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Acipenser stellatus

Deutscher Name: Sternhausen

Quelle: aqua-global - Dr. Jander & Co. OHG
Herkunft:
Kaspisches Meer
Farben:
braun, gelb, schwarz, weiß
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Acipenser stellatus
Gattung: Acipenser
Familie: Acipenseridae

Beschreibung

Acipenser stellatus, im Deutschen als „Sternhausen“ bezeichnet, ist ein markanter Stör mit langgestrecktem, torpedoförmigem Körperbau und einer sehr langen, schmalen Schnauze (Rostrum). Die Rückenfärbung reicht von bläulich-schwarz bis rostbraun; die Flanken sind heller und tragen die namensgebenden, sternförmigen, weißlich-gelben Knochenplatten (Scutes), die bei dieser Art besonders markant sind. Die Bauchseite ist cremeweiß und bildet einen deutlichen Kontrast zur dunkleren Rückenpartie. Insgesamt wirkt die Art äußerlich archaisch und robust, die Körperoberfläche ist mit deutlichen Knochenplatten versehen, die einen starken, panzerähnlichen Eindruck vermitteln. Wichtiger Hinweis: Acipenser stellatus wird in der Natur bis zu 220–250 cm lang und ist für normale Heimaquarien nicht geeignet. Die Haltung ist nur in sehr großen Gartenteichen oder spezialisierten Einrichtungen vertretbar. Der Sternhausen ist eine anadrome Art und lebt als Adulttier im Meer und in Brackwasserbereichen; zur Fortpflanzung wandert er in die Unter- und Mittelläufe großer Flüsse. Diese Lebensweise prägt seine physiologischen Ansprüche, sein Verhalten und seine Fortpflanzungsbiologie grundlegend.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Namensgebend: auffällig langes, schmales Rostrum und sternförmige Knochenplatten (Scutes) – daher Sternhausen bzw. englisch „starry sturgeon“
  • Nach CITES Anhang II geschützt; laut IUCN vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)
  • Anadromer Großfisch (bis etwa 2 m) – für Heimaquarien ungeeignet

Vergesellschaftungshinweise

Im Meer hält sich Acipenser stellatus vor allem küsten- und ästuarnah über Sand und Schlamm auf, tagsüber eher bodennah und nachts auch höher in der Wassersäule zur Nahrungssuche. Die Art unternimmt saisonale Laichwanderungen in große Flüsse. Wegen Endgröße und Wanderaktivität ist eine Vergesellschaftung keine normale Aquarienfrage, sondern Teil professioneller Anlagenplanung.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Weibchen werden in der Regel fülliger und erreichen oft deutlich größere Endgrößen. Eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung gelingt meist nur mittels bildgebender Verfahren (Ultraschall) oder interner Untersuchungen.
Größe: ca. 250 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (empfohlen für Teichhaltung): Temperatur 10–18 °C (Toleranz bis ca. 20 °C), pH 6,5–7,5, GH k. A. (hartes Wasser verträglich). Beckengröße/Teichwasser: Die Haltung im Aquarium ist nicht praktikabel. Für eine artgerechte Teichhaltung bis zur Endgröße werden 13.500–27.000 Liter (ca. 3.000–6.000 Gallonen) empfohlen. Für Jungtiere sind mindestens 4.500–10.000 Liter als Untergrenze anzusehen; mit zunehmendem Wachstum ist auf ein deutlich größeres Volumen zu wechseln. Die Teichtiefe sollte mindestens 1,5 m betragen, um auch im Sommer kühlere Wasserschichten zu bieten. Einrichtung, Strömung, Substrat: Der Sternhausen benötigt großen Freischwimm-Raum ohne viele Einbauten. Als Substrat sind Kies, Geröll und Sand passend. Starke, gleichmäßige Strömung und eine leistungsfähige Belüftung/Filterung sind erforderlich; besonders im Sommer muss die Sauerstoffversorgung gesichert sein. Scharfkantige Dekorationselemente sollten vermieden werden, da die empfindliche Unterseite verletzt werden kann. Fütterung: Der Sternhausen ist ein Fleischfresser (karnivor/benthivor). Empfohlen werden spezielle, sinkende Störpellets mit hohem Proteinanteil, ergänzt durch lebende oder tiefgekühlte Nahrung wie Würmer, Insektenlarven, kleine Krebstiere und Mysis. Pflanzliche Nahrung wird nicht angenommen. Technik und Wartung: Leistungsfähige Filtertechnik, regelmäßige Wasserwechsel und zuverlässige Sauerstoffversorgung sind essenziell. Temperaturstabilität im angegebenen Bereich ist wichtig; kurzfristige Absenkungen auf ca. 10 °C können saisonal simuliert werden. Trotz niedriger Springneigung empfehlen sich gesicherte Teichabdeckungen oder Netze. Acipenser stellatus ist aufgrund seiner Größe, seiner spezifischen Lebensraumansprüche und der schwierigen Zucht ein Tier für spezialisierte Einrichtungen oder sehr erfahrene Halter mit Zugang zu außergewöhnlich großen Gartenteichen. Für die meisten privaten Aquarianer ist die Haltung dieser Art nicht praktikabel. Vor einer Anschaffung sind rechtliche und artenschutzrelevante Fragen zu klären: Acipenser stellatus ist nach CITES Anhang II gelistet und gilt als kritisch gefährdet. Die im Handel angebotenen Tiere sind Aquakultur-Nachzuchten; beim Kauf ist auf einen gültigen Herkunftsnachweis (CITES-Dokumente) zu achten. Eine gesonderte Haltungsgenehmigung ist für Privatpersonen in Deutschland nicht erforderlich.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,5-7,5
Temperatur:
10–18 °C
Beckengröße:
Teich ab 13.500 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Zucht-Status: Im Hobbybereich nicht möglich. Dokumentierte Nachzuchten finden vorwiegend in kommerziellen Aquakulturen unter Einsatz spezialisierter Technik statt. Dokumentierte Fakten zur Fortpflanzung: • Fortpflanzungstyp: Eierlegend, anadrom. Adulte Tiere wandern zum Laichen in die Unter- und Mittelläufe großer Flüsse mit starker Strömung und kiesig-gerölligem Substrat. – Geschlechtsreife: Männchen nach ca. 6–12 Jahren, Weibchen nach ca. 8–14 Jahren. Die im Profil genannte Angabe von einheitlich „6 Jahren“ gibt nur den frühestmöglichen Wert für Männchen wieder. – Laichintervall: Männchen laichen alle 2–3 Jahre, Weibchen alle 3–4 Jahre. – Laichtemperatur: 15–25 °C. – Gelegegröße: Durchschnittlich 150.000–300.000 Eier, in der Literatur werden Extremwerte von 20.000–360.000 angegeben. – Inkubationszeit: Für die Art liegen keine gesicherten aquaristischen Angaben vor; bei verwandten Störarten werden 7–10 Tage bei 13–15 °C dokumentiert. Die Angabe von 2–5 Tagen in Aquakulturanlagen bei 18–20 °C ist möglich, aber nicht breit belegt. – Bekannte Zuchtmethodik: Hormonelle Stimuli (Hypophysenextrakte oder Hormoninjektionen) und Simulation der Frühjahrswanderung (progressive Temperaturerhöhungen, starke Strömung). Für Heimhaltung nicht praktikabel. – Aufzucht (kommerziell): Larven beginnen mit Artemia-Nauplien und feinem Lebendfutter, später Umschulung auf Aufzuchtfutter. Jungfische sind sehr empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität und Sauerstoffmangel. Zusammenfassung: Für Heimhalter sind Zuchtversuche nicht praktikabel. Es existieren dokumentierte kommerzielle Methoden, die jedoch aufwändig und für Hobbybedingungen ungeeignet sind.

Ernährung/Futterbedarf

Der Sternhausen ist ein bodennaher Räuber, der vor allem Fische sowie Mollusken, Krebstiere und Würmer frisst. In der Haltung werden sinkende Störpellets mit hohem Proteinanteil eingesetzt, ergänzt durch lebende oder tiefgekühlte Nahrung wie Würmer, Insektenlarven, kleine Krebstiere und Mysis. Menge und Häufigkeit richten sich nach Lebensstadium, Größe und Anlagentechnik.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
bis ca. 29 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Acipenser stellatus kommt in den Einzugsgebieten des Kaspischen, Schwarzen und Asowschen Meeres vor, mit bekannten Vorkommen in Flusssystemen wie Wolga, Ural und Donau. Adulte Tiere leben im Meer oder Brackwasser der Mündungsbereiche; zum Laichen wandern sie in die Unter- und Mittelläufe großer Flüsse. Bevorzugte Habitate sind schnelle, gut durchlüftete, tiefe Flussabschnitte mit kiesig-gerölligem Substrat, hohem Sauerstoffgehalt und ausgeprägter Strömung. Die Art zeigt stark saisonale Wanderungen: Im Frühjahr und Sommer zieht sie flussaufwärts zu den Laichgebieten, im Winter in tiefere und ruhigere Wasserzonen zurück. Für die Teichhaltung bedeutet dies, dass eine saisonale Temperaturabsenkung auf etwa 10 °C das natürliche Verhalten fördern kann.

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