Channa marulius

Deutscher Name: Augenfleck-Schlangenkopf

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Asien, Bangladesch, China, Indien, Laos, Myanmar, Nepal, Ostasien, Pakistan, Sri Lanka, Südostasien, Thailand, Vietnam
Farben:
braun, gelb, grün
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Channa marulia
Gattung: Channa
Familie: Channidae

Beschreibung

Der Augenfleck-Schlangenkopf (Channa marulius) ist ein imposanter, langgestreckter Raubfisch mit kräftigem Kopf und deutlich ausgeprägtem Maul. Der Körper zeigt eine bräunliche Grundfärbung, die von fünf bis sechs dunklen, rosettenartigen oder wolkenartigen Bändern unterhalb der Seitenlinie durchzogen wird. Besonders auffällig ist ein markanter Ocellus (Augenfleck) an der oberen Basis der Schwanzflosse, der dieser Art auch den deutschen Trivialnamen gab und zusammen mit der Zeichnung für einen sehr charakteristischen Gesamteindruck sorgt. Jungtiere zeigen eine abweichende Farbgebung mit einem gelblichen Längsstreifen, der mit Einsetzen der Geschlechtsreife verblasst und verschwindet. Im Aquarium und im Freiland zeigt C. marulius typisches Raubfischverhalten: eher zurückgezogene Bewegungen, gezielte Jagd auf Beute und gelegentliche Erkundungsstreifzüge entlang der Vegetationskanten. Jungtiere sind aktiver und können in kleinen Gruppen beobachtet werden, während adulte Tiere einzelgängerisch auftreten. Die Art nutzt Verstecke, Wurzelwerke und überhängende Vegetation als Ansitzplätze.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Für normale Heimaquarien nicht geeignet. Die Art erreicht im Freiland dokumentierte Längen von über 120 cm; typische Adulte in Aquariumhaltung messen 50–80 cm. Nur spezialisierte Großbecken, Schauaquarien oder Gartenteiche kommen in Betracht.
  • Luftatmend: Channa marulius besitzt paarige suprabranchiale Kammern (kein Labyrinthorgan!) hinter und über den Kiemen, die mit respiratorischem Epithel ausgekleidet sind. Diese ermöglichen die Nutzung von Luftsauerstoff. Das Becken muss daher oben abgedeckt, aber mit einem Luftspalt zur Wasseroberfläche versehen sein.
  • Starke Territorialität und ausgeprägte Brutaggressivität.
  • Springt gelegentlich – Abdeckung ist Pflicht.
  • Kann auf saisonale Reize wie Temperaturänderungen reagieren (Monsun-Trockenzeit-Zyklus).

Vergesellschaftungshinweise

Channa marulius gilt als überwiegend einzelgängerisch bis territorial. Empfohlen wird die Einzelhaltung oder gegebenenfalls die Haltung eines verträglichen Paares in sehr großen Anlagen. Jungtiere und Halbwüchsige können noch in Gruppen toleriert werden, doch mit zunehmender Größe und Geschlechtsreife nimmt die Territorialität stark zu. Das Temperament ist generell als aggressiv einzustufen, insbesondere gegenüber Artgenossen und in Brutphasen. Außerhalb der Fortpflanzungszeit ist die Art im Vergleich zu anderen Schlangenkopffischen aber relativ ruhig. Garnelen werden regelmäßig gefressen und sind als Beckenbesatz ungeeignet. Kleine Schnecken können ebenfalls gefressen werden. Bezüglich Vergesellschaftung mit anderen Fischen kommen vorwiegend sehr große, robuste Arten aus derselben Bioregion (Südasien/Südostasien) in Betracht – und selbst dann ist das Risiko von Konflikten hoch. In der Praxis ist Einzelhaltung oder eine Paaranlage zu empfehlen. Vergesellschaftungen sollten vorwiegend mit sehr großen, robusten Arten aus der gleichen Bioregion (Südasien/Südostasien) erfolgen. Garnelen und kleine Wirbellose sind grundsätzlich ungeeignet. In der Praxis ist Einzelhaltung am sichersten.

Geschlechtsdimorphismus

Ein sicherer äußerlicher Geschlechtsdimorphismus ist kaum beschrieben. Männchen werden tendenziell schlanker und farbintensiver beschrieben; Weibchen erscheinen vor allem zur Laichzeit in der Bauchpartie fülliger. Für Zuchtversuche werden häufig Verhaltensmerkmale und laichbezogenes Verhalten als Indikatoren herangezogen.
Größe: ca. >120 cm (Aquarium: typisch 50–80 cm)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 15–28 °C; pH 6.0–8.0; GH 2–20 dGH (breite Toleranz). Beckengröße und Einrichtung: C. marulius benötigt extrem viel Schwimmraum. Die Art ist vorwiegend für sehr große Privataquarien, Schauaquarien oder Gartenteiche geeignet. Selbst für Jungtiere werden Becken mit mehr als 1.000 Litern und langen Beckenmaßen (300+ cm) benötigt; adulte Exemplare erfordern deutlich mehr. Die Einrichtung sollte natürliche Strukturen wie dicke Wurzelwerke, überhängende Schwimmpflanzen und Unterwasservegetation bieten. Substrat: Sand oder schlammiger Boden. Strömung und Beleuchtung: Bevorzugt werden ruhige bis langsam fließende Bedingungen. Gedämpfte Beleuchtung durch Schwimmpflanzen oder Halbschattenzonen wird geschätzt. Filterung und Wasserwechsel: Aufgrund der Größe und des Futterbedarfs sind leistungsstarke Filterlösungen erforderlich. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel sind empfehlenswert. Starke Strömung ist zu vermeiden. Wichtiger Hinweis (Atmung): Channa marulius besitzt suprabranchiale Atemkammern und muss regelmäßig Luft an der Wasseroberfläche aufnehmen. Das Becken muss abgedeckt sein, jedoch mit einem Luftspalt zur Wasseroberfläche. Der Raum zwischen Abdeckung und Wasseroberfläche sollte feucht-warm sein.
Wasserhärte:
mittel bis hart
PH-wert
6-8
Temperatur:
15–28 °C
Beckengröße:
ab Nur sehr große Sonderanlagen / Teiche

Zucht und Fortpflanzung

Channa marulius ist ein Schwimmnestbauer: Das Paar errichtet ein schwimmendes Nest aus Pflanzenmaterial (Wasserpflanzen, Blätter, kleine Zweige) an der Wasseroberfläche, in dem die orangegelben, schwimmfähigen Eier abgelegt werden. Beide Eltern betreiben intensive Brutpflege und verteidigen Nest und Jungfische aggressiv. Laichverhalten: Nach der Paarbildung wird ein Schwimmnest konstruiert. Die Eier schlüpfen je nach Temperatur nach 30–54 Stunden; die Jungfische bleiben für etwa 10 Tage im Nestbereich und werden danach noch etwa einen Monat von den Elterntieren bewacht. Zucht-Wasserwerte: Temperatur 28–31 °C; pH 6.5–7.5; GH maximal 12 dGH. Ein Temperaturgefälle (Simulation der Trocken-zu-Regenzeit) kann die Laichbereitschaft fördern. Zuchtschwierigkeit: Sehr schwer für Hobbyanwender, da enorme Anlagenvolumina (mehrere tausend Liter oder Teichanlagen) erforderlich sind. Für typische Heimaquarien ist eine Zucht praktisch nicht durchführbar. Geschlechtsreife wird ab etwa 24 Monaten erreicht.

Ernährung/Futterbedarf

C. marulius ist ein obligater Raubfisch. In der Natur frisst die Art kleinere Fische, Frösche, Insekten, Regenwürmer, Krebstiere und gelegentlich Wasservögel oder Nager. Im Aquarium lässt sie sich auf totes Futter gewöhnen: Fischstreifen, ganze Garnelen, Muschelfleisch und hochwertige fleischliche Pellets für Raubfische. Jungtiere nehmen kleinere Bestandteile wie Mückenlarven, Regenwürmer und Artemia. Lebendfutter ist nicht zwingend erforderlich, kann aber für die Konditionierung zur Zucht eingesetzt werden. Fütterungsempfehlung: Mehrere kleine Gaben pro Woche; gelegentliche Fastentage sind sinnvoll. Überfütterung verschlechtert die Wasserqualität schnell.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
5–10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Channa marulius stammt aus Süd- und Südostasien: Verbreitungsgebiet umfasst Pakistan, Indien, Sri Lanka, Bangladesch, Nepal, Myanmar, Thailand, südliches China, Laos und Vietnam. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Gewässertypen: größere Flusskanäle, Binnenseen, Sümpfe und Bewässerungskanäle. In vielen Habitaten findet man sie in ruhigen oder langsam fließenden Gewässern mit dichter Unterwasservegetation und ausgeprägter Uferstruktur. Das natürliche Substrat ist meist sandig bis schlammig. Wasser kann sowohl trüb als auch klar sein. Saisonale Monsun-Schwankungen in Wasserstand und Temperatur beeinflussen das Reproduktionsverhalten.

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