
Welse
Pracht-Fiederbartwels
Synodontis ocellifer
- Endgröße: bis 49 cm TL
- Aquarium: ab 1230 l
- Temperatur: 23-28 °C
- pH-Wert: pH 6,2-8
- Wasserhärte: weich bis sehr hart
- Schwierigkeit: Mittel
In der Gruppe halten, friedlich
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Zierfische, Familie Mochokidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Der Rüsselwels (Synodontis sorex Günther, 1864) ist ein großwüchsiger Fiederbartwels (Mochokidae) aus dem oberen Senegal-System sowie den Niger-, Volta-, Tschad- und Nil-Systemen. Belegt sind 36 cm Standardlänge; eine weitere Referenz nennt 40 cm Gesamtlänge bei 31 cm Standardlänge.

bis 40 cmEndgröße
10-20 JahreLebenserwartung
22-28 °CTemperatur
6,5-8pH-Wert
5-20 °dGHGesamthärte
ab 1080 lAquariengröße
Das auffälligste Merkmal ist das saugmaulartige Maul, das eher an einen südamerikanischen Ancistrus erinnert als an die typische Synodontis-Mundform. Kennzeichnend sind außerdem nur 6 bis 10 sehr lange Unterkieferzähne und eine stark entwickelte, tief gegabelte Schwanzflosse. Die Grundfärbung ist grau mit hellerer Bauchseite; die Außensäume der Schwanzflossenlappen sind schwarz. Untersuchungen aus dem Tschadbecken beschreiben die Art als ausgeprägten Molluskenfresser, bei Jungfischen wurden zusätzlich häufig aquatische Insektenlarven gefunden. Aquarium Glaser berichtete 2015 über sieben 6 bis 7 cm lange Beifänge aus Nigeria, die Nahrung von glatten Oberflächen aufnahmen und im Importtrupp auffällig gruppenorientiert waren. Diese Beobachtung belegt weder eine feste Mindestgruppe noch eine allgemeine Haltungsempfehlung.
Das Becken sollte mindestens 1.080 Liter bei 160 cm Kantenlänge fassen. Bei Gruppenhaltung (3-5 Tiere) entsprechend größer. Feiner Sand oder Feinkies als Bodengrund, reichlich Verstecke aus Wurzeln, Steinhöhlen und Tonröhren. Helles Dauerlicht vermeiden – Dämmerungsphasen fördern die natürliche Aktivität. Wasserwerte: 22-28 °C, pH 6,5-8,0, GH 5-20 dGH (optimal 8-15 dGH). Die weite GH-Spanne spiegelt die Variabilität der Herkunftsgewässer wider. Leistungsstarke Filterung und wöchentliche Wasserwechsel (25-30 %) sind wichtig, da dieser großwüchsige Allesfresser erheblich zum Nährstoffeintrag beiträgt. Der Rüsselwels ist eine seltene und langlebige Art mit einer Lebenserwartung von 10-20 Jahren. Die Haltung erfordert ein großes, gut strukturiertes Becken mit feinem Sand und zahlreichen Verstecken.
Für Synodontis sorex sind Gruppenbeobachtungen dokumentiert: Im Tschadbecken wurde die Art außerhalb der Hauptvorkommen sporadisch in größeren Gruppen gefunden, und ein Importtrupp aus sieben 6 bis 7 cm langen Jungfischen zeigte eine für Synodontis auffällige Gruppenorientierung. Aus diesen Beobachtungen lässt sich weder eine feste Mindestgruppe noch eine allgemeine Verträglichkeitsaussage ableiten. Gegenüber Artgenossen und ähnlich großen Beifischen verhält sich die Art nach den vorliegenden Berichten nicht ausgeprägt aggressiv; sehr kleine Fische gehören bei einem Wels dieser Endgröße nicht ins Becken.
Synodontis sorex ist ein Allesfresser mit einer Spezialisierung: Das Saugmaul erlaubt effektives Abweiden von Aufwuchs auf festen Oberflächen. Im Aquarium nimmt er sinkendes Trockenfutter (Granulat, Welstabletten), Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Muschelfleisch) sowie pflanzliche Kost (Gurke, Zucchini, Spinat) an. Die Fütterung abends nach dem Abdunkeln ist empfehlenswert.
Synodontis sorex ist eierlegend; dokumentiert ist eine Paarbildung zur Fortpflanzung. Im Tschadbecken fiel die Fortpflanzung vor allem mit dem Höhepunkt der Hochflut zusammen, geschlechtsreife Adulte wurden bereits ab Juni festgestellt. Ein fester Laichzeitraum, Angaben zur Eizahl und zur Larvenentwicklung sind für die Art nicht belegt. Eine Nachzucht im Aquarium ist nicht dokumentiert.
Synodontis sorex ist eine Süßwasserart aus dem oberen Senegal-System sowie dem Niger-System einschließlich Benue, dem Volta-, dem Tschad- und dem Nil-System. Nachweise reichen vom Senegalraum bis Äthiopien, darunter der Weiße Nil im Sudan und der Blaue Nil in Äthiopien. Im Tschadbecken wurde die Art besonders im Chari-Delta und im Lac de Léré häufig gefunden, außerhalb davon nur sporadisch. Artspezifische Naturwasserwerte lassen sich aus dieser weiten Verbreitung nicht ableiten.
Männchen von Synodontis sorex entwickeln während der Laichzeit eine deutlich ausgeprägte, länglich gezogene Genitalpapille, während der Genitalbereich bei Weibchen runder und weniger auffällig ist. Zudem erscheinen die Weibchen oft voluminöser, was ihren Eierbestand widerspiegelt.
Synodontis sorex verträgt 22-28 °C, pH 6,5-8,0 und GH 5-20 dGH (optimal 8-15 dGH). Die breite Toleranz spiegelt die unterschiedlichen Herkunftsgewässer in West- und Nordafrika wider.
Für Synodontis sorex sind Gruppenbeobachtungen aus dem Tschadbecken und an sieben importierten Jungfischen dokumentiert. Eine feste Mindestgruppe, pauschale Friedlichkeit oder eine konkrete Beifischliste lassen sich daraus nicht ableiten. Als Anhaltspunkt: robuste, mittelgroße bis große Arten passen zur Endgröße von rund 36 cm, sehr kleine Fische nicht.
Bisher gibt es keine dokumentierten Nachzuchten im Aquarium. Die Art laicht vermutlich während der Überschwemmungssaison in der Natur. Zuchtversuche im Heimaquarium gelten als nicht aussichtsreich.
Synodontis sorex erreicht mindestens 36 cm Standardlänge, eine weitere Referenz nennt 40 cm Gesamtlänge. Für ein einzelnes Tier sind mindestens 160 cm Kantenlänge und 1.080 Liter anzusetzen, bei Gruppenhaltung entsprechend mehr. Ein artspezifisch belegter Mindestwert mit Grundfläche liegt nicht vor.
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