Tropheus moorii
Beschreibung
Der Blaukopf-Brabantbarsch (Tropheus moorii) ist ein mittelgroßer Buntbarsch aus dem Tanganjikasee, der 14–15 cm erreicht und für seine extreme Farbvariabilität bekannt ist. Über 50 Lokalvarianten sind beschrieben, die sich erheblich in Grundfärbung und Zeichnung unterscheiden. Typische Varianten zeigen eine dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung kombiniert mit leuchtend gelben, orangefarbenen, roten oder bläulichen Bändern, Flecken oder farbigen Kopfpartien.
Jungtiere von Tropheus moorii können leicht mit T. duboisi-Jungtieren verwechselt werden, da beide dichte helle Punktmuster zeigen. T. moorii-Jungtiere haben einen gelben Rücken und weniger dichte, größere Punkte, T. duboisi-Jungtiere zeigen kleinere, dichter gestellte weißblaue Punkte.
Alle Tropheus-Arten sind extrem anfällig für Bloat (Tanganjika-Aufblähkrankheit). Eiweißreiche Fütterung kann innerhalb von Tagen zum Tod führen. Strikt pflanzliche Ernährung ist Pflicht.
Besonderheiten
- Extrem Bloat-gefährdet, ausschließlich pflanzliche Ernährung, kein Tubifex, keine roten Mückenlarven
- Über 50 Farbvarianten aus verschiedenen Seegebieten, Mischung verschiedener Varianten führt zu Hybridisierung
- Verwechslungsgefahr mit T. duboisi bei Jungtieren
- Endemit des Tanganjikasees, hartes alkalisches Wasser ist Pflicht
- Maulbrüter, Weibchen trägt Eier 3–4 Wochen im Maul
- Polygames System, Männchen begatten mehrere Weibchen
Vergesellschaftungshinweise
Tropheus moorii ist innerartlich extrem territorial und aggressiv. Das dominante Männchen verfolgt und drangsaliert schwächere Tiere konsequent. Ohne ausreichend große Gruppe und Verstecke sterben schwache Tiere durch Dauerstress. Gruppen ab 15–20 Tieren sind Pflicht, um die Aggressionen zu verteilen. Kleinere Gruppen führen regelmäßig zu Totalverlusten.
Gegenüber anderen Arten ist die Art relativ friedlich, aber sehr aktiv, sodass scheue oder langsame Begleitfische Stress erleiden. Geeignete Partner sind Julidochromis, Eretmodus, Tanganicodus und bodenbewohnende Synodontis-Arten. Weichwasser-Arten sind inkompatibel. Die Mischvergesellschaftung verschiedener T. moorii-Varianten sollte vermieden werden, um Hybridisierung zu verhindern.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Subtile Unterschiede in Wachstumsrate und Körperform bestehen. Die einzig zuverlässige Methode ist die Untersuchung der Genitalpapille: beim Männchen spitz zulaufend, beim Weibchen abgerundet. Nur für erfahrene Halter empfohlen.
Haltungstipps / Pflege
Der Blaukopf-Brabantbarsch gilt als schwierig bis sehr schwierig und ist für Einsteiger nicht geeignet. Die Wassertemperatur sollte 23–27 °C betragen, der pH-Wert 8,0–9,0 und die Gesamthärte 12–20 dGH. Für eine artgerechte Gruppe sind mindestens 400–500 Liter nötig.
Die Einrichtung besteht aus einer Felsenlandschaft mit zahlreichen Verstecken und Sichtblenden. Sand- oder Kiesboden. Mindestens 15–20 Tiere halten, um die Aggressionen des dominanten Männchens zu verteilen. Regelmäßige Wasserwechsel von 20–30 % wöchentlich und starke Filterung sind Pflicht.
Die Ernährung muss ausschließlich pflanzlich sein: Spirulina-Flocken, Algenblätter und pflanzliches Granulat. Kein tierisches Protein, da dies Bloat auslösen kann.
Die Lebenserwartung liegt bei 7–10 Jahren.
Zucht und Fortpflanzung
Tropheus moorii ist ein Maulbrüter mit maternaler Brutpflege und polygynem Paarungssystem. Das Weibchen trägt die Eier etwa 3–4 Wochen im Maul. Pro Laich werden 5–15 Eier gelegt. Brütende Weibchen fressen nicht und magern ab, ausreichend Kondition vor dem Ablaichen ist daher wichtig.
Das brütende Weibchen sollte isoliert werden, da es von Artgenossen verfolgt werden kann und die Eier bei Stress zu früh ausspuckt. Der Zucht-Schwierigkeitsgrad ist mittel.
Ernährung/Futterbedarf
Der Blaukopf-Brabantbarsch ist ein strikter Herbivor und Aufwuchsfresser. Hauptfutter: Spirulina-Flocken, Algenblätter (Nori), pflanzliche Pellets und Granulate sowie Tanganjika-Spezialfutter. Kein tierisches Protein, kein Tubifex, keine roten Mückenlarven, kein Rinderherz. Gelegentlich Cyclops oder Artemia-Nauplien in sehr kleinen Mengen sind begrenzt vertretbar, das primäre Futter muss aber pflanzlich sein.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Tropheus moorii ist ein Endemit des Tanganjikasees in Ostafrika. Die Art bewohnt flache Gewässerbereiche rund um felsige Küstenabschnitte. Das Wasser ist sehr hart, hochalkalin, klar und sauerstoffreich. Wilde Wasserwerte liegen bei 24–26 °C und pH 8,0–9,0.
Bitte hier die Nahrungsansprüche denen des Tropheus Maswa angleichen, Aufwuchsfresser sollte mit Spirulina ernährt werden!
Hi Maggi, im Text steht nix falsches. Es gibt auch pflanzliches Frost- und Trockenfutter. Ergänzen aber gerne deinen Hinweis.
Moin Matthias, auch ist der pH Wert zu niedrig angegeben, sorry, dass ich so nerve, aber ich habe selber seit vielen Jahren Tropheus…
Übrigens eine tolle Sache die Ihr hier gemacht habt, genau wie das Schleswig-Holstein-Aquaristikforum…
Liebe Grüße Maggi
Hi Maggi,
danke für den Hinweis. Wenn du uns über das Formular neue Daten zukommen lässt oder hier in den Kommentaren, arbeiten wir es gerne ein!
Danke für deine Hilfe.