Petruichthys brevis
Beschreibung
Petruichthys brevis (Synonym: Yunnanilus brevis), die Inle-Schmerle, wird 3,5-5 cm groß (stark geschlechtsabhängig) und ist eine kleine, lebhafte Schmerle aus der Familie der Nemacheilidae. Sie ist im Inle-See in Myanmar endemisch. Der schlanke Körper zeigt bei Weibchen ein unregelmäßiges Muster aus dunklen Flecken und Querstreifen, während Männchen schwache vertikale Bänder entlang der Flanke besitzen. Männchen besitzen zudem einen Suborbital-Hautlappen, der bei der Balz eine Rolle spielt. Die Körperhaltung ist typisch mit leicht angehobenem Kopf. Anders als viele Schmerlen ist P. brevis ein freischwimmender Fisch, der sich nicht ausschließlich am Boden aufhält, sondern auch in mittleren Wasserschichten aktiv ist. In einer Gruppe von mindestens 8-10 Tieren zeigt die Art ihr natürliches Verhalten am besten.
Besonderheiten
- Freischwimmende, gesellige Schmerle – kein reiner Bodenfisch
- Endemisch im Inle-See in Myanmar
- Gruppenhaltung ab 8-10 Tieren nötig
- Männchen mit Suborbital-Hautlappen, der bei der Balz eine Rolle spielt
- Bewohnt ruhiges bis langsam fließendes Wasser mit dichter Vegetation
- Kupferhaltige Medikamente meiden – Schmerlen reagieren empfindlich auf Kupfer
Vergesellschaftungshinweise
Petruichthys brevis, auch als Zwergschmerle im Handel bekannt, ist ein friedlicher, geselliger Schwarmfisch, der in der Natur in Gruppen lebt und daher im Aquarium in einer Gruppe von mindestens 8-10 Tieren gehalten werden sollte, um arttypisches Verhalten und Wohlbefinden zu fördern. Als Beckenpartner eignen sich ruhige, nicht zu große Schwarmfische wie kleine Bärblinge oder Salmler sowie andere friedliche Bodenbewohner wie kleine Panzerwelse, wobei auf ähnliche Ansprüche an Wasserwerte und Temperatur zu achten ist. Zu vermeiden sind sehr kleine Beutefische, die als Nahrung angesehen werden könnten, sowie aggressive oder sehr lebhafte Arten, die die Zwergschmerle stressen oder verdrängen könnten.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind – besonders bei guter Fütterung – deutlich fülliger und wirken korpulent, während Männchen schlanker bleiben. Weitere zuverlässige äußere Unterscheidungsmerkmale (Farbe, Form) sind bislang nicht dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Die Inle-Schmerle benötigt ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge (ab 80 Liter). Empfohlene Wasserwerte: 22-26 °C, pH 6,0-8,0, GH 1-10 °dGH. Temperaturen um 22-24 °C sind ideal. Die Art stammt aus einem See mit ruhigem bis langsam fließendem Wasser und bevorzugt eine moderate Filterströmung – eine starke Strömung ist nicht nötig, das Wasser sollte aber sauerstoffreich und sauber sein. Dicht bepflanztes Becken mit Schwimmpflanzen (Lichtdämpfung), Treibholz und etwas Laub. Sandiger oder feinkiesiger Bodengrund. Ausreichend offene Schwimmfläche in der Mitte. Normales Leitungswasser ist in der Regel geeignet, da der Inle-See mäßig hartes Wasser hat. Kupferhaltige Medikamente meiden, da Schmerlen empfindlich auf Kupfer reagieren.
Zucht und Fortpflanzung
Yunnanilus brevis laicht in der Gruppe unter wildem Treiben ab. Die Elterntiere sind ausgeprägte Laichräuber, weshalb ohne Schutz des Geleges nur wenige Jungtiere durchkommen (in Gruppenhaltung oft nur eine Handvoll). Für die Zucht ist es entscheidend, stabile Wasserbedingungen mit Temperaturen zwischen 22 und 26 °C, einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert und weichem Wasser zu gewährleisten, um den natürlichen Lebensraum optimal nachzubilden. Im Aquarium sollten reichlich Versteckmöglichkeiten in Form von Kies, Wurzeln und lebenden Pflanzen bereitgestellt werden, da diese Elemente nicht nur als Rückzugsorte dienen, sondern auch die Balzaktivitäten fördern, bei denen die Männchen territoriale Zonen abstecken und mit farblichen Akzenten um die Gunst der Weibchen werben. Nachdem das Paarungsverhalten seinen Höhepunkt erreicht hat, erfolgt die Eiablage in kleinen Gruppen auf den vorbereiteten Rückzugsstätten, wodurch die Eier relativ unauffällig und geschützt abgelegt werden. Die Aufzucht der Jungtiere bedarf einer sorgfältigen Fütterung mit mikroverfügbaren Nahrungsquellen, angefangen von infusorienreichen Präparaten bis hin zu späteren, gröberen Futtersorten, um eine kontinuierliche Wachstumsentwicklung zu gewährleisten. Besonderheiten wie die natürliche Paarung und die Notwendigkeit, die Elterntiere in einer naturnah eingerichteten Umgebung zu halten, zeichnen auch Yunnanilus brevis als eine anspruchsvolle Zuchtart in der heimischen Aquaristik aus.
Ernährung/Futterbedarf
Petruichthys brevis ist ein Mikroräuber. Im Aquarium bevorzugt die Art lebendes oder gefrorenes Kleinstfutter: Artemia-Nauplien, Daphnien, Moina, Mikrowürmer. Feinkörniges Trockenfutter wird ebenfalls akzeptiert, sollte aber nicht die einzige Nahrungsquelle sein.
Natürlicher Lebensraum
Petruichthys brevis ist endemisch im Inle-See im Shan-Hochland von Ost-Myanmar (rund 890 m Höhe). Die Art lebt in den flachen, klaren Randbereichen des Sees sowie in ruhigen bis langsam fließenden Zuflüssen mit dichter Unterwasser- und Schwimmpflanzenvegetation. Durch den kalkigen Untergrund ist das Wasser mäßig hart und neutral bis leicht basisch. Die Temperaturen liegen typischerweise bei etwa 20-24 °C.