früchten und Samen. Die Art ist milder im Temperament und kein aktiver Raubjäger.

Was frisst der Lappenzahnpiranha?

Die Art ist ein frugivorer Allesfresser. Früchte, Nüsse und Samen bilden die Basis, ergänzt durch Fischfilet, Garnelen und Insekten. Säugetier- und Geflügelfleisch vermeiden.

Wie groß muss das Aquarium für den Lappenzahnpiranha sein?

Für eine Gruppe von fünf bis acht Tieren werden mindestens 200 cm Kantenlänge und 500 Liter benötigt. Dunkler Bodengrund und Schwimmpflanzen reduzieren die Scheu.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Fragen und Erfahrungen

Noch keine Kommentare. Stell die erste Frage zu dieser Art.

Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Salmler, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Rotbacken-Pirambeba

Salmler

Rotbacken-Pirambeba

Serrasalmus cf. altispinis

  • Endgröße: bis 21 cm TL
  • Aquarium: ab 250 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, aggressiv

Punktierter Rotflossen-Scheibensalmler

Salmler

Punktierter Rotflossen-Scheibensalmler

Metynnis sp. aff. maculatus

  • Endgröße: ~14–15 cm SL
  • Aquarium: ab 265 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Schwarmfisch, friedlich

Roter Wolfsfisch

Salmler

Roter Wolfsfisch

Erythrinus erythrinus

  • Endgröße: 20 cm
  • Aquarium: ab 240 l
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis sehr hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, aggressiv

Rotflossen-Glanzsalmler

Salmler

Rotflossen-Glanzsalmler

Chalceus erythrurus

  • Endgröße: bis 24,5 cm
  • Aquarium: ab 450 l
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6-7
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.