Tyttocharax tambopatensis

Deutscher Name: Tyttocharax tambopatensis

tyttocharax tambopatensis
T. tambopatensis male Foto: Aquarium Glaser GmbH
Herkunft:
Peru
Farben:
silber, transparent
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Tyttocharax tambopatensis
Gattung: Tyttocharax
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Tyttocharax tambopatensis ist mit nur 1,6 cm Standardlänge einer der kleinsten Süßwasserfische der Welt. Die Art gehört zur Familie Stevardiidae (inseminierende Salmler) und stammt aus dem Manu- und Tambopata-Flussbecken im östlichen Peru. Der schlanke, stark transparente Körper zeigt einen silbrigen Schimmer mit unauffälliger Zeichnung. Die Gattung Tyttocharax gehört zur Unterfamilie Xenurobryconinae und zeichnet sich durch interne Insemination aus, ein bei südamerikanischen Salmlern seltenes Merkmal. Männchen übertragen Sperma direkt in das Weibchen, das die befruchteten Eier später frei im Wasser ablegt. Im Handel ist die Art nur sehr selten erhältlich.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Einer der kleinsten Süßwasserfische der Welt (1,6 cm SL)
  • Schwarzwasser-Spezialist aus peruanischen Palmwald-Galerien
  • Stevardiidae mit interner Insemination (seltenes Merkmal bei Salmlern)
  • Männchen mit mikroskopischen knöchernen Häkchen an Bauch- und Afterflossenstrahlen
  • Hält sich bevorzugt in Oberflächennähe auf
  • Im Handel nur sehr selten erhältlich

Vergesellschaftungshinweise

Tyttocharax tambopatensis ist ein ausgeprägter Schwarmfisch, der in der Natur in Schulen von 20 bis 80 Individuen vorkommt. Im Aquarium sind mindestens 10 Tiere nötig, um artgerechtes Verhalten zu zeigen. Das Verhalten ist friedlich und zurückhaltend, die Tiere sind sehr scheu gegenüber größeren Arten. Wegen der extrem geringen Körpergröße beschränkt sich die Vergesellschaftung auf sehr kleine, friedliche Arten: Nannostomus-Arten, kleine Corydoras wie C. habrosus, andere Zwergtetra-Arten. Selbst vermeintlich friedliche Arten wie Schmetterlingsbarsche könnten T. tambopatensis jagen oder verschlucken. Adulte Zwerggarnelen sind als Mitbewohner geeignet, Junggarnelen können gefressen werden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen tragen mikroskopisch kleine knöcherne Häkchen an den Bauch- und Afterflossenstrahlen, typisch für inseminierende Stevardiidae. Ausgewachsene Weibchen können vor der Eiablage etwas bauchiger wirken. Sonstige äußerliche Geschlechtsunterschiede in Farbe oder Körperform sind nicht dokumentiert.
Größe: ca. 1,6 cm SL (bis 2 cm TL)

Haltungstipps / Pflege

Tyttocharax tambopatensis benötigt weiches, saures Schwarzwasser mit Temperaturen von 23 bis 26 °C, einem pH-Wert von 5,0 bis 6,5 und einer Gesamthärte von 1 bis 5 °dGH. Hartes oder alkalisches Wasser ist unverträglich. Osmoseaufbereitetes Wasser mit Torf- oder Laubaufbereitung ist empfehlenswert. Für eine Gruppe von 15 bis 20 Tieren ist ein 60-Liter-Becken realistisch. Die Einrichtung sollte den Lebensraum nachahmen: feiner Sandboden, Laubstreuschicht (Seemandelbaumblätter, Eichenlaub), Javafarn, Moose und Schwimmpflanzen. Schwache Strömung und gedämpfte Beleuchtung. Die Tiere halten sich bevorzugt in Oberflächennähe auf. Regelmäßige kleine Wasserwechsel (10 bis 15 % wöchentlich) mit gleichwertigen Wasserwerten sind der Schlüssel zur langfristigen Gesundheit.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
5,0-6,5
Temperatur:
23-26 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 60 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Tyttocharax tambopatensis ist ein Freilaicher mit interner Insemination. Männchen übertragen Sperma direkt in das Weibchen, das die befruchteten Eier später frei im Wasser ablegt. Brutpflege findet nicht statt. Gezielte Zuchtberichte für diese Art sind sehr selten. Als Zuchtbedingungen gelten: sehr weiches, saures Wasser (pH 5,5 bis 6,0), dichte Vegetation oder feine Pflanzenmatten als Laichmedium. Adulte Tiere nach dem Ablaichen entfernen. Eier und Jungfische sind extrem winzig und kaum zu beobachten. Erstfutter: Infusorien oder Paramecien.

Ernährung/Futterbedarf

Tyttocharax tambopatensis ist Allesfresser mit Tendenz zu kleinen tierischen Partikeln. Im Aquarium werden feine Staubflockenkost, Mikropellets sowie kleinste Lebend- und Frostfutter angenommen: Artemia-Nauplien, Copepoden, Mikrowürmer und Infusorien. Das Futter muss auf die extrem geringe Maulöffnung abgestimmt sein, Partikelgröße maximal 0,3 bis 0,5 mm. Zu grobe Futterpartikel werden ignoriert. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 2-3 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Tyttocharax tambopatensis kommt in den Manu- und Tambopata-Flussbecken im östlichen Peru vor. Typisches Habitat sind schmale Schwarzwasserbäche (2 bis 4 m Breite, 20 bis 60 cm Tiefe) in Galerien des Palmenwaldes mit Mauritia flexuosa. Das Wasser ist sehr weich, stark sauer, dunkel tanningefärbt und nährstoffarm. Sandig-kiesiges Substrat mit Walddebris, langsame bis keine Strömung. Die Tiere schwimmen nahe der Wasseroberfläche und der Ufervegetation.

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