Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Gastromyzontidae

Perllinien-Prachtflossensauger Sewellia sp. "Spotted" SEW01

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Sewellia sp. gehört zu den Flossensaugern (Gastromyzontidae) und ist eine strömungsliebende Schmerlenart aus den Fließgewässern Zentral-Vietnams, die bis zu 8 cm groß wird.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • 8 cmEndgröße

  • 8-10 JahreLebenserwartung

  • 18-24 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 8-14 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Der kompakte Körper ist von oben nach unten abgeflacht (dorsoventral), und die stark vergrößerten Brust- und Bauchflossen bieten zusammen mit den Haftstrukturen an den Rändern der paarigen Flossen dem Tier die Möglichkeit, sich selbst in reißender Strömung an glatten Steinen zu verankern. Das Zeichnungsmuster reicht von dunkelbraun bis schwarz mit zahlreichen goldenen Punkten oder Linien. Rosa Töne an der Unterseite sind die inneren Organe, die durch die weiße Bauchdecke durchscheinen. Männchen entwickeln an den vorderen Brustflossenstrahlen erhöhte Reihen feiner Tuberkel, die im Hobby als „Zäune“ bezeichnet werden.

Haltung und Pflege

Sewellia sp. ist ein Bewohner schnellfließender, flacher Bäche und benötigt im Aquarium entsprechende Bedingungen: starke Strömung, hohe Sauerstoffsättigung und kühle Temperaturen (18-24 °C, pH 6,0-7,5, KH 5-10 °dKH). Das Becken sollte mit flachen Felsflächen, großen runden Kieseln und Bereichen mit feinem Kies eingerichtet werden, auf denen sich Biofilm ansiedeln kann. Eine Filterumwälzung von mindestens 10-15-fach pro Stunde ist empfehlenswert; zusätzliche Strömungspumpen unterstützen die naturnahe Wasserbewegung. Helle Beleuchtung fördert das Algenwachstum, das als Hauptnahrung dient. Regelmäßige Wasserwechsel von 20-30 % wöchentlich sind wichtig, da die Art extrem empfindlich auf Nitrit reagiert. Nur in vollständig eingefahrene Becken einsetzen. Trotz des geringen Sprungrisikos ist ein gut schließender Deckel empfohlen, da Sewellia-Arten an Glasscheiben klettern können. Einzelhaltung führt zu Stress und verkümmertem Verhalten – mindestens 6 Tiere halten. Eine kurzfristige Absenkung der Temperatur auf 18-20 °C kann natürliches Verhalten und Laichbereitschaft fördern.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Friedlich, gesellig, innerartlich territorial, ruhig, bei Dämmerung und Nacht besonders aktiv. Gruppe ab 6 Tieren. Verträglichkeit mit Wirbellosen: sehr gut verträglich (Garnelen und Schnecken werden ignoriert). Prachtflossensauger lassen sich gut mit ruhigen, strömungsliebenden Arten vergesellschaften, die andere Nischen im Becken besetzen. Geeignete Beifische sind kleine Bärblinge (Tanichthys, Danio, Rasbora), strömungsliebende Grundeln und rheophile Welse. Zwerggarnelen der Gattungen Neocaridina und Caridina sowie Schnecken werden problemlos toleriert. Vermeiden sollte man andere bodenbewohnende Aufwuchsfresser, die um dieselben Nahrungsflächen konkurrieren. Bei der Haltung mehrerer Sewellia auf ausreichende Revierstruktur mit vielen Steinen achten, da die Tiere untereinander territorial sein können und sich „Bauch an Bauch“ bekämpfen.

Ernährung

Sewellia sp. ist primär ein Aufwuchsfresser und ernährt sich von Biofilm, Algen und darin lebenden Kleinstorganismen, die von Steinen und harten Oberflächen abgeweidet werden. Im Aquarium ergänzt man das natürliche Abweiden durch sinkende Futtertabletten, Spirulina-Tabs, überbrühtes Gemüse (Spinat, Gurke) sowie hochwertiges Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien). Aufgrund des kleinen Mauls sind fein zerteilte Partikel wichtig. Starke Beleuchtung im Becken fördert das Algenwachstum, das als permanente Nahrungsgrundlage dient.

Zucht

Sewellia sp. ist ein Freilaicher ohne Brutpflege: die Eier werden frei abgegeben und sinken in die Zwischenräume des Bodengrundes. Die Zucht gelingt in der Aquaristik regelmäßig und ist für die Gattung gut dokumentiert. Entscheidend ist ein ausgereiftes Substrat aus grobem, rundem Flusskies (2-4 cm Körnung), in dessen Zwischenräumen die Eier geschützt reifen und die Jungfische Zuflucht finden. Die Paarung erfolgt im freien Wasser, wobei das Männchen das Weibchen mit der Schwanzflosse umschlingt. Zuchtwasser: pH 6,5-7,2, KH bis 10 °dKH, 20-24 °C. Auslöser: großzügiger, kühler Wasserwechsel zur Simulation von Regenfällen, kombiniert mit reichlicher Fütterung und starker Strömung. Die Jungfische ernähren sich zunächst von Mikroorganismen im Substrat und Aufwuchs; Infusorien und feinstes Staubfutter ergänzen die Ernährung in den ersten Wochen. Die Jungen des Perllinien-Prachtflossensaugers wachsen im Vergleich zügig.

Zuchtwasser: 20 bis 24 °C, pH 6,5 bis 7,2, bis 10 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Sewellia sp. besiedelt flache, schnellfließende Bäche und Stromschnellen mit klarem, sauerstoffreichem Wasser in Zentral-Vietnam. Typische Fundorte liegen in den Provinzen Quang Nam, Thua Thien-Hue, Quang Ngai und Binh Dinh. Das Habitat wird von Felsgestein, großen runden Kieseln und spaltenreichen Strukturen dominiert, die reichlich Anheftungsflächen für Aufwuchs bieten. Die starke tropische Sonneneinstrahlung in Kombination mit klarem, flachem Wasser erzeugt optimale Bedingungen für üppigen Biofilm.

Geschlechtsunterschiede

Der erste Strahl der Brustflossen ist bei den Männchen nach vorne gekrümmt und verleiht ihnen ein breiteres Aussehen, dazu allenfalls eine längere Schnauze. An den vorderen Brustflossenstrahlen bilden geschlechtsreife Männchen erhöhte Reihen feiner Tuberkel. Weibchen erscheinen fülliger mit fließendem Übergang von Schnauze zu Brustflossen und runderer Körperform, besonders bei laichtragenden Tieren.

Gut zu wissen

  • Haftorgan aus den Flossen – kann sich in reißender Strömung an Steinen verankern
  • Obligater Gruppenfisch – mindestens 6 Tiere
  • Kann an Glasscheiben klettern – Deckel empfohlen
  • Extrem empfindlich auf Nitrit – nur in eingefahrene Becken einsetzen
  • Benötigt starke Strömung und hohe Sauerstoffsättigung
  • Männchen mit Tuberkel-Reihen an den Brustflossenstrahlen („Zäune“)
  • Als Beifang gelangt die sehr ähnliche Sewellia albisurea in den Handel, beide Arten kommen sympatrisch vor
  • Die Zuschreibung als Sewellia hypsicrateae ist nicht validiert und bleibt zweifelhaft

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Prachtflossensauger?

Sewellia sp. benötigt kühles, sauerstoffreiches Wasser mit 18-24 °C, pH 6,0-7,5 und KH 5-10 °dKH. Starke Strömung und eine hohe Filterumwälzung von 10-15x pro Stunde sind wichtig.

Kann man den Prachtflossensauger vergesellschaften?

Prachtflossensauger vertragen sich gut mit ruhigen, strömungsliebenden Arten wie Tanichthys, Danio oder kleinen Rasbora. Garnelen und Schnecken werden problemlos toleriert.

Kann man den Prachtflossensauger im Aquarium züchten?

Die Zucht gelingt regelmäßig in der Aquaristik. Entscheidend ist grober Flusskies (2-4 cm) als Substrat, in dem die Eier geschützt reifen. Kühle Wasserwechsel lösen das Laichen aus.

Was frisst der Prachtflossensauger?

Sewellia sp. ist primär ein Aufwuchsfresser und ernährt sich von Biofilm und Algen auf Steinen. Ergänzend eignen sich Spirulina-Tabs, überbrühtes Gemüse und Frostfutter.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Fragen und Erfahrungen

Noch keine Kommentare. Stell die erste Frage zu dieser Art.

Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Flossensauger, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Marmor-Prachtflossensauger (Sewellia marmorata), Männchen

Flossensauger

Marmor-Prachtflossensauger

Sewellia marmorata

  • Endgröße: bis 8 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 18-24 °C
  • pH-Wert: pH 6-7
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, friedlich

Borneo-Flossensauger (Gastromyzon borneensis)

Flossensauger

Borneo-Flossensauger

Gastromyzon borneensis

  • Endgröße: bis 7,3 cm SL
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 20-26 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Mittelschwer

In der Gruppe halten, friedlich

Vietnamesische Giraffenschmerle (Annamia normani)

Flossensauger

Vietnamesische Giraffenschmerle

Annamia normani

  • Endgröße: bis 7,8 cm
  • Aquarium: ab 200 l
  • Temperatur: 18-23 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Schwarmfisch, friedlich

Feinpunktflossensauger

Flossensauger

Feinpunktflossensauger

Beaufortia kweichowensis

  • Endgröße: 7-8 cm TL
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 16-24 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, friedlich

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.