Rineloricaria

Deutscher Name: Peitschenwels

Herkunft:
Brasilien
Farben:
beige, braun, grau
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Rineloricaria sp.
Gattung: Rineloricaria
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Peitschenwels (Rineloricaria) ist ein Gattungseintrag und umfasst zahlreiche Arten langgestreckter Harnischwelse aus der Familie Loricariidae. Typische Vertreter erreichen bis zu 11 cm Standardlänge (SL). Der Körper ist von oben nach unten abgeflacht und vollständig mit Knochenplatten bedeckt. Charakteristisch ist der peitschenartige, verlängerte Schwanzstiel.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Peitschenartiger Schwanzfortsatz als gattungstypisches Merkmal
  • Männchen mit ausgeprägten Odontoden an Kopf und Wangen zur Geschlechtsbestimmung
  • Höhlenbrüter mit ausschließlicher Brutpflege durch das Männchen
  • Streng bodenorientiert mit Saugmaul zur Nahrungsaufnahme
  • Sandsubstrat Pflicht, verhindert Verletzungen an Bauch und Saugmaul
  • Kupfer-empfindlich wie alle Loricariidae
  • Holz dient als Nahrungsquelle

Vergesellschaftungshinweise

Rineloricaria sp. ist ein Vertreter der Harnischwelse und zeigt in der Natur ein eher lockeres Sozialverhalten, wobei die Tiere häufig in kleinen Gruppen oder paarweise anzutreffen sind, ohne ausgeprägte Schwarmbildung. Für die Aquarienhaltung empfiehlt sich daher die Pflege von mindestens 4–6 Exemplaren, um arttypisches Verhalten zu ermöglichen und Stress zu vermeiden, wobei auch eine Paarhaltung möglich ist, sofern ausreichend Verstecke vorhanden sind. Der als Hexenwels bekannte Zierfisch ist friedlich und lässt sich gut mit ruhigen, nicht zu kleinen Schwarmfischen wie Salmlern, kleinen Barben oder friedlichen Bärblingen sowie anderen sanftmütigen Bodenbewohnern wie Panzerwelsen oder kleinen Schmerlen vergesellschaften. Zu vermeiden sind sehr kleine Beutefische, die als Nahrung angesehen werden könnten, sowie aggressive oder sehr lebhafte Arten, die die Hexenwelse stressen oder beim Futter verdrängen würden; auch langflossige Fische sind ungeeignet, da es gelegentlich zu Flossenzupfen kommen kann.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln prominente Odontoden an Kopf, Wangen und teils an den Brustflossenstacheln, der Kopf wirkt breiter und ‚bärtig‘. Weibchen haben einen schlankeren, spitzeren Kopf, einen rundlicheren Bauch und keine Kopfborsten. Gravide Weibchen können eine leicht gelblich-grünliche Tönung aufweisen.

Größe: Männchen: bis zu 12 cm, Weibchen: 13-16 cm

Haltungstipps / Pflege

Die Wasserwerte für tropische Vertreter der Gattung liegen bei 24 bis 28 °C, pH 6,0 bis 7,5 und GH 2 bis 15 °dGH. Subtropische Arten wie R. fallax benötigen deutlich kühleres Wasser (15 bis 25 °C). Das Becken sollte mindestens 160 Liter bei 100 cm Kantenlänge bieten. Feiner Sand als Bodengrund ist Pflicht, da die Tiere auf dem Substrat ruhen und sich an grobem Kies verletzen können. Höhlen aus Wurzeln, Tonröhren oder PVC-Rohren sind als Rückzugs- und Laichplätze unverzichtbar. Seemandelbaumblätter und Laubstreu bereichern das Becken und liefern Mikroorganismen. Moderate Filterung genügt, der Bodenbereich sollte ruhig bleiben.

Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-7,5
Temperatur:
Tropisch
Beckengröße:
ab 100 cm, 160 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Rineloricaria sind Höhlenbrüter mit ausschließlicher Brutpflege durch das Männchen. Das Männchen reinigt eine geeignete Höhle und lockt das Weibchen zur Eiablage. Nach der Befruchtung bewacht und befächelt es das Gelege allein. Die Eier schlüpfen nach 4 bis 5 Tagen, die Larven werden 2 bis 3 Tage später freischwimmend. Zucht-Wasserwerte: weiches, leicht saures Wasser mit pH 5,5 bis 6,5 und GH 2 bis 6 °dGH. Kühle Wasserwechsel können die Laichbereitschaft stimulieren. Die Jungfische benötigen Mikrowürmer, Artemia-Nauplien und weiche pflanzliche Kost.

Ernährung/Futterbedarf

Als ausgeprägter Omnivor benötigt dieses Tier eine abwechslungsreiche Ernährung, da sowohl reine Pflanzen- als auch reine Fleischkost zu Mangelerscheinungen führen würden; in der Natur werden unter anderem Algen und kleine Wirbellose wie Insektenlarven gefressen. Im Aquarium sollte hochwertiges Flocken- oder Granulatfutter etwa 70–80 % der täglichen Ration ausmachen, ergänzt durch 2- bis 3-mal pro Woche Lebend- oder Frostfutter wie Artemia und Mückenlarven sowie blanchiertes Gemüse wie Zucchini oder Spinat oder Algenwaffeln, um den natürlichen Nahrungsbedarf zu decken. Die Fütterung erfolgt idealerweise 2- bis 3-mal täglich in Portionen, die innerhalb von 3 Minuten vollständig aufgenommen werden, wobei Futterreste stets zeitnah zu entfernen sind, da diese Art zu Überfressen neigt und daher kontrollierte Mengen besonders wichtig sind.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 8-12 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Rineloricaria-Arten sind in Südamerika weit verbreitet, von Venezuela und Guyana bis Peru, Bolivien und Argentinien. Die für den Aquarienhandel relevanten Arten stammen überwiegend aus dem Amazonasbecken. Die Habitate sind tropische Waldbäche und Flussrandlagen mit sandigem oder schlammigem Substrat, dichtem Laubfall und Totholz. Das Wasser ist typischerweise weich, leicht sauer und nahrungsarm.

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