Danio erythromicron
Beschreibung
Danio erythromicron, der Querstreifen-Zwergbärbling (Synonyme: Microrasbora erythromicron, Celestichthys erythromicron), ist ein sehr kleiner, schlanker Schwarmfisch aus der Familie Danionidae mit einer Größe von ca. 2,5 cm TL. Die Grundfärbung reicht von Rosa bis Orange; entlang der Flanken erscheinen bis zu 15 schmale, smaragdgrüne bis blaue vertikale Streifen. An der Basis der Schwanzflosse sitzt ein schwarzer Fleck als Erkennungsmerkmal. Männchen zeigen kräftigere, rötlich-orange gefärbte Flossen.
Im Aquarium zeigt sich Danio erythromicron als scheuer, aber gut beobachtbarer Schwarmfisch der mittleren Schwimmzone. Bei ausreichender Besatzdichte wird das Verhalten ruhiger und selbstsicherer. Männchen imponieren einander regelmäßig mit aufgestellten Flossen, ohne zu ernsthaften Kämpfen zu neigen.
Die Art ist endemisch im Inle-See (Myanmar) und an dessen spezifische ökologische Bedingungen angepasst. IUCN-Status: Gefährdet (EN). Nachzuchten sollten gegenüber Wildfängen bevorzugt werden.
Besonderheiten
- Bis zu 15 smaragdgrüne bis blaue Vertikalstreifen als Erkennungsmerkmal
- Endemisch im Inle-See, Myanmar (IUCN: Gefährdet EN)
- Starkes Schwarmbedürfnis: mindestens 10, besser 20+ Tiere
- Feinmaulige Anatomie, spezialisiert auf sehr kleine Nahrungspartikel
- Springtendenz vorhanden: Abdeckung empfohlen
- Nachzuchten gegenüber Wildfängen bevorzugen
Vergesellschaftungshinweise
Danio erythromicron ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 10, besser 20 und mehr Tieren gehalten werden. Das Temperament ist friedlich und zurückhaltend. Während der Balzphase zeigen Männchen territoriale Verhaltensweisen und treiben Weibchen in feinfiedrige Pflanzen. Laichräuber.
Geeignete Beifische sind andere friedliche, kleinbleibende Arten aus Myanmar und Südostasien: kleine Danioniden (z. B. Celestichthys choprae), Microdevario-Arten, kleine Rasboras und friedliche Schmerlen. Corydoras sind bioregional ungeeignet. Celestichthys margaritatus wegen Hybridisierungsgefahr nicht vergesellschaften. Adulte Garnelen werden meist toleriert, Junggarnelen können gefährdet sein. Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker mit intensiverer rötlich-oranger Flossenfärbung und irisierend blauen Vertikalstreifen. Weibchen sind fülliger, besonders bei Laichansatz, mit blasserer Körperfärbung und transparenteren Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20 bis 25 °C, pH 7,0 bis 8,0, GH 2 bis 15 dGH.
Mindestens 60 cm Beckenlänge (ca. 54 Liter) für eine Gruppe. Für 20+ Tiere sind 80 Liter angemessener. Dichte Bepflanzung mit feinlaubigen Pflanzen (Javamoos, Hornkraut), Schwimmpflanzen für abgeschattete Bereiche, dunkler Bodengrund. Ruhige Umgebung ohne starke Strömung. Moderate Filterung mit Schwammfilter. Der Inle-See ist leicht alkalisch; pH unter 7,0 ist nicht empfehlenswert. Abdeckung empfohlen.
Zucht und Fortpflanzung
Dokumentiert, mittlere Schwierigkeit. Zuchtwasserwerte: 24 bis 25 °C, pH 7,0 bis 7,5, GH maximal 15 dGH.
Freilaicher (Laichstreuer) ohne Brutpflege. Gelegegröße ca. 30 Eier pro Laichvorgang. Inkubationszeit ca. 72 Stunden bei 24 bis 25 °C. Spontanlaichen in dicht bepflanzten Aquarien bei guter Konditionierung. Elterntiere sofort entfernen (Laichräuber). Erstfutter: Paramecium oder Trockenfutter mit 5 bis 50 µm Partikelgröße, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmer. Dokumentierte Zuchtlinien F5+.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit stark fleischbetonter Neigung. Bevorzugt sehr kleine Lebend- und Frostfutterarten: Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und Mikrowürmer. Wegen der winzigen Maulöffnung sind feine Partikel zwingend. Nach Eingewöhnung wird auch feines Granulat oder zerkleinertes Flockenfutter angenommen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Danio erythromicron ist endemisch im Inle-See und dessen Einzugsgebiet im Shan-Staat, Myanmar. Natürliches Habitat sind die flachen Uferbereiche des Sees mit extrem dichtem Pflanzenwuchs. Das Wasser ist klar und von hohem Mineraliengehalt geprägt (karstiges Einzugsgebiet, leicht alkalisch). Die Uferzonen sind überwiegend still, ohne nennenswerte Strömung.