Trichopodus leerii

Deutscher Name: Mosaikfadenfisch

Herkunft:
Südostasien, Thailand
Farben:
blau, gold, grün
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Trichopodus leerii
Gattung: Trichopodus
Familie: Osphronemidae

Beschreibung

Trichopodus leerii, der Mosaikfadenfisch oder Perlgurami, ist ein mittelgroßer Labyrinthfisch aus der Familie Osphronemidae. Die Art wurde 2009 von Töpfer und Schliewen aus der Gattung Trichogaster in die Gattung Trichopodus überführt – in älterer Literatur findet sich daher noch die Bezeichnung Trichogaster leerii oder die Fehlschreibweise „leeri“. Der Fisch erreicht eine Gesamtlänge von etwa 12 cm und zeichnet sich durch ein außergewöhnliches Farbmuster aus: Der Körper ist mit feinen, perlmuttartigen Flecken bedeckt, die sich auf einem silbrig-braunen bis rötlichen Grundton ausbreiten und der Art sowohl den deutschen Namen „Mosaikfadenfisch“ als auch den englischen „Pearl Gourami“ eingebracht haben. Ein markanter dunkler Längsstreifen zieht sich vom Auge bis zur Schwanzwurzel. Männchen zur Balzzeit entwickeln eine intensiv orangerote Brust- und Kehlfärbung und deutlich verlängerte, fadenförmig ausgezogene Flossen. Die Art bewohnt in der Natur die Schwarzwasser-Sümpfe, Waldbäche und langsam fließenden Flussabschnitte der Malaiischen Halbinsel, Thailands sowie der indonesischen Inseln Sumatra und Borneo. Als Labyrinthfisch kann Trichopodus leerii atmosphärische Luft atmen, was ihm das Überleben in sauerstoffarmen, huminstoffreichen Gewässern ermöglicht. Von der IUCN wird die Art als „Near Threatened“ (NT, potenziell gefährdet) eingestuft – die Wildbestände sind durch Lebensraumzerstörung rückläufig, weshalb Nachzuchten bevorzugt werden sollten.
Sozialverhalten: Harem, Paarweise
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Auffälliges perlmuttartiges Schuppenmuster (namensgebend) auf hellbraunem bis silbrigem Grund; Männchen entwickeln zur Laichzeit eine intensiv orangerote Brust- und Kehlfärbung
  • Obligater Labyrinthfisch (Luftatmer): benötigt dicht schließende Abdeckung, die die Luftschicht über dem Wasser auf Beckentemperatur hält – kalte Raumluft schädigt das Labyrinth-Organ
  • Schaumnestbauer: Männchen baut schwimmendes Schaumnest und betreibt alleinige Brutpflege; Weibchen nach dem Ablaichen entfernen
  • Gruppenhaltung empfohlen: 1 Männchen mit 2-3 Weibchen (Harem), optimal 6-10 Tiere in größeren Becken
  • Strömung muss niedrig sein: starke Strömung erschöpft die Fische und zerstört das Schaumnest
  • Herkunft: Schwarzwasser-Sümpfe und langsame Waldbäche auf der Malaiischen Halbinsel, Sumatra, Borneo – bevorzugt leicht saures, weiches Wasser mit Huminstoffen
  • IUCN: „Near Threatened“ (NT) – Wildbestände rückläufig durch Lebensraumzerstörung, deshalb Nachzuchten bevorzugen
  • NICHT garnelensicher: Jung- und häutende Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet; adulte große Garnelen meist sicher in dicht bepflanzten Becken
  • Sprungrisiko hoch: ausgeprägter C-Start-Schreckreflex – schwere, dicht schließende Abdeckung ist Pflicht
  • Hochempfindlich gegenüber Kupfer-Medikamenten (Anabantoiden) – Standard-Kupferbehandlungen wirken tödlich
  • Verwechslungsgefahr mit anderen Trichopodus-Arten: T. microlepis (Moonlight Gourami), T. pectoralis (Schlangenhaut-Gurami), T. trichopterus (Blauer Fadenfisch)

Vergesellschaftungshinweise

Trichopodus leerii ist ein ausgesprochen friedlicher und scheuer Fisch – er gilt als einer der ruhigsten Vertreter der Labyrinthfische. Die Tiere halten sich bevorzugt in der oberen Wasserschicht auf und bewegen sich langsam und bedächtig durch das Becken. Zur Brutzeit werden Männchen territorial und verteidigen ihr Schaumnest gegen andere Männchen, bleiben aber deutlich weniger aggressiv als beispielsweise der Blaue Fadenfisch. Die empfohlene Sozialstruktur ist ein Paar oder ein Harem aus einem Männchen mit 2 bis 3 Weibchen. In größeren, gut strukturierten Aquarien ab 150 cm können auch kleine Gruppen von 6 bis 10 Tieren mit Weibchenüberschuss gehalten werden. Geeignete Beckenpartner sind ruhige, friedliche Schwarmfische ähnlicher Größe wie größere Salmler (Kongosalmler, Rotflossensalmler), Keilfleckbärblinge, Regenbogenfische oder ruhige Bodenbewohner wie Panzerwelse und Kuhlis. Ungeeignet sind aggressive oder hyperaktive Arten (Sumatrabarben, Serpasalmler, größere Buntbarsche) – der scheue Mosaikfadenfisch wird durch diese gestresst und verliert an Farbe. Sehr kleine Fische und Jungarnelen werden als Futter betrachtet, adulte große Garnelen und Schnecken sind in der Regel verträglich.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen von Trichopodus leerii entwickeln bei Geschlechtsreife deutlich verlängerte, fadenförmig ausgezogene Rücken- und Afterflossen. Besonders auffällig ist die intensive orangerote Färbung der Kehle, Brust und des Bauches während der Balz- und Brutzeit – ein Farbspiel, das sich deutlich von der silbrig-braunen Grundfärbung abhebt. Die perlmuttartigen Flecken wirken bei Männchen kontrastreicher. Weibchen sind etwas kleiner, deutlich gedrungener gebaut und zeigen keine oder nur schwache orangerote Brustfärbung. Ihre Flossen bleiben kürzer und enden stumpfer. Laichbereite Weibchen zeigen einen prall gefüllten Bauch.
Größe: ca. 12 cm TL (Weibchen und Männchen etwa gleich groß)

Haltungstipps / Pflege

Trichopodus leerii benötigt eine Wassertemperatur von 24 bis 28 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 8,0 und eine Gesamthärte zwischen 5 und 19 °dGH. Die Art ist zwar anpassungsfähig, zeigt aber ihre volle Farbenpracht nur in weichem, leicht saurem Wasser mit Huminstoff-Zusatz. Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter sind erforderlich, da die Art zwar ruhig ist, aber Platz zum Schwimmen und genügend Sichtbarrieren zur Revieraufteilung braucht. Einrichtung: dichte Randbepflanzung (Vallisneria, Echinodorus, Cryptocoryne, Javafarn), unbedingt Schwimmpflanzen zur Beschattung und als Schaumnest-Unterlage, dunkler Bodengrund, Wurzeln, Laubstreu (Seemandelbaumblätter) für Huminstoffeintrag. Die Strömung sollte schwach sein, der scheue Mosaikfadenfisch meidet starke Strömung und offene Bereiche. Als Labyrinthfisch benötigt Trichopodus leerii freien Zugang zur Wasseroberfläche. Die Luftschicht zwischen Wasser und Abdeckung muss warm und feucht sein – kalte Raumluft kann zu schweren Atemwegsentzündungen des Labyrinthorgans führen, besonders bei Jungfischen. Das Sprungrisiko ist hoch (C-Start-Schreckreflex), eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht. Kupferhaltige Medikamente (Cupramine, Copper Power) sind bei allen Labyrinthfischen hochtoxisch und müssen strikt vermieden werden. Bei Parasiten stattdessen vorsichtig dosiertes Malachitgrün-Formalin oder eine langsame Temperaturerhöhung nutzen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Trichopodus leerii ist ein Schaumnestbauer und Freilaicher. Zur Zuchteinleitung sollten die Wasserwerte auf weich-sauer abgesenkt werden: Temperatur 27 bis 29 °C, pH 6,0 bis 6,8, weiches Wasser (GH unter 8 °dGH). Ein flacherer Wasserstand von 15 bis 20 cm und eine ruhige Oberfläche ohne Strömung sind wichtig. Das Männchen baut an der Wasseroberfläche – häufig unter einem breiten Blatt einer Schwimmpflanze – ein großes, kompaktes Schaumnest aus luftgefüllten Speichelblasen. Während der Balz zeigt es seine intensivste Färbung mit leuchtend oranger Kehle und Brust und umwirbt das Weibchen mit ausgedehnten Flossendarstellungen. Die eigentliche Paarung erfolgt in der klassischen Labyrinthfisch-Umarmung: Das Männchen umschlingt das Weibchen U-förmig, beide geben Eier und Milch gleichzeitig frei. Die Eier treiben leicht nach oben ins Schaumnest. Das Weibchen muss nach dem Ablaichen umgehend aus dem Zuchtbecken entfernt werden, da das brütende Männchen sehr aggressiv auf Eindringlinge reagiert und das Weibchen schwer verletzen kann. Das Männchen pflegt das Nest allein bis zum Freischwimmen der Larven nach etwa 48 bis 72 Stunden. Die Jungtiere benötigen als Erstfutter Infusorien und Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.

Ernährung/Futterbedarf

Trichopodus leerii ist ein opportunistischer Omnivor mit deutlicher Tendenz zur Mikropredation. In der Natur nimmt die Art hauptsächlich Zooplankton, Insektenlarven (besonders Mückenlarven) und kleine Wirbellose auf, ergänzt durch weiche Pflanzenteile. Im Aquarium akzeptiert sie bereitwillig hochwertiges Trockenfutter (Flocken, Granulat) als Basis, gedeiht aber deutlich besser mit regelmäßigen Gaben von Lebend- und Frostfutter: Daphnien, Artemia, Cyclops, weiße und rote Mückenlarven. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken oder blanchiertes Gemüse werden ergänzend gern angenommen. Eine abwechslungsreiche, proteinreiche Ernährung ist besonders wichtig für die volle Farbentfaltung der Männchen und die Zuchtbereitschaft. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
4 bis 8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Trichopodus leerii kommt natürlicherweise in Südostasien vor und bewohnt die Malaiische Halbinsel (Malaysia, südliches Thailand), Sumatra und Borneo. Besonders charakteristisch ist sein Vorkommen in Schwarzwasser-Sümpfen, torfmoorigen Waldbächen und den überschwemmten Waldrändern, die während der Regenzeit entstehen. Die natürlichen Habitate sind weich, sauer und stark mit Huminstoffen angereichert. Die Wasserwerte liegen typischerweise bei 24 bis 28 °C, einem pH-Wert von 5,5 bis 7,0 und sehr geringer Wasserhärte (GH unter 10 °dGH). Das Wasser ist oft tief tannin-braun gefärbt, langsam fließend und von dichter Ufervegetation, abgesunkenem Laub und submersen Wurzeln gesäumt. Der Sauerstoffgehalt ist aufgrund der organischen Belastung oft niedrig – die Evolution des Labyrinthorgans ist eine direkte Anpassung an diese Bedingungen. Die IUCN stuft Trichopodus leerii als „Near Threatened“ (NT) ein. Die Wildpopulationen sind durch Abholzung der Sumpfwälder, Trockenlegung für Palmöl-Plantagen und Verschmutzung rückläufig. Für die Aquaristik werden daher ausschließlich Nachzuchten empfohlen.

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Harnischwelse
Guilin-Prachtschmerle
Karpfenfische
Labeo barbatus
Karpfenfische
Taiwan-Bänderbärbling
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Newsletter

Was beschäftigt die Aquaristik-Community? Der my-fish-Newsletter informiert dich über spannende Inhalte aus der Unterwasserwelt.

my-fish Podcast

Wir haben bei Zierfischgroßhändlern, Aquascapern, Züchtern und Liebhabern nachgefragt:

my-fish TV

Wir haben Ende 2018 dieses neue Format gestartet und werden in Zukunft auf diesem Kanal alles abdecken…

Auf my-fish.org Anmelden
Sicherheitsabfrage: Bitte geben Sie die korrekte Nummer für die Anmeldung ein.
Beweisen Sie, das Sie ein Mensch sind: 10   +   10   =  
my-fish logo 2021
0
Lass uns doch ein Kommentar da!x