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Zierfische, Familie Mochokidae

Rotflosswels Synodontis clarias

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Rotflosswels (Synodontis clarias) wird bis zu 36 cm Standardlänge (ca. 43 cm Gesamtlänge) groß und ist ein robuster Vertreter der Fiederbartwelse aus West- und Nordafrika. Sein markantestes Merkmal ist die leuchtend rote Schwanzflosse, die bereits bei Jungtieren ausgeprägt ist und mit dem Alter noch intensiver wird.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Paarweise
  • Territorial
  • Kupferempfindlich
  • bis 43 cmEndgröße

  • 10-20 JahreLebenserwartung

  • 21-26 °CTemperatur

  • 6,5-7,5pH-Wert

  • 5-18 °dGHGesamthärte

  • ab 1080 lAquariengröße

Beschreibung

Jungtiere zeigen eine dunkel flaschengrüne Grundfärbung, ausgewachsene Tiere werden graubraun bis dunkelgrau mit aufgehellter Bauchseite. Als typischer Mochokidae besitzt er drei Paar Barteln, einen gepanzerten Knochenschild am Kopf sowie kräftige Stachelstrahlen in Rücken- und Brustflossen, die schmerzhafte Verletzungen verursachen können. Der Stridulationsmechanismus der Brustflossenstacheln erzeugt das für Synodontis typische Quieken. Die Art ist dämmerungs- und nachtaktiv und versteckt sich tagsüber in Höhlen, unter Wurzeln oder zwischen Felsen. Mit der Zeit lernen die Tiere, auch tagsüber zur Fütterung zu erscheinen. Typisch ist das gelegentliche Schwimmen in Rückenlage unter Überhängen.

Haltung und Pflege

Der Rotflosswels benötigt 21-26 °C, einen pH-Wert von 6,5-7,5 und eine Gesamthärte von 5-18 °dGH. Damit gehört er zu den kühleren Vertretern der Gattung und verträgt Zimmertemperatur gut. Ein Aquarium von mindestens 180 cm Kantenlänge und 1.080 Litern ist für ausgewachsene Tiere erforderlich. Reichlich Versteckmöglichkeiten aus Wurzeln, Steinhöhlen und Tonröhren sind nötig. Als Bodengrund eignet sich feiner Sand, da die Art den Boden durchwühlt. Kräftige Filterung und wöchentliche Wasserwechsel von mindestens 25 % sind wichtig. Da Synodontis clarias aus Flüssen mit wechselnden Wasserständen stammt, verträgt er leicht fließendes Wasser gut. Helles Dauerlicht sollte vermieden werden; eine Simulation von Dämmerphasen fördert die natürliche Aktivität. Im Aquarium werden typischerweise 25-30 cm erreicht. Die Angabe von 36 cm SL bezieht sich auf Maximalwerte aus dem Freiland.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Synodontis clarias ist gegenüber Fischen ähnlicher Größe weitgehend friedlich. Gegenüber anderen Bodenbewohnern und Artgenossen kann er territorial werden, wenn Verstecke knapp sind. Die Art muss nicht in Gruppen gehalten werden: Einzelhaltung, Paarhaltung oder eine lockere Gruppe ab drei Tieren sind möglich, wenn genug Höhlen vorhanden sind. Geeignete Mitbewohner sind große, robuste Buntbarsche aus Westafrika, große Barben, große Salmler und andere Synodontis-Arten vergleichbarer Größe. Nicht geeignet sind kleine Fische, die gefressen werden können, aggressive Großcichliden und Garnelen.

Ernährung

Synodontis clarias ist ein Allesfresser mit Vorliebe für tierische Kost. Im Freiland frisst er Insektenlarven, Weichtiere und Detritus. Im Aquarium nimmt er sinkendes Granulat, Welstabletten und Frostfutter wie Mückenlarven, Muschelfleisch und Garnelen an. Pflanzliche Ergänzungen wie Gurke und Zucchini runden die Ernährung ab. Die Fütterung sollte abends kurz vor dem Abschalten des Lichts erfolgen.

Zucht

Eine Nachzucht von Synodontis clarias im Aquarium ist bislang nicht dokumentiert. Die Art ist ovipar und laicht in der Natur über dem Substrat ab, ohne das Gelege zu bewachen. Im Freiland werden paarweise Laichvorgänge beobachtet. Die Zucht gilt als nicht reproduzierbar in Gefangenschaft.

Natürlicher Lebensraum

Synodontis clarias stammt aus den Flusssystemen West- und Nordafrikas (Tschad-Becken und Nil) und kommt in Ägypten, Äthiopien, Burkina Faso, Gambia, Ghana, Kamerun, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Sudan und Tschad vor. Die Art ist kein Grabensee-Bewohner, sondern lebt in Flüssen und Seesystemen des westafrikanischen Tieflands und der Sahelzone. Sie bewohnt fließende und stehende Gewässer mit wechselnden Wasserständen und findet sich in Bereichen mit reichlich Versteckmöglichkeiten zwischen Felsen und Wurzeln.

Geschlechtsunterschiede

Der Geschlechtsdimorphismus ist bei Synodontis clarias äußerlich kaum erkennbar. Laichreife Weibchen wirken etwas fülliger im Bauchbereich. Sichere äußere Geschlechtsmerkmale sind nicht bekannt.

Gut zu wissen

  • Leuchtend rote Schwanzflosse als Arterkennungsmerkmal, bereits bei Jungtieren
  • Kräftige Flossenstacheln: beim Fang immer Behälter statt Kescher verwenden
  • Stridulationsfähig: erzeugt typisches Quieken mit Brustflossenstacheln
  • Dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber versteckt
  • Schwimmt gelegentlich in Rückenlage unter Überhängen
  • Verbreitung: Senegal bis Nil, nicht Ostafrikanische Grabenseen
  • Langlebig: 10-20 Jahre, Einzelberichte über 30 Jahre in Pflege
  • Kupferempfindlich: Schuppenlose Welse nehmen Kupfer besonders rasch über die Haut auf – kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Rotflosswels?

Synodontis clarias benötigt 21-26 °C, pH 6,5-7,5 und GH 5-18 °dGH. Damit gehört er zu den kühleren Synodontis-Arten und kommt ohne Heizung aus, wenn die Raumtemperatur stabil über 21 °C liegt.

Kann man den Rotflosswels vergesellschaften?

Geeignet sind große, robuste Fische aus Westafrika: Buntbarsche, große Barben und Salmler sowie andere Synodontis vergleichbarer Größe. Kleine Fische und Garnelen werden als Futter betrachtet. Aggressive Großcichliden sind ungeeignet.

Kann man den Rotflosswels nachzüchten?

Nein, eine Nachzucht im Aquarium ist bislang nicht dokumentiert. Die Art laicht in der Natur über dem Substrat ab, ohne das Gelege zu bewachen. Hormonelle Stimulation wurde für diese Art nicht berichtet.

Wie groß wird der Rotflosswels?

Synodontis clarias erreicht bis zu 36 cm Standardlänge, was etwa 43 cm Gesamtlänge entspricht. Im Aquarium werden typischerweise 25-30 cm erreicht. Die leuchtend rote Schwanzflosse ist bereits bei Jungtieren das markanteste Erkennungsmerkmal.

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Fragen und Erfahrungen

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