Aphyosemion gabunense
Beschreibung
Aphyosemion gabunense ist ein bis zu 5 cm großer Prachtkärpfling aus der Familie Nothobranchiidae mit kontrastreicher Färbung bei den Männchen. Männchen zeichnen sich durch gelblich bis rötliche Flossen, rote Punkte und Linien auf dem Körper sowie oft eine leierförmig verlängerte Schwanzflosse aus. Weibchen sind deutlich blasser und unauffälliger in braunen bis oliv-braunen Tönen.
Im Aquarium zeigt der Gabun-Prachtkärpfling ein zurückhaltendes, scheues Verhalten. Er hält sich bevorzugt in der mittleren bis unteren Schwimmzone auf und nutzt dichte Bepflanzung sowie schwimmende Pflanzen als Rückzugsräume. Als nicht-annueller Killifisch benötigt die Art keine Trockenphase. Der Gabun-Prachtkärpfling gilt als pflegeleicht und eignet sich gut für Aquarianer, die erste Erfahrungen mit der Killifisch-Haltung sammeln.
Besonderheiten
- Nicht-annueller Haftlaicher (Mop-Spawner): Eier an Laichmopps oder Javamoos, keine Trockenphase nötig
- Männchen oft mit leierförmiger, verlängerter Schwanzflosse
- Mittlere bis untere Schwimmzone; schätzt dichte Randbepflanzung
- Sprungneigung: lückenlos schließende Abdeckung empfohlen
- Bevorzugt dunklen Bodengrund und falllaubreiche Strukturen
- Nicht sicher für Zwerggarnelen; Junggarnelen gefährdet
- Pflegeleichtester Killifisch; gut für Einsteiger
Vergesellschaftungshinweise
Aphyosemion gabunense wird in Harems gehalten (1 Männchen mit 2 Weibchen). Männchen können untereinander Territorialverhalten zeigen; zahlreiche Verstecke und Strukturen sind wichtig. Im Normalzustand ist die Art friedlich und zurückhaltend. Während der Balzphasen steigt der Druck der Männchen auf die Weibchen an; Versteckmöglichkeiten für die Weibchen sind dann besonders wichtig.
Zwerggarnelen (Neocaridina) können insbesondere als Jungtiere Beute werden; die Art ist für Zwerggarnelen ungeeignet. Größere Garnelen (Amano) sowie Schnecken werden meist toleriert.
Geeignete Beifische sind andere westafrikanische Arten wie Pelvicachromis-Arten, Phenacogrammus-Salmler und kleine, ruhige Synodontis. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden und südamerikanische Arten wie Corydoras sind nicht geeignet.
Geschlechtsdimorphismus
M: farbintensiver mit kräftigen Gelb- und Rottönen, rote Punkte oder Linien entlang des Körpers, deutlich verlängerte Rücken-, After- und Schwanzflossen (Schwanzflosse häufig leierförmig). W: kleiner, blasser gefärbt in braun-olivenen Tönen mit weniger Muster, kürzere und abgerundete Flossen. Max. Größe ca. 5 cm TL bei beiden Geschlechtern.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22-25 °C, pH 6,5-7,2, GH ca. 4-10 dGH.
Beckengröße: ab 60 cm Kantenlänge, 54 Liter. Dichte Randbepflanzung und schwimmende Pflanzen zur Lichtdämpfung. Dunkler Bodengrund, idealerweise mit Falllaub (Seemandelbaumblätter), Wurzelholz und Moorkienholz. Ruhige bis sehr schwache Strömung. Gedämpfte Beleuchtung.
Regelmäßige, schonende Wasserwechsel. Keine großflächigen Veränderungen auf einmal, um Stress zu vermeiden.
Der Gabun-Prachtkärpfling ist eine pflegeleichte Killifisch-Art für ein ruhiges, naturnah eingerichtetes westafrikanisches Becken mit dichtem Pflanzenwuchs. Lückenlose Abdeckung empfohlen, da die Art gelegentlich springt.
Zucht und Fortpflanzung
Aphyosemion gabunense ist ein nicht-annueller Haftlaicher (Mop-Spawner). Die Zucht ist gut dokumentiert und für fortgeschrittene Einsteiger gut machbar.
Zuchtwasser: Temperatur 22-25 °C, pH 6,5-7,2, GH max. 8 dGH. Weichere und leicht saure Werte innerhalb dieses Rahmens fördern die Zuchtbereitschaft.
Konditionierung mit reichlich Lebend- und Frostfutter (Artemia, Daphnien, schwarze Mückenlarven). Eier werden in Laichmopps oder Javamoos abgelegt. Gelegegrößen: ca. 10-20 Eier pro Tag über rund zwei Wochen. Inkubation: 14-22 Tage bei 22-25 °C.
Erstfutter: Infusorien (Pantoffeltierchen), nach einigen Tagen Artemia-Nauplien oder Mikrowürmchen. Saubere Wasserführung und geringe Besatzdichten sind für die Aufzucht wichtig.
Zuchtschwierigkeit: mittel.
Ernährung/Futterbedarf
Fleischfresser (Karnivor). Bevorzugt proteinreiches Lebend- und Frostfutter: Daphnien, Mückenlarven (schwarze), Artemia-Nauplien, Tubifex in Maßen. Hochwertiges Trockenfutter (feines Granulat oder Flocken) wird nach Gewöhnung angenommen, sollte mit Lebendfutter variiert werden. Vor der Zucht: reichliche Konditionierung mit Lebend- und Frostfutter.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Aphyosemion gabunense stammt aus Westafrika (Gabun) und ist endemisch im unteren Ogooué-Becken sowie im Ngounié-Flusssystem. Die Art bewohnt permanente Gewässer mit stabiler Wasserführung. Typische Habitatmerkmale sind dunkler Substratuntergrund, dichte Ufervegetation, Wurzelholz und schwimmende Pflanzen. Ruhige bis langsam fließende Strömungsverhältnisse, organisch angereichertes Substrat mit Falllaub.