
Labyrinthfische
Mondschein-Schokoladengurami
Sphaerichthys acrostoma
- Endgröße: bis 6 cm
- Aquarium: ab 112 l
- Temperatur: 24-28 °C
- pH-Wert: pH 6-7,5
- Wasserhärte: weich
- Schwierigkeit: Mittelschwer
Schwarmfisch, friedlich
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Zierfische, Familie Osphronemidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Sphaerichthys osphromenoides, der Schokoladengurami, ist ein hochspezialisierter Labyrinthfisch aus der Familie Osphronemidae (Unterfamilie Luciocephalinae) mit einer maximalen Standardlänge von 4-5 cm (Gesamtlänge bis 6 cm). Der Körper ist hochgewölbt, seitlich kompakt und in tiefem Schokoladenbraun mit hellen vertikalen Bändern gefärbt. Die Augen haben einen charakteristischen metallisch-goldenen Ring.

bis 6 cmEndgröße
3-5 JahreLebenserwartung
26-30 °CTemperatur
5-6,5pH-Wert
0-5 °dGHGesamthärte
ab 54 lAquariengröße
Die Art stammt aus den Torfsumpfwäldern der Malayischen Halbinsel, Sumatras und Borneos. Die natürlichen Habitate sind extrem sauer (pH 3,5-6,0), mineralarm (Leitwert unter 100 µS/cm), tanninreich und dicht mit Laub und Wurzeln strukturiert. Die Art ist als Schwarzwasser-Spezialist absolut angewiesen auf diese Parameter; Leitungswasser mit pH über 6,5 oder GH über 5 dGH ist auf Dauer lethal. S. osphromenoides ist ein Maulbrüter. Nach einer Primärstudie von 2024 mit 32 ausgewerteten Laichakten und histologischer Geschlechtsbestimmung trägt das Männchen die Eier im Maul; ältere Quellen nennen das Weibchen. Die Art gilt als Expert-Level in der Aquaristik und ist aufgrund ihrer Sensibilität nicht für Anfänger geeignet. Lebenserwartung: 3-5 Jahre bei optimaler Haltung.
Der Schokoladengurami ist ein Schwarzwasser-Spezialist. pH-Werte über 6,5 und Wasserhärten über 5 dGH sind dauerhaft schädlich – die Tiere werden blass, anfällig für Infektionen und sterben frühzeitig. Leitungswasser ist in der Regel ungeeignet; aufbereitetes Weichwasser mit Leitwerten unter 100 µS/cm ist Pflicht. Dichte Bepflanzung mit Cryptocorynen und Javafarn dämpft das Licht und reduziert Stress. Schwimmpflanzen halten bei pH 5 nicht durch, Froschbiss scheidet dort aus; zur Abdunklung eignen sich schwimmende Abdeckungen, etwa grüne Topfuntersetzer auf einem Styroporstück. Torffilterung, Erlenzäpfchen oder Seemandelbaumblätter senken pH und Leitwert auf natürliche Weise. Schwache Strömung ist wichtig – diese Tiere sind langsame Schwimmer. Ein abgedunkeltes Becken mit gedämpfter Beleuchtung wird dringend empfohlen. Wöchentliche Wasserwechsel von 30–50 % mit vorbereitetem Weichwasser sind Pflicht. Nitratwerte über 10–15 mg/l werden schlecht toleriert. Zwischen Wasseroberfläche und Abdeckscheibe müssen einige Zentimeter warme, feuchte Luft vorhanden sein – Jungtiere entwickeln ihr Labyrinthorgan an der Oberfläche und sind empfindlich gegen kalten Luftzug. Der Schokoladengurami ist empfindlich gegenüber Kupfer. Bei Erkrankungen kupferfreie Behandlungsmethoden wählen.
Sphaerichthys osphromenoides zeigt im natürlichen Habitat ein ausgeprägtes Sozialverhalten als ruhiger Gruppenfisch, wobei die Tiere lockere Gruppenstrukturen bevorzugen und sich bei Stress oder Gefahr enger zusammenschließen; für die Aquarienhaltung empfiehlt sich daher eine Mindestgruppengröße von 6–8 Exemplaren, um innerartlichen Stress und Scheu zu vermeiden. Der Schokoladengurami sollte mit friedlichen Arten wie Boraras brigittae und Pangio-Arten aus ähnlichen Biotopen vergesellschaftet werden. Ungeeignet sind sehr kleine Beutefische, die als Nahrung angesehen werden könnten. Arten, die nicht aus demselben extremen Schwarzwasser stammen, scheiden schon wegen der Wasserwerte aus.
Der Schokoladengurami ist ein Karnivor (Mikroprädator), kein Allesfresser. Trockenfutter wird häufig komplett verweigert, besonders bei Wildfängen. Die Fütterung mit kleinem Lebend- und Frostfutter ist unverzichtbar: weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien, Grindal-Würmer, Artemia-Nauplien, Cyclops. Mehrmals täglich kleine Portionen sind besser als eine große Mahlzeit.
Fortpflanzungstyp: Maulbrüter. Eine Primärstudie von 2024 wertete 32 Laichakte aus und wies die Brutpflege dabei durchgehend dem Männchen zu; die Geschlechter wurden histologisch bestimmt. Die ältere Literatur führt die Art als mütterlichen Maulbrüter, was auf einer Fehlbestimmung der Geschlechter nach äußeren Merkmalen beruht. Zuchtschwierigkeit: fortgeschritten bis Expert. Zuchtwasserwerte: Temperatur 27-30 °C, pH 5,0-5,5, GH 0-2 dGH, Leitwert unter 50 µS/cm. Ohne diese extremen Werte schlagen die meisten Befruchtungs- und Entwicklungs-Prozesse fehl. Osmosewasser mit Seemandelbaumblättern, Erlenzäpfchen und Torfextrakt nachahmen den natürlichen Monsun-Regen. Nach ritueller Balz und Umarmung im klassischen „Labyrinth-Embrace“ bei schwebendem Paar werden die Eier abgegeben. Das Männchen sammelt die befruchteten Eier sofort im Maul und brütet sie rund zwei bis drei Wochen lang – in dieser Zeit frisst es nicht und zieht sich dicht in die Laubstreu zurück. Die Jungfische werden vollständig entwickelt (ca. 5 mm) aus dem Maul entlassen. Gelegegrößen variieren zwischen 10-40 Jungfischen. Erstfutter: Mikrofutter (Infusorien, Pantoffeltierchen), nach wenigen Tagen Artemia-Nauplien. Das brütende Tier sollte ruhig gestellt und nicht umgesetzt werden, um Stress und ein Abschlucken des Geleges zu vermeiden. Da sich die Geschlechter äußerlich nicht sicher unterscheiden lassen, ist der brütende Fisch das zuverlässigste Erkennungsmerkmal.
Sphaerichthys osphromenoides – Schokoladengurami ist in den trüben, stark von organischem Material geprägten Schwarzwasserhabitaten Südostasiens zu Hause. In dichten, meist von Blätterdämmung und schattenspenderischem Vegetationsbewuchs umgebenen Feuchtgebieten, wie beispielsweise in den Peatwäldern von Sumatra und Borneo, findet man diesen Fisch in ruhigen, langsam fließenden Gewässern vor, die durch ihre weiche Wasserchemie, niedrige Härte und einen sauren bis schwach sauren pH-Wert (etwa zwischen 4 und 6) charakterisiert sind. Die leicht wärmeren Temperaturen von circa 24 bis 28 °C sowie eine trübe, tanninreiche Färbung des Wassers prägen seinen natürlichen Lebensraum, der durch dichte Wasserpflanzen und reichlich Laubablagerungen ein idealer Rückzugsort für diesen sensiblen Zierfisch darstellt.
Die Geschlechter lassen sich bei Sphaerichthys osphromenoides äußerlich nicht zuverlässig unterscheiden. Lange galt ein gerader Unterkiefer mit spitz zulaufendem Kopf als männlich und ein gerundeter Unterkiefer mit dehnbarem Gewebe als weiblich. Eine Primärstudie von 2024 hat diese Zuordnung widerlegt: Bei 32 ausgewerteten Laichakten trug stets das Männchen die Eier im Maul, die Geschlechter wurden histologisch bestimmt. Das dehnbare Kehlgewebe gehört damit zum Männchen. Auch das ältere Schema „Weibchen größer und fülliger“ ist nicht belastbar, der Größenunterschied ist ohnehin sehr gering. Wer die Geschlechter sicher zuordnen will, kommt derzeit nur über die Beobachtung eines Laichvorgangs weiter.
Temperatur 24-30 Grad Celsius, pH 5,0-6,5 (zwingend sauer!), Gesamthärte 0-5 dGH. Sphaerichthys osphromenoides ist Schwarzwasser-Spezialist – pH-Werte über 6,5 sind auf Dauer tödlich durch osmotischen Stress und Immunkollaps.
Ab 60 cm Kantenlänge (54 Liter). Pflicht sind weiches Osmose-Wasser, Seemandelbaumblätter, Erlenzäpfchen, Torfextrakt, viel Laubstreu und dichte Bepflanzung. Dicht schliessende Abdeckung gegen Springen.
Am besten Artbecken mit Gruppe ab 8-10 Tieren. Mögliche Beifische sind andere Schwarzwasser-Spezialisten wie Boraras oder Sundadanio. Nicht mit hartem oder alkalischem Wasser kombinieren.
Karnivor (Mikroprädator). Trockenfutter wird häufig komplett verweigert. Kleinste Lebend- und Frostfutter: Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Mikrowürmer.
Expert-Level Zucht. Sphaerichthys osphromenoides ist ein Maulbrüter. Eine Primärstudie von 2024 wertete 32 Laichakte aus und fand die Brutpflege durchgehend beim Männchen, bestätigt durch histologische Geschlechtsbestimmung. Aeltere Quellen nennen das Weibchen als Brutpfleger. Das brütende Tier trägt die Eier rund zwei bis drei Wochen im Maul. Zuchtwerte: 24-30 Grad, pH 5-6,5, Leitwert unter 50 Mikrosiemens/cm.
Nein, Expert-Level. Die Art ist hochsensitiv, anfällig für Velvet und Mycobacteriose, extrem kupferempfindlich. Nur für erfahrene Schwarzwasser-Aquarianer.
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