Yaoshania pachychilus

Deutscher Name: Panda-Schmerle

Herkunft:
China
Farben:
orange, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Mittelschwer (Erfahrene Aquarianer)
Art: Yaoshania pachychilus
Gattung: Yaoshania
Familie: Balitoridae

Beschreibung

Yaoshania pachychilus ist eine auffällig gemusterte Kleinstschmerle aus den Bergbächen der Guangxi Zhuang Autonomous Region in Südchina (Perlfluss-System: Liu, Gui und Xi Jiang). Die Nominativfärbung ist kontrastreich schwarz-weiß: ein weißer Grundkörper mit mehreren breiten schwarzen Querbändern und einem schwarzen Sattelfleck hinter der Rückenflosse verleihen Jungtieren das namensgebende Pandamuster. Im Alter verblasst dieses Muster merklich und wird zunehmend einheitlicher braun-beige; ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur verwandten Sewellia-Gruppe. Die Körperbauweise ist der rheophilen Lebensweise angepasst: Brust- und Bauchflossen sind stark verbreitert und horizontal ausgerichtet, der Bauch abgeflacht. Yaoshania-Schmerlen sind kaum aktive Schwimmer, sondern kriechen und hüpfen auf Substrat- und Glasoberflächen, an denen sie Aufwuchsalgen und Biofilm abweiden. Die Maximallänge beträgt etwa 5 cm TL; Weibchen bleiben oft etwas kleiner und gedrungener als Männchen.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Rheophile Hillstream-Schmerle; benötigt starke Strömung und hohe Sauerstoffsättigung.
  • Hauptnahrung Biofilm und Aufwuchsalgen; kein klassischer Futterkonkurrent für freischwimmende Fische.
  • Jugendfärbung (Pandamuster) verblasst mit zunehmendem Alter — kein Krankheitszeichen.
  • Kühl temperierte Gebirgsbach-Art; verträgt keine dauerhaft tropischen Temperaturen über 24 °C.
  • Sprungrisiko gering; Abdeckung jedoch empfehlenswert.

Vergesellschaftungshinweise

Friedliche, gesellige Art; Einzelhaltung führt zu Stress. Mindestgruppe fünf Tiere; mit mehr Artgenossen nehmen innerartliche Auseinandersetzungen um Fressstellen deutlich ab. Gegenüber anderen Bodenbewohnern in der Regel unproblematisch. Flossensauger und territorial agierende Arten sind als Mitbewohner ungeeignet. Herkunft: Südchina (Guangxi), Perlfluss-System. Geeignete Mitbewohner sind andere südostasiatische Kleinfische ruhiger bis mittlerer Aktivität, die ähnliche Temperatur- und Strömungsansprüche tolerieren: kleine Danio- und Devario-Arten, Microdevario-Arten, ruhige Rasboras sowie andere rheophile Schmerlen (Gastromyzon, Pseudogastromyzon, Sewellia). Keine tropischen Wärmwasserarten (Buntbarsche, klassische Diskusfische) als Mitbewohner. Zwerggarnelen gelten als riskant für Jungfische; adulte Neocaridina sind meist sicher.

Geschlechtsdimorphismus

Weibchen sind in der Regel etwas größer und kräftiger gebaut, mit deutlich rundem Bauch (besonders in Laichbereitschaft). Männchen wirken schlanker. Farbunterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht bekannt; das Pandamuster ist bei Jungtieren beider Geschlechter gleichermaßen ausgeprägt.
Größe: ca. 5 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 20–24 °C (optimal 21–23 °C); pH 6,5–7,5; GH 2–10 °dGH. Kühle, sauerstoffreiche Bedingungen sind obligat. Temperaturen dauerhaft über 24 °C führen zu Stress und erhöhter Krankheitsanfälligkeit; diese Art ist ausdrücklich keine tropische Schmerle. Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 110–120 L); empfohlen werden 100 cm und mehr, damit ausreichend Strömungskorridore und Aufwuchsflächen angelegt werden können. Der BMEL-Richtwert von 112 L ist als absolute Untergrenze zu verstehen. Einrichtung: Geröll, Kiesel und glatte Steine bilden das Kernsubstrat. Flache, horizontal liegende Steine mit Aufwuchsalgen und Biofilm sind wichtige Nahrungsquellen. Starke Strömung (Powerhead oder Hillstream-Filter; 15–20-facher Wasserdurchsatz pro Stunde) und maximale Sauerstoffsättigung sind essentiell. Niedrige bis keine direkte Bepflanzung der Strömungszone; Moose (Taxiphyllum) auf Steinen sind willkommen als Biofilmträger. Fütterung: Primär Aufwuchsalgen und Biofilm (ein gereiftes Becken ist Voraussetzung). Ergänzung durch pflanzliches Sinkfutter (Spirulina-Tabs, Gemüsescheiben wie Zucchini), fein gemahlenes Granulat und gelegentlich kleine Lebend-/Frostfuttergaben (Cyclops, Artemia).
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
6,5-7,5
Temperatur:
20–24 °C
Beckengröße:
ab mind. 112 L (empfohlen 120+ L)

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Eiablage auf oder unter Steinen). Die Zucht gilt als sehr schwer und ist im Aquarium kaum reproduzierbar. Wenige anekdotische Berichte beschreiben zufällig entdeckte Jungfische in Hauptbecken oder Filtereinheit. Kommerzielle Nachzucht ist nicht dokumentiert; die meisten Importtiere sind Wildfänge. Für Zuchtversuche werden empfohlen: Temperatur 18–22 °C (ggf. kurzzeitiger Abfall auf ~15 °C zur Laichauslösung), separates Zuchtwannen-Setup mit extremer Strömung, flachem Wasserstand, kiesigem Substrat und viel Biofilm auf Steinen. Jungfische benötigen Infusorien und feinste pflanzliche Nahrung. Schwierigkeitsgrad: sehr schwer.

Ernährung/Futterbedarf

Ernährungstyp: Allesfresser mit Schwerpunkt auf pflanzlichem Material/Biofilm (mikrophagor Weidegänger). Im Aquarium: Aufwuchsalgen, Spirulina-Tabs, Gemüse (Zucchini, Salat, Gurke), fein gemahlenes Trockenfutter, Cyclops, Artemia (als Ergänzung). Ein gut gereiftes Becken mit ausgeprägtem Biofilmbewuchs ist für die Dauerernährung dieser Art wichtiger als regelmäßige Fütterungen.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung

Natürlicher Lebensraum

Südchina, Guangxi Zhuang Autonomous Region, Dayao-Gebirge; Quellbäche und Nebenflüsse des Perlfluss-Systems (Liu Jiang, Gui Jiang, Xi Jiang). Klares, kühles (20–24 °C), stark sauerstoffreiches Wasser mit kiesigem bis felsigem Substrat und ausgeprägtem Biofilm. Stark rheophiles Biotop.

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Die Bilder von Chris zeigen, sehr gut fotografiert und bearbeitet, Jungtiere mit der kontrastreichen Zeichnung. Es wäre super, wenn ihr auch Fotos von Alttieren einstellt, um ihr späteres wahres Aussehen zu zeigen.
Der Film deutet das Umfärben auch nur leicht an. Danke!

Wie inzwischen bekannt, liegt der Schwerpunkt der Ernährung aufgrund der Maulstruktur nicht im pflanzlichen Bereich, d.h. sie weiden keine Algen ab. Eher fressen sie Kleinstorganismen, die sie im Detritus oder auf Steinen etc. im Aufwuchs finden. Natürlich nehmen sie dabei auch pflanzliche Kost zu sich.
Also ist hier eine ausgewogene aber nicht unbedingt (rein) pflanzlich orientierte Ernährung wichtig. Lebende Artemia-Nauplien, gefrorene Cyclops oder FD-Futter sollten zum Beispiel ebenfalls gefüttert werden.

Habe mir 6 Pandaschmerlen gekauft, nicht mehr im Jugendkleid, einfach tolle Fische…..

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