Trachelyichthys sp. „Tapajós“
Beschreibung
Der Leopard-Trugdornwels (Trachelyichthys sp. „Tapajós“) erreicht eine Größe von etwa 8 cm SL und gehört zur Familie der Auchenipteridae (Trugdornwelse). Der schlanke Körper ist cremefarbig bis gelblich-braun mit großen, unregelmäßigen dunkelbraunen bis schwarzen Flecken – daher der Name „Leopard“. Die Handelsform stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Tapajós in Brasilien. Im Aquarium ist die Art überwiegend nachtaktiv, zeigt aber bei gedämpftem Licht auch tagsüber Aktivität – deutlich tagaktiver als viele andere Trugdornwelse. Eine Besonderheit der Auchenipteridae ist die innere Befruchtung: Das Männchen besitzt eine stark modifizierte Afterflosse, die funktional einem Gonopodium ähnelt.
Besonderheiten
- Typischer Schwarzwasserbewohner
- Meist als Wildfänge im Handel
- Innere Befruchtung – Männchen mit modifizierter Afterflosse (Gonopodium-ähnlich)
- Leoparden-Musterung namensgebend
- Tagaktiver als die meisten Auchenipteriden
- Scheu – gedämpftes Licht und Verstecke nötig
- Weibchen legen nach einmaliger Befruchtung über Wochen Eier ab
Vergesellschaftungshinweise
Trachelyichthys sp. „Tapajós“ ist vollständig friedlich gegenüber Artgenossen und profitiert von Gruppenhaltung ab 3 Tieren. Die Tiere sind eher scheu und suchen tagsüber Deckung. Geeignete Mitbewohner sind kleinere Salmler, Zwergbuntbarsche und andere friedliche Bodenfische. Sehr kleine Fische (Nachwuchs, Nanoarten) sollten gemieden werden. Garnelen-Nachwuchs kann gelegentlich erbeutet werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind an der stark modifizierten Afterflosse erkennbar, die zur inneren Befruchtung dient. Trächtige Weibchen wirken merklich rundlicher.
Haltungstipps / Pflege
Trachelyichthys sp. „Tapajós“ benötigt ein dicht bepflanztes Becken ab 80 Litern (mindestens 60 cm Kantenlänge) für eine Gruppe von 3 Tieren. Gedämpfte Beleuchtung durch Schwimmpflanzen und Verstecke aus Wurzeln und Röhren sind wichtig. Die Wassertemperatur liegt bei 26–28 °C, der pH-Wert bei 5,0–7,0 und die Gesamthärte bei 0–5 °dGH. Die Haltung ist mittelschwer. Die Art stellt keine extremen Anforderungen, braucht aber eine ruhige Umgebung mit gedämpftem Licht.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert. Wie alle Auchenipteriden vollzieht Trachelyichthys sp. „Tapajós“ eine innere Befruchtung. Weibchen können nach der Befruchtung über einen längeren Zeitraum Eier ablegen, ohne erneuten Kontakt zum Männchen.
Ernährung/Futterbedarf
Trachelyichthys sp. „Tapajós“ ist ein Allesfresser mit Vorliebe für tierisches Futter. Bevorzugt werden Lebendfutter und Frostfutter: Rote Mückenlarven, Enchyträen, Artemia und Regenwürmer. Nach der Eingewöhnung werden auch absinkende Granulat-Pellets akzeptiert.
Natürlicher Lebensraum
Die Handelsform stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Tapajós in Brasilien. Die lange damit gleichgesetzte T. exilis kommt nur im Nanay-System in Peru vor. Tiere aus dem Unterlauf von Tapajós, Xingu, Rio Negro und Tefé wurden 2026 als eigene Art Trachelyichthys displicatus beschrieben (Calegari et al. 2026). Die Art bewohnt ruhige, stark bepflanzte Schwarzwasser-Gewässer mit weichem Wasser. Die Gewässer sind leicht sauer bis neutral.