Alestopetersius smykalai
Beschreibung
Alestopetersius smykalai, im Hobby als Blue Diamond bekannt, ist ein bis zu 6 cm großer attraktiver westafrikanischer Salmler mit schlankem, seitlich abgeflachtem Körperbau. Die Grundfarbe ist silbrig, während der Rücken deutlich bläulich getönt erscheint. Entlang der Flanken verläuft ein schmaler schwarzer Streifen, der auf dem Schwanzstiel in einen großen, rautenförmigen dunklen Fleck übergeht. Männchen zeichnen sich durch weiße Säume an der Afterflosse und intensiv gefärbte, verlängerte Flossen aus. Weibchen sind insgesamt blasser mit transparenteren Flossen.
Im Aquarium ist die Art ein sehr aktiver, schwarmorientierter Schwimmer der mittleren Wasserzone. Die Tiere sind grundsätzlich friedlich, zeigen sich jedoch häufig scheu und flink. Männchen können imponierendes Balzverhalten zeigen, ohne dabei aggressiv zu werden.
Alestopetersius smykalai steht auf der IUCN-Roten Liste als gefährdet (EN). Nachzuchten sind vorzuziehen.
Besonderheiten
- Stark verlängerte Flossen bei Männchen (Rücken-, Bauch-, After- und Schwanzflosse)
- Mittelwasserbewohner, sehr aktiv und schwarmorientiert
- Kann scheu reagieren; gute Versteckmöglichkeiten reduzieren Stress
- Adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert; Junggarnelen sind gefährdet
- Freilaicher ohne elterliche Brutpflege
- Sprungrisiko gering, Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Alestopetersius smykalai ist ein ausgeprägter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8-10 Tieren (inklusive beider Geschlechter) gehalten werden sollte. Einzeln oder in kleinen Gruppen gehaltene Tiere zeigen erhöhten Stress und werden krankheitsanfälliger.
Das Temperament ist friedlich gegenüber Beifischen. Während der Balzphase imponieren Männchen einander mit aufgestellten Flossen und verstärkter Aktivität, ohne langanhaltende Aggressionen.
Zwerggarnelen (Neocaridina) sind für Jungtiere gefährdet. Größere Amano-Garnelen gelten als sicher, ebenso Schnecken.
Geeignete Beifische sind ruhige bis mittelaktive afrikanische Salmler, friedliche Synodontis-Welse und westafrikanische Buntbarsche wie Pelvicachromis-Arten. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden (Malawi, Tanganjika) sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden farblich intensiver als Weibchen und zeigen einen deutlich blauen Rücken, kräftigere Kontraste im Flankenstreifen sowie stark verlängerte Flossen. Weibchen bleiben insgesamt blasser, ihre Flossen sind transparenter und nur die vorderen Strahlen der Rückenflosse sind leicht verlängert.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20-28 °C, pH 5,0-7,0, GH 1-10 dGH (weiches bis mäßig hartes Wasser). Haltung in deutlich härterem Wasser (über 10 dGH) ist nicht empfehlenswert.
Beckengröße: ab 120 cm Kantenlänge, 120 Liter. Das Becken sollte eher in die Länge als in die Höhe gehen und ausreichend Freiraum zum Schwimmen bieten. Wurzeln, Steine, Totholz und dichte Pflanzenbestände erhöhen das Sicherheitsgefühl. Feiner Kies oder Sand als Substrat. Mäßige Strömung ist vorteilhaft.
Moderate Beleuchtung mit Schattenbereichen durch Schwimmpflanzen oder dichte Stängelpflanzen. Regelmäßige Wasserwechsel und sauberes, gut gefiltertes Wasser. Abdeckung ratsam, da scheue Schwimmer bei Erschrecken springen können.
Alestopetersius smykalai ist eine attraktive Art für erfahrene Aquarianer. Da die Art als gefährdet gilt, ist der Erwerb aus Nachzuchten vorzuziehen.
Zucht und Fortpflanzung
Alestopetersius smykalai ist ein Freilaicher ohne elterliche Brutpflege.
Zuchtwasser: Temperatur 28-29 °C, pH 5,5-7,0, GH max. 10 dGH. Weiches Wasser begünstigt den Zuchterfolg.
Konditionierung mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter (Artemia-Nauplien, Mückenlarven, Daphnien). Laichstimulierung durch weiches, leicht saures Wasser (Regenwasserzugabe oder Torffilterung), Temperatur auf 28-29 °C erhöhen. Laichmopps oder Javamoos als Laichsubstrat.
Nach dem Ablaichen Elterntiere entfernen. Gelegegröße: ca. 100-300 Eier. Inkubation: ca. 5 Tage bei 28-29 °C. Jungfische nehmen nach dem Freischwimmen sofort Artemia-Nauplien an.
Zuchtschwierigkeit: anspruchsvoll.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit ausgeprägter karnivorer Tendenz. In der Natur ernährt sich die Art von herabgefallenen Insekten, aquatischen Larven und kleinen Krebstieren. Im Aquarium: Mix aus hochwertigem Trockenfutter (Flocken, Granulat), regelmäßigem Frostfutter (Mückenlarven, Daphnien, Artemia) und lebendem Futter. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind besser als eine einzige große Portion.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Alestopetersius smykalai stammt aus Westafrika, konkret aus dem unteren Niger- und dem Imo-Flusssystem (Aba River) in Nigeria. Die Art bewohnt fließende Gewässer mit mäßiger Strömung. Das Substrat besteht aus unterschiedlich großen, abgerundeten Steinen, Sand und feinem Kies; häufig finden sich Totholz und verwurzelte Bereiche, die Verstecke und Laichsubstrate bieten.