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Zierfische, Familie Serrasalmidae

Piranha Serrasalmus compressus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Serrasalmus compressus ist ein markanter, seitlich stark komprimierter Raubfisch aus der Familie Serrasalmidae mit einer klar erkennbaren Silhouette. Der Körper wirkt hoch und schmal, das Kopfprofil ist konkav geformt und die Augen haben eine charakteristische rötliche Färbung.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Einzelgänger
  • Aggressiv
  • bis 25 cmEndgröße

  • 10 JahreLebenserwartung

  • 23-27 °CTemperatur

  • 5,8-7pH-Wert

  • 2-10 °dGHGesamthärte

  • ab 250 lAquariengröße

Beschreibung

Jungtiere tragen große, dichte dunkle Flecken bis über die Bauchlinie; adulte Exemplare zeigen oft eine dunklere Gesamttönung mit metallisch grauer Grundfärbung und einem markanten schwarzen Rand an der Schwanzflosse. Die Afterflosse ist häufig rötlich getönt. Erwachsene Tiere erreichen ca. 19 cm SL (etwa 25 cm TL). Im Aquarium zeigt Serrasalmus compressus besonders territoriales Verhalten: Die Art schwimmt überwiegend in der mittleren Wasserschicht und patrouilliert regelmäßig durch ihr Revier. Verstecke und überhängende Wurzelbereiche werden als Lauerplätze genutzt. Trotz des kompakten Körpers sind die Tiere aktive Schwimmer mit raschen Sprints. S. compressus ist bekannt für Pterygophagie (Flossenzupfen), ein Verhalten, das bereits bei juvenilen Tieren auftritt. Die Art gehört zu den selteneren Piranha-Arten im Handel und wird gelegentlich fälschlicherweise als Serrasalmus hollandi oder Serrasalmus rhombeus angeboten. WICHTIG: Beim Hantieren im Becken ist größte Vorsicht geboten. Piranhas beißen reflexartig zu. Heizstäbe und Geräte außerhalb des Beckens platzieren.

Haltung und Pflege

Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 23-27 °C, pH 5,8-7,0, GH 2-10 dGH. Die Art bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert. Beckengröße: Mindestens 250 Liter (120 cm Kantenlänge) für ein Einzeltier. Einrichtung: Strukturierte Uferzonen mit Wurzelholz, Totholz, überhängenden Pflanzenbüschen. Offene Schwimmbereiche in der mittleren Wasserschicht. Sand oder feiner Kies als Substrat, Laubschicht möglich. Heizstäbe und Geräte außerhalb des Beckens platzieren (werden attackiert). Gedämpfte Beleuchtung. Abdeckung: Springer bei Schreck oder Stress. Stabile, fest schließende Abdeckung notwendig. Filterung: Leistungsfähige Filterung mit moderater Strömung. Nitrat unter 50 mg/l. Wöchentlich 20-30 % Wasserwechsel.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Serrasalmus compressus ist strikt solitär und extrem aggressiv gegenüber Artgenossen und allen anderen Fischarten. Einzelhaltung ist die einzig empfehlenswerte Haltungsform. Einzeln gehaltene Tiere etablieren ein klares Revier und zeigen deutlich stabileres Verhalten. Garnelen werden als Beute betrachtet. Schnecken sind gefährdet. Vergesellschaftung ist nicht möglich. Die Art greift alle Mitbewohner an und fügt ihnen durch Flossenzupfen und direkte Attacken schwere Verletzungen zu. Auch robuste Begleitfische kommen nicht in Frage.

Ernährung

Serrasalmus compressus ist ein Karnivor mit Spezialisierung auf Pterygophagie (Flossenfressen). Im Aquarium: Fischfilets, Muschelfleisch, Garnelen, Tintenfisch, Stinte, hochwertiges Frostfutter. Ergänzend sinkendes Trockenfutter möglich. Kein Säugetierfleisch (Rinderherz). Keine lebenden Futterfische (Seuchengefahr). Adulte Tiere 2-3 Fütterungen pro Woche.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Zuchtschwierigkeit: Schwer, im Aquarium nicht dokumentiert. S. compressus laicht offenbar im freien Wasser ohne spezifische Substratbindung oder Brutpflege. In der Natur wurden im Rio Madeira Gelege von ca. 6.400 Eiern dokumentiert. Reproduzierbare Zuchtprotokolle für die Aquarienhaltung fehlen. Die Nachzucht bleibt erfahrenen Haltern vorbehalten.

Natürlicher Lebensraum

Serrasalmus compressus kommt im mittleren Amazonasbecken vor, vor allem im Rio Madeira und seinen Nebenflüssen in Brasilien, Peru und Bolivien. Die Art besiedelt bevorzugt Uferbereiche mit reichhaltiger Struktur: Wurzeln, Totholz, überhängende Vegetation und überschwemmte Wälder. Sand oder feiner Kies als Substrat, oft mit Laubschicht. Langsame bis mäßige Strömung.

Geschlechtsunterschiede

Kein verlässlicher Geschlechtsdimorphismus beschrieben. Beide Geschlechter erscheinen in der äußeren Körperform sehr ähnlich. Vor dem Laichen können Weibchen fülliger wirken. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist ohne verhaltensbasierte Methoden nicht möglich.

Gut zu wissen

  • Pterygophagie: spezialisiertes Flossenfresserverhalten, bereits bei Jungtieren
  • Strikt solitär: Einzelhaltung notwendig
  • Verletzungsgefahr beim Hantieren: Piranhas beißen reflexartig zu
  • Heizstäbe und Geräte werden attackiert: externe Technik bevorzugen
  • Springer bei Schreck: stabile, fest schließende Abdeckung ist Pflicht
  • Rote Augen als charakteristisches Artmerkmal
  • Selten im Handel, wird häufig mit Serrasalmus hollandi oder Serrasalmus rhombeus verwechselt
  • Karnivor: keine Futterfische (Seuchengefahr), kein Säugetierfleisch
  • Adulte Tiere nur 2-3 Fütterungen pro Woche

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Piranha?

Temperatur 23-27 °C, pH 5,8-7,0, GH 2-10 dGH. Die Art bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert.

Kann man den Piranha vergesellschaften?

Nein. Serrasalmus compressus ist ausschließlich als Einzeltier zu halten. Die Art greift alle Mitbewohner an und fügt ihnen durch Flossenzupfen und direkte Attacken schwere Verletzungen zu.

Was frisst der Piranha?

Karnivor mit Spezialisierung auf Pterygophagie (Flossenfressen): Fischfilets, Muschelfleisch, Garnelen, Tintenfisch, Stinte. Kein Säugetierfleisch, keine Futterfische. Adulte 2-3x pro Woche.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Mindestens 250 Liter (120 cm Kantenlänge) für ein Einzeltier. Stabile Abdeckung Pflicht (Springer). Heizstäbe außerhalb des Beckens platzieren.

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Fragen und Erfahrungen

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