Synodontis multipunctatus
Beschreibung
Synodontis multipunctatus, der Kuckuckswels, wird bis zu 27,5 cm groß (TL, im Aquarium meist 20-25 cm) und ist ein mittelgroßer Wels aus der Familie der Mochokidae. Er stammt aus dem Tanganjikasee in Ostafrika und ist das bekannteste Beispiel für Brutparasitismus bei Fischen.
Die Grundfarbe ist silbrig bis gold-beige mit großen, unregelmäßig verteilten schwarzen Flecken, die an ein Leopardenmuster erinnern. Die Flossen sind dunkel bis schwarz mit einem markanten weißen Saum, besonders an Rücken-, Brust- und Schwanzflosse. Die Bauchseite ist deutlich heller. Der Körper ist kräftig und leicht gedrungen mit einem robusten Kopf und gut entwickelten Barteln.
Im Verhalten ist der Kuckuckswels deutlich aktiver als viele andere Synodontis-Arten und nutzt den gesamten unteren bis mittleren Bereich des Beckens. Er ist oft auch tagsüber zu sehen, braucht aber zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten.
Besonderheiten
- Brutparasit: legt Eier in die Gelege maulbrütender Cichliden
- Welslarven schlüpfen früher und fressen die Cichliden-Eier im Maul der Wirtsmutter
- Maulbrütende Tanganjikasee-Cichliden als Wirte nötig
- Gruppenhaltung ab 4 Tieren
- Hartes, alkalisches Wasser erforderlich (Tanganjikasee-Bedingungen)
- Schneckenfresser
Vergesellschaftungshinweise
Der Kuckuckswels ist friedlich gegenüber gleichgroßen Fischen und sollte in Gruppen ab mindestens 4 Tieren gehalten werden. In der Gruppe zeigen die Tiere natürlicheres Verhalten und sind aktiver.
Geeignete Beifische sind maulbrütende Tanganjikasee-Cichliden wie Tropheus spp., Cyphotilapia frontosa, Ophthalmotilapia spp. oder Xenotilapia spp. Diese Vergesellschaftung ist sogar Voraussetzung für die Zucht. Kleine Fische können als Beute angesehen werden. Schnecken werden gefressen (im Tanganjikasee frisst die Art die endemische Schnecke Neothauma tanganyicense).
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen eine höhere Rückenflosse als Weibchen. Weibchen wirken insgesamt fülliger, besonders bei Laichreife. Die Unterscheidung ist bei Jungtieren schwierig und wird erst bei subadulten Tieren zuverlässig.
Haltungstipps / Pflege
Der Kuckuckswels benötigt ein Aquarium ab 150 cm Kantenlänge (ab 450 Liter). Empfohlene Wasserwerte: 24-28 °C, pH 7,5-8,5, GH 10-20 °dGH.
Das Becken sollte steinreiche Strukturen mit zahlreichen Höhlen und Spalten bieten, wie sie für Tanganjikasee-Aquarien typisch sind. Sand oder feiner Kies als Bodengrund, da die Barteln empfindlich sind. Gute Filterung und Strömung. Regelmäßige Wasserwechsel zur Aufrechterhaltung stabiler, harter und alkalischer Wasserwerte.
Die Vergesellschaftung mit maulbrütenden Tanganjikasee-Cichliden wird empfohlen, da dies nicht nur artgerechte Sozialstrukturen schafft, sondern auch die Zucht ermöglicht.
Zucht und Fortpflanzung
Der Kuckuckswels ist ein Brutparasit. Er laicht gezielt während des Ablaichens von maulbrütenden Cichliden und mischt seine Eier unter deren Gelege. Die Cichliden-Mutter nimmt die Welseier in ihr Maul und bebrütet sie unwissentlich. Die Welseier schlüpfen früher als die Cichliden-Eier, und die Welslarven fressen die Cichliden-Eier als erste Nahrung.
Wirtsarten im Aquarium: Maulbrütende Tanganjikasee-Cichliden wie Tropheus spp., Cyphotilapia frontosa, Ophthalmotilapia spp. oder Xenotilapia spp. Die Zucht gelingt am besten in Becken, in denen diese Wirte bereits regelmäßig ablaichen. Kein direktes Eingreifen nötig, die Elternpflege übernimmt die Wirtsmutter.
Eine künstliche Nachzucht ohne Wirtstiere ist praktisch nicht möglich.
Ernährung/Futterbedarf
Der Kuckuckswels ist ein Allesfresser mit Tendenz zu tierischer Kost. Er akzeptiert problemlos Trockenfutter (Granulat, Tabletten, Flocken), Frost- und Lebendfutter (Mückenlarven, Artemia, Mysis). Pflanzliche Beikost (Erbsen, Gurke, Zucchini, Spirulina-Tabs) ergänzt die Ernährung sinnvoll. Im Tanganjikasee frisst er unter anderem die endemische Schnecke Neothauma tanganyicense.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Synodontis multipunctatus ist im Tanganjikasee in Ostafrika endemisch. Der Tanganjikasee ist mit bis zu 1.470 m Tiefe der zweittiefste See der Welt und zeichnet sich durch hartes, alkalisches Wasser aus. Die Art besiedelt felsige Uferzonen und lebt in Tiefen bis zu 100 m. Das Substrat besteht aus Sand und Fels mit reichlich Versteckmöglichkeiten zwischen Steinen.