Centromochlus orca
Beschreibung
Centromochlus orca gehört zur Ordnung der Welsartigen (Siluriformes) und zur Familie der Trugdornwelse (Auchenipteridae). Namensgebend ist die kontrastreiche schwarz-weiße Zeichnung, die an einen Schwertwal erinnert: Eine dunkle Oberseite hebt sich scharf von der hellen Unterseite ab. Die Art bleibt klein und erreicht etwa 5 bis 6 cm; FishBase gibt als Maximalwert 5,7 cm Standardlänge an. Sie stammt aus dem Amazonasbecken in Brasilien und bewohnt dort Übergangsbereiche zwischen strömenden Flussabschnitten und ruhigen Uferzonen. Tagsüber klemmt sich der Wels eng in Holzspalten und Höhlen und ist ausgesprochen lichtscheu. Nachts wird er aktiv und jagt freischwimmend im offenen Wasser und dicht unter der Wasseroberfläche. Ein Gründeln am Bodengrund gehört nicht zum Verhaltensrepertoire dieser Familie.
Besonderheiten
Centromochlus orca, im Handel als Ninja-Tatia geführt, trägt eine kontrastreiche schwarz-weiße Zeichnung nach Art eines Schwertwals. Die Art ist nachtaktiv, klemmt sich tagsüber in enge Holzspalten und jagt nach Einbruch der Dunkelheit im Freiwasser und an der Oberfläche.
Innere Befruchtung: Das Männchen besitzt eine zum Begattungsorgan umgebildete Afterflosse.
Kupferempfindlich: Schuppenlose Welse nehmen Kupfer besonders rasch über die Haut auf – kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.
Vergesellschaftungshinweise
Centromochlus orca ist ein nachtaktiver, geselliger Wels aus Südamerika, der in kleinen Gruppen lebt und im Aquarium in einer Gruppe von mindestens fünf bis sechs Exemplaren gehalten werden sollte. Tagsüber ist die Art scheu und versteckt sich in engen Spalten, nachts jagt sie freischwimmend im offenen Wasser und an der Oberfläche. Als Beifische eignen sich ruhige, nicht zu große Schwarmfische wie Salmler, kleine Bärblinge oder Zwergbuntbarsche sowie friedliche Bodenfische wie Panzerwelse. Ungeeignet sind sehr kleine Fische, Fischbrut und Zwerggarnelen: Der Wels hat im Verhältnis zur Körpergröße ein großes Maul und erbeutet nachts alles, was hineinpasst. Ebenfalls zu vermeiden sind aggressive oder sehr lebhafte Arten, die den scheuen Wels stressen oder ihm nachts das Futter wegnehmen.
Geschlechtsdimorphismus
Das sichere Unterscheidungsmerkmal ist die Afterflosse. Beim Männchen ist sie zu einem verdickten, rohrförmigen Begattungsorgan umgebildet, ähnlich dem Gonopodium lebendgebärender Zahnkarpfen. Weibchen besitzen eine normal aufgefächerte Afterflosse. Zusätzlich zeigen Weibchen vor allem zur Fortpflanzungszeit ein rundlicheres, stärker gewölbtes Bauchprofil, während Männchen insgesamt schlanker erscheinen.
Haltungstipps / Pflege
Die Ninja-Tatia benötigt 26-28 °C, einen pH-Wert von 6,0-7,5 und eine Gesamthärte von 2-15 °dGH. Weiches bis mäßig hartes, leicht saures bis neutrales Wasser ist ideal. Die Art reagiert empfindlich auf erhöhte Nitratwerte und schlechte Wasserqualität. Für eine Gruppe von mindestens fünf Tieren sind 100 cm Kantenlänge und 200 Liter erforderlich. Das Becken muss reich mit Wurzeln, Moorkienholz und engen Röhren oder Spalten ausgestattet sein. Ninja-Tatias klemmen sich aktiv in enge Hohlräume. Schattige Bereiche durch Schwimmfarne und Anubias werden genutzt. Feiner Sand als Bodengrund. Moderate Strömung ist naturnah. Regelmäßige Wasserwechsel von 20-30 % wöchentlich, Nitrat unter 30 mg/l halten.
Zucht und Fortpflanzung
Für die Zucht eignet sich ein Aquarium mit weichem, leicht saurem Wasser, konstanten Temperaturen zwischen 24 und 28 °C sowie reichlich engen Verstecken aus Holz und Röhren. Trugdornwelse besitzen eine Besonderheit unter den Welsen: Die Befruchtung erfolgt innerlich. Das Männchen überträgt die Spermien mit einer zum Begattungsorgan umgebildeten Afterflosse, das Weibchen speichert sie und legt die befruchteten Eier oft erst Tage später einzeln in enge Spalten ab. Eine Paarung ist damit nicht Voraussetzung für eine Eiablage. Der Nachwuchs wird getrennt aufgezogen und zunächst mit feinem Staubfutter, später mit lebendem Kleinfutter ernährt.
Ernährung/Futterbedarf
Die Ninja-Tatia ist ein Karnivor. Im Aquarium werden rote und weiße Mückenlarven (Frostfutter), Artemia, Daphnien und kleine Würmer bevorzugt. Sinkendes Granulat wird als Ergänzung akzeptiert. Die Fütterung muss nach Einbruch der Dunkelheit erfolgen, da tagsüber kaum Futterinteresse besteht. Die Futtermenge am Fressverhalten ausrichten und nicht gefressene Reste rechtzeitig entfernen.
Natürlicher Lebensraum
Centromochlus orca lebt im Amazonasbecken in Brasilien, im Übergangsbereich zwischen strömenden Flussabschnitten und ruhigen, stehenden Uferzonen. Das Wasser ist dort leicht sauer bis neutral, weich bis mittelhart und warm, etwa 24 bis 28 °C. Prägend sind überhängende Ufervegetation, eingetragenes Falllaub und vor allem Totholz: In dessen engen Spalten verbringen die Tiere den Tag. Der Grund ist sandig bis schlammig und von organischem Material bedeckt. Nachts verlassen die Welse ihre Verstecke und jagen im freien Wasser sowie dicht unter der Oberfläche.