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Zierfische, Familie Mochokidae

Polls Fleckenwels Synodontis polli

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Polls Fleckenwels (Synodontis polli) erreicht eine Endgröße von etwa 15 cm und ist damit ein mittelgroßer Vertreter der Gattung. Die Art ist endemisch im Tanganjikasee und gehört zu den wenigen Synodontis-Arten, die ausschließlich in diesem ostafrikanischen Grabenbruchsee vorkommen.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • 15 cmEndgröße

  • 10-15 JahreLebenserwartung

  • 23-28 °CTemperatur

  • 7,5-9pH-Wert

  • 15-30 °dGHGesamthärte

  • ab 450 lAquariengröße

Beschreibung

Die olivbraune bis gelblichbraune Grundfärbung wird durch große, unregelmäßige dunkle Flecken ergänzt – deutlich größer und weniger zahlreich als bei der ähnlichen Art S. petricola. Die Flossen sind dunkel gefärbt mit hellen, weißlichen Säumen. Synodontis polli ist ein besonders tiefwasserbewohnender Wels, der im Freiland in Tiefen von 30–125 Metern über schlammigem Untergrund lebt. Im Aquarium bevorzugt die Art daher gedämpftes Licht und sucht tagsüber Höhlen und Überhänge auf. Die Aktivität beginnt erst in der Dämmerung. Ein wichtiger Hinweis: Synodontis polli ist kein Brutparasit. Nur Synodontis multipunctatus und S. grandiops sind bekannte Kuckuckswelse – Synodontis polli laicht als klassischer Freilaicher.

Haltung und Pflege

Synodontis polli benötigt ein Becken ab 450 Litern (mindestens 150 cm Kantenlänge) für eine Gruppe von 3–5 Tieren. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder glattem Kies bestehen. Reichlich Felsaufbauten mit Höhlen und Überhängen sind Pflicht – die Art stammt aus Tiefwasserzonen und braucht zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten. Die Wassertemperatur liegt bei 23–28 °C, der pH-Wert bei 7,5–9,0 (optimal 8,0–8,5) und die Gesamthärte bei 15–30 °dGH. Weiche oder saure Becken sind absolut ungeeignet. Wasserwechsel (25–30 % wöchentlich) sollten mit aufgehärtetem Wasser erfolgen. Die Beleuchtung sollte gedämmt bis mittel sein. Die Haltung wird als mittelschwer eingestuft. Wer bereits Erfahrung mit Tanganjikasee-Becken hat, wird Synodontis polli als unkompliziert empfinden.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Synodontis polli ist nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt in Höhlen oder unter Überhängen. In der Eingewöhnungsphase zeigen Gruppen Rangkämpfe, die sich nach der Hierarchieetablierung beruhigen. Die Art gilt als geselliger als die meisten anderen Synodontis und sollte in Gruppen von 3–5 Tieren gehalten werden. Geeignete Mitbewohner sind gleichgroße Tanganjikasee-Cichliden: Julidochromis, Altolamprologus, Tropheus, Cyphotilapia und andere Riftseewelse. Größere Regenbogenfische und Lebendgebärende, die hartes Wasser vertragen, sind ebenfalls möglich. Ungeeignet sind südamerikanische Weichwasserarten (Corydoras, Apistogramma, Tetras) – die Wasserchemie schließt sich gegenseitig aus. Kleine Fische können als Beute betrachtet werden.

Ernährung

Synodontis polli ist ein fleischbetonter Omnivor. Im Gegensatz zu den meisten anderen Synodontis-Arten verweigert Synodontis polli pflanzliche Kost weitgehend. Hauptfutter sind Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Copepoden, Krill), Lebendfutter (Wasserflöhe, Mückenlarven) und sinkende Katzenwels-Pellets. Gelegentlich können Garnelen und Muschelfleisch angeboten werden. Rein pflanzliche Kost (Spirulina, Gemüse) wird in der Regel abgelehnt.

Zucht

Die Zucht von Synodontis polli im Aquarium ist sehr selten gelungen. Im Freiland zeigt die Art eine deutliche Paarbildung während der Fortpflanzungszeit, was unter Freilaichern ungewöhnlich ist. S. polli laicht als Eierstreuer – Brutpflege findet nicht statt. Über Gelegegröße, Inkubationsdauer und Larvenpflege im Aquarium liegen keine gesicherten Angaben vor.

Natürlicher Lebensraum

Synodontis polli ist endemisch im Tanganjikasee und wurde in Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Tansania und Sambia nachgewiesen. Die Art lebt in tieferen Schichten des Sees (30–125 Meter) über schlammigem Untergrund. Der Tanganjikasee ist für sein mineralstoffreiches, hartes und alkalisches Wasser bekannt – pH 8,0–9,0, GH 10–18 °dGH.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen sind im reifen Zustand am Bauch deutlich rundlicher als Männchen. Die Bestimmung über die Genitalpapille ist bei dieser vergleichsweise kleinen Art schwieriger als bei größeren Synodontis.

Gut zu wissen

  • Endemisch im Tanganjikasee – benötigt hartes, alkalisches Wasser
  • Tiefwasserart (30–125 m im Freiland) – gedämpftes Licht Pflicht
  • Kein Brutparasit (nur Synodontis multipunctatus und S. grandiops sind Kuckuckswelse)
  • Fleischbetonter Omnivor – verweigert pflanzliche Kost weitgehend
  • Geselliger als die meisten Synodontis-Arten
  • Nachtaktiv – tagsüber in Höhlen verborgen
  • Kupferempfindlich: Schuppenlose Welse nehmen Kupfer besonders rasch über die Haut auf – kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Polls Fleckenwels?

Als Tanganjikasee-Art braucht Synodontis polli hartes, alkalisches Wasser: pH 7,5–9,0, GH 15–30 °dGH und 23–28 °C. Weiches oder saures Wasser ist nicht geeignet.

Kann man den Polls Fleckenwels vergesellschaften?

Ja, mit gleichgroßen Tanganjikasee-Cichliden wie Julidochromis, Altolamprologus oder Tropheus. Südamerikanische Weichwasserarten sind wasserchemisch inkompatibel.

Ist der Polls Fleckenwels ein Kuckuckswels?

Nein. Nur Synodontis multipunctatus und S. grandiops sind bekannte Brutparasiten. S. polli laicht als normaler Freilaicher (Eierstreuer).

Wie groß muss das Becken für den Polls Fleckenwels sein?

Für eine Gruppe von 3–5 Tieren wird ein Becken ab 450 Litern empfohlen. Felsaufbauten mit Höhlen und gedämpftes Licht sind Pflicht – die Art stammt aus Tiefwasserzonen.

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