Trichopodus pectoralis

Deutscher Name: Schlangenhautfadenfisch

Bild: EFS, Partner des Zoofachhandels
Herkunft:
Südostasien, Vietnam
Farben:
blau, gold, grün
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Trichopodus pectoralis
Gattung: Trichopodus
Familie: Osphronemidae

Beschreibung

Trichopodus pectoralis, auch Schlangenhautfadenfisch genannt, gehört zur Ordnung der Anabantiformes (Labyrinthfische, Familie Osphronemidae) und wird oft als Zierfisch in großen Aquarien gehalten. Die Art wurde 2009 von Töpfer und Schliewen aus der Gattung Trichogaster in die neu aufgestellte Gattung Trichopodus überführt – in älterer Literatur findet sich daher noch die Bezeichnung Trichogaster pectoralis. Der Fisch besitzt einen schlanken, langgestreckten Körper und gehört mit einer Endgröße von 20 bis 25 cm zu den größten Vertretern seiner Familie. Die Flossen sind zart und leicht durchscheinend, das Schuppenkleid in gedeckten Gelb- und Brauntönen gehalten; typisch ist ein schlangenartiges, netzförmiges Zeichnungsmuster auf den Flanken, dem die Art ihren deutschen Trivialnamen verdankt. In freier Natur bewohnt er flache, dicht bewachsene Gewässer des Mekong- und Chao-Phraya-Beckens in Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam. Er besitzt ein Labyrinthorgan und kann dadurch atmosphärische Luft atmen, was sein Überleben in sauerstoffarmen Sümpfen und Reisfeldern ermöglicht. Im Aquarium zeigt er ein ruhiges, überwiegend friedliches Wesen – im Gegensatz zu vielen anderen Fadenfischen gilt er als ausgesprochen verträglich mit Artgenossen.
Sozialverhalten: Gruppe
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Größter Vertreter der Gattung Trichopodus: erreicht ca. 20-25 cm Gesamtlänge – viele deutlich unterschätzte Handelsbeschreibungen führen zu tiergerechtwidrigen Zu-klein-Becken
  • Obligater Labyrinthfisch (Luftatmer): benötigt dicht schließende Abdeckung mit warmer Luftschicht über dem Wasser (kalte Raumluft kann tödlich sein)
  • Schaumnestbauer: Männchen baut schwimmendes Schaumnest, betreibt Brutpflege, Eltern-Paar kümmert sich teilweise gemeinsam um Larven
  • Sehr friedlich gegenüber Artgenossen (niedrige intra-spezifische Aggression verglichen mit anderen Anabantoiden) – kann solitär, paarweise oder in kleinen Gruppen gehalten werden
  • Ernährt sich hauptsächlich von Wasserpflanzen, Algen und Zooplankton – viel Pflanzenanteil in der Fütterung notwendig (Spirulina, blanchiertes Gemüse)
  • Aus dem Mekong- und Chao-Phraya-Becken (Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam); wichtiger kommerzieller Speisefisch in SE-Asien
  • NICHT garnelensicher: Bei der Adultgröße werden auch größere Garnelen als Beute betrachtet
  • Sprungrisiko hoch: dicht schließende Abdeckung ist Pflicht
  • Hochempfindlich gegenüber Kupfer-Medikamenten (alle Anabantoiden) – Standard-Kupferbehandlungen wirken tödlich
  • Invasionspotenzial: in mehreren Ländern als invasive Art etabliert – niemals in der Natur aussetzen!
  • Taxonomie: Wurde 2009 von Trichogaster zu Trichopodus reklassifiziert (Töpfer & Schliewen)

Vergesellschaftungshinweise

Trichopodus pectoralis zeigt im Gegensatz zu vielen anderen Anabantoiden eine ausgesprochen niedrige innerartliche Aggression und gilt als der friedlichste Vertreter seiner Gattung. Im natürlichen Habitat lebt er überwiegend paarorientiert bis in lockeren Gruppen zusammen. Zur Brutzeit werden Männchen territorial und verteidigen ihr Schaumnest gegen Eindringlinge. Für die Aquarienhaltung empfiehlt sich die Vergesellschaftung als Paar, als Harem (1 Männchen mit 2–3 Weibchen) oder – in entsprechend großen Becken ab 150 cm Kantenlänge – als kleine Gruppe von vier bis sechs Tieren. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis mit mehr Weibchen als Männchen hilft, die Aktivität der Männchen während der Balzzeit zu verteilen. Geeignete Beckenpartner sind ruhige, mittelgroße bis große südostasiatische Arten wie größere Barben, Labeo- oder Schmerlen-Arten sowie friedliche Bodenbewohner. Ungeeignet sind sehr kleine Beutefische, die als Nahrung angesehen werden können, sowie aggressive oder hyperaktive Arten, die den Schlangenhautfadenfisch stressen. Langflossige Arten wie Guppys oder Kampffische sollten vermieden werden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen von Trichopodus pectoralis besitzen im Vergleich zu den Weibchen deutlich verlängerte Rücken- und Afterflossen mit ausgeprägten, fadenartigen Ausläufern und zeigen während der Balz eine intensivere, oft kontrastreichere Färbung. Die Weibchen haben einen runderen, fülligeren Körperbau, dezentere Farbtöne und deutlich kürzere Flossen ohne Filament-Verlängerungen.
Größe: ca. 20-25 cm TL (größter Trichopodus)

Haltungstipps / Pflege

Trichopodus pectoralis benötigt eine Wassertemperatur von 23–28 °C, einen pH-Wert von 6,0–8,3 und eine Gesamthärte zwischen 2 und 30 °dGH. Die Art ist hinsichtlich der Wasserwerte sehr anpassungsfähig, solange die Werte stabil bleiben. Das Becken sollte mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter fassen; bei einer Endgröße von 20–25 cm und dem ausgeprägten Schwimmverhalten ist jedoch ein 150-cm-Becken mit 300 Litern oder mehr für eine dauerhaft artgerechte Haltung deutlich besser geeignet. Wichtig sind dichte Randbepflanzung (zum Beispiel Vallisneria, Echinodorus, Cryptocoryne), Schwimmpflanzen zur Beschattung der Wasseroberfläche, gedämpfte Strömung und ausreichend freier Schwimmraum in der Beckenmitte. Als Labyrinthfisch benötigt Trichopodus pectoralis freien Zugang zur Wasseroberfläche und eine dicht schließende Abdeckung. Die Luft oberhalb des Wasserspiegels darf nicht deutlich kühler als das Beckenwasser sein – kalte Raumluft kann beim Luftholen zu schweren Atemwegsentzündungen führen und ist besonders für Jungfische gefährlich.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-8,3
Temperatur:
23-28 °C
Beckengröße:
ab 120cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Trichopodus pectoralis ist ein Schaumnestbauer und damit typischer Labyrinthfisch-Freilaicher. Zur Auslösung der Fortpflanzung benötigt die Art weiches, leicht saures bis neutrales Wasser (pH 6,0–7,5), Temperaturen von 26 bis 28 °C und ein ruhiges, dicht bepflanztes Becken mit freier Wasseroberfläche. Das Männchen baut an der Wasseroberfläche – häufig unter Schwimmpflanzen – ein großes Schaumnest aus luftgefüllten, mit Speichelsekret umhüllten Blasen. Bei der Paarung umschlingt es das Weibchen in der klassischen Labyrinthfisch-Umarmung, bei der Eier und Milch gleichzeitig freigesetzt werden. Die befruchteten Eier werden vom Männchen mit dem Maul eingesammelt und in das Schaumnest gespuckt, wo sie bis zum Freischwimmen der Larven allein vom Männchen bewacht werden. Nach dem Freischwimmen der Jungtiere ist eine aufwendige Aufzucht erforderlich: Die winzigen Larven benötigen zunächst feinstes Futter wie Infusorien und Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Das Weibchen sollte nach dem Ablaichen aus dem Zuchtbecken entfernt werden, da das Männchen es bei der Brutpflege angreifen kann.

Ernährung/Futterbedarf

Trichopodus pectoralis ist ein Allesfresser mit starker Tendenz zu pflanzlicher Nahrung. In der Natur werden Pflanzenteile, Algen, Phytoplankton sowie Insektenlarven und kleine Wirbellose aufgenommen. Im Aquarium akzeptiert er Flocken, Granulat und pflanzliche Ergänzungen (Spirulina, blanchierte Gurke oder Zucchini) sowie Frost- und Lebendfutter (Mückenlarven, Daphnien, Artemia). Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
4 bis 8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Trichopodus pectoralis ist im Mekong- und Chao-Phraya-Becken in Südostasien beheimatet (Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam). Die Art bewohnt langsam fließende oder stehende, flache Gewässer mit dichter Vegetation: überflutete Reisfelder, Sümpfe, Altarme, Bewässerungskanäle und mit Wasserpflanzen überwucherte Teiche. Das Wasser ist typischerweise warm (23–28 °C), weich bis mittelhart, mit einem pH-Wert von 6,0 bis 8,3 und oft sauerstoffarm – eine Umgebung, die die Evolution des Labyrinthorgans begünstigt hat. Während der Regenzeit wandert die Art in überflutete Flussauen, um dort zu laichen, und zieht sich mit sinkenden Wasserständen wieder in permanente Gewässer zurück. In Thailand und Vietnam wird die Art als wichtiger Speisefisch auch in Aquakultur gehalten.

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