Pao turgidus
Beschreibung
Pao turgidus ist ein großer Süßwasserkugelfisch mit einer Gesamtlänge von etwa 22–23 cm und gehört damit zu den imposanteren Vertretern der Gattung Pao. Der Körper ist massig und gedrungen mit einer olivgrünen bis bräunlichen Grundfarbe, übersät mit dunklen Flecken und Marmorierungen. Im Unterschied zu P. palembangensis fehlt P. turgidus ein Augenfleck (Ocellus) auf der Körperseite. Die Bauchseite ist heller, oft weißlich bis gelblich.
Im Aquarium zeigt Pao turgidus ein aktives, neugieriges Verhalten. Die Art erkundet ihr Revier systematisch und zeigt sich deutlich bewegungsfreudiger als der verwandte P. suvattii. Wie alle großen Kugelfische besitzt P. turgidus kräftige Zahnplatten, die regelmäßigen Abrieb durch hartschalige Futtertiere benötigen. Die Art ist territorial und aggressiv, Einzelhaltung ist die Regel.
Besonderheiten
- Kein Augenfleck (Ocellus) auf den Flanken, Unterscheidungsmerkmal zu P. palembangensis
- Kräftige Zahnplatten, regelmäßiger Abrieb durch Schnecken nötig
- Aktives, neugieriges Verhalten im Aquarium
- Ausgeprägte Territorialität, Einzelhaltung empfohlen
- Springrisiko vorhanden, lückenlose Abdeckung erforderlich
- SL 18,5 cm, Gesamtlänge ca. 22–23 cm
- Kugelfische enthalten Tetrodotoxin (TTX) in Haut und Organen – Handschuhe beim Hantieren tragen
Vergesellschaftungshinweise
Pao turgidus ist ein Einzelgänger mit ausgeprägter Territorialität. Artgenossen werden in der Regel nicht toleriert, Vergesellschaftungsversuche führen häufig zu schweren Verletzungen. Gegenüber anderen Fischen verhält sich die Art räuberisch und aggressiv: alle Tiere, die ins Maul passen, werden als Beute betrachtet.
Garnelen und Schnecken werden gefressen. Eine Vergesellschaftung ist nur mit sehr robusten, deutlich größeren Fischen aus der gleichen südostasiatischen Bioregion denkbar, wird aber generell nicht empfohlen. Einzelhaltung ist die sicherste Haltungsform.
Geschlechtsdimorphismus
Der Geschlechtsdimorphismus ist bei Pao turgidus äußerlich kaum erkennbar. Weibchen wirken bei Laichreife fülliger. Eine sichere Bestimmung ohne direkten Vergleich mehrerer Tiere ist nicht möglich.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 24–28 °C, pH 6,5–7,5, GH 5–15 dGH. Stabile Werte sind wichtig, starke Schwankungen sollten vermieden werden.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (240 Liter) für ein einzelnes adultes Tier. Die Art benötigt ausreichend Schwimm- und Bodenraum.
Einrichtung: Sand oder feiner Kies als Bodengrund. Wurzeln, Steine und Höhlen schaffen Revierstrukturen und Verstecke. Pflanzen können eingesetzt werden, werden aber gelegentlich beschädigt. Gedämpfte Beleuchtung ist vorteilhaft.
Strömung und Filterung: Moderate Strömung. Leistungsfähige Filterung ist aufgrund der fleischlastigen Ernährung und der Beckengröße essenziell.
Pao turgidus ist ein anspruchsvoller Pflegling für erfahrene Halter großer Raubfische. Die Art zeigt individuelles Verhalten und kann eine enge Bindung zum Pfleger entwickeln. Regelmäßige Schneckenfütterung zur Zahnpflege ist unerlässlich.
ACHTUNG: Kugelfische enthalten das Nervengift Tetrodotoxin (TTX). Beim Hantieren (Umsetzen, Netzfang) Handschuhe tragen. Bei Verletzungen durch den Schnabel sofort einen Arzt aufsuchen.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht von Pao turgidus im Aquarium ist nicht gesichert dokumentiert. Über das Fortpflanzungsverhalten in der Natur liegen nur wenige Informationen vor.
Ernährung/Futterbedarf
Pao turgidus ist ein strikter Fleischfresser. Schnecken sind ein zentraler Futterbestandteil und dienen gleichzeitig dem Zahnabrieb. Ergänzend eignen sich Muschelfleisch, ganze Garnelen, Stinte, Regenwürmer und Insektenlarven. Lebendfutter wird bevorzugt, Frostfutter nach Eingewöhnung akzeptiert. Trockenfutter wird abgelehnt.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pao turgidus stammt aus Südostasien und bewohnt Flusssysteme in Thailand, Indonesien und Malaysia. Die Art besiedelt langsam fließende bis stehende Gewässerabschnitte mit sandigem bis schlammigem Bodengrund und reichlich Ufervegetation.