Apistogramma caetei
Beschreibung
Apistogramma caetei, der Stahlblaue Zwergbuntbarsch, ist ein kompakt gebauter Zwergbuntbarsch aus dem nordöstlichen Brasilien (Familie Cichlidae). Die Art erreicht bis ca. 5 cm TL. Männchen zeigen intensive Blautöne mit gelben Partien am Bauch und Kopf, diagonale Streifen am Bauch sowie punktförmige Reihen auf der Schwanzflosse, dazu verlängerte Rücken- und Afterflossen. Weibchen sind insgesamt schlichter gefärbt, entwickeln jedoch zur Brutzeit eine leuchtend gelbe Grundfärbung mit schwarzen Flecken.
Die Art ist bodenorientiert und bewohnt bevorzugt die Nähe von Substrat, Wurzelbereichen, Höhlen und Blattpolstern. Außerhalb der Fortpflanzungszeit ist das Verhalten vergleichsweise ruhig und friedlich; Männchen legen Reviere an und zeigen Balzverhalten gegenüber Weibchen.
A. caetei stammt aus der Region um Apeú und Caeté in Bragança, Pará, Brasilien.
Besonderheiten
- Höhlenbrüter: Eier werden an Höhlendecken oder -wänden abgelegt
- Haremisches Sozialverhalten (1M/2–3W)
- Stark territorial während der Brutzeit
- Bodenbewohner – bevorzugt strukturierte Biotope mit Falllaub, Totholz und Höhlen
- Geringes Sprungrisiko; Abdeckung dennoch empfohlen
- Junggarnelen gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken meist toleriert
- Karnivor mit omnivorer Tendenz
Vergesellschaftungshinweise
A. caetei lebt in der Natur in Haremverbänden. In der Haltung empfiehlt sich ein Bestand aus einem Männchen mit zwei bis drei Weibchen (1M/2–3W). In ausreichend großen und strukturierten Aquarien können mehrere Haremseinheiten parallel gehalten werden.
Das Temperament ist generell friedlich, mit deutlicher territorialer Komponente während der Brutzeit. Weibchen verteidigen Laichplatz und Jungfische intensiv; Männchen können gegenüber rivalisierenden Männchen aggressiv werden.
Zwerggarnelen (Neocaridina/Caridina) – insbesondere Jungtiere – werden häufig als Beute betrachtet. Schnecken werden in der Regel toleriert.
Geeignete Beifische sind kleine, friedliche südamerikanische Salmler, Panzerwelse (Corydoras) und andere ruhige südamerikanische Arten mit ähnlichen Wasseransprüchen. Hartwasser-Cichliden (Malawi, Tanganjika) sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer und farbenprächtiger als Weibchen, mit verlängerten Rücken- und Afterflossen sowie stärkerer Zeichnung auf der Schwanzflosse. Weibchen bleiben kompakter und weniger farbintensiv; zur Brutzeit intensive gelbe Brutfärbung mit schwarzen Markierungen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 23–30 °C, pH 5,5–7,0, GH 1–6 °dGH. Stabile Bedingungen sind wichtiger als Extremwerte; mittlere Temperaturen (25–27 °C) und leicht saures, weiches Wasser (pH 6,0–6,5, GH 2–4 °dGH) entsprechen dem natürlichen Habitat.
Beckengröße: Mindestens 80 Liter für eine Haremsgruppe.
Einrichtung: Feiner Sand als Substrat. Zahlreiche Höhlen (Tonröhren, halbierte Kokosnüsse, Wurzelkomplexe) sind notwendig. Reichlich Totholz und Falllaub. Schwimmpflanzen oder überhängende Vegetation für gedämpfte Beleuchtung. Langsame Strömung.
A. caetei ist eine Art für Aquarianer mit mittlerer Erfahrung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter (Substratlaicher). Die Zucht gilt als einfach bis mittel schwierig.
Zuchtwasserwerte: Temperatur ca. 27 °C, pH 5,5–6,5, GH maximal 5 °dGH (idealerweise 1–3 °dGH).
Weibchen legen klebrige Eier an Höhlendecken oder -wänden ab. Laichauslöser: großzügige Wasserwechsel mit weichem, leicht kühlerem Wasser als Regenzeit-Impuls. Gelegegröße bis zu 200 Eier. Inkubation 48–72 Stunden bei 27 °C. Freischwimmen ca. 5–7 Tage nach Schlupf.
Aufzucht: Erstfutter Infusorien/Pantoffeltierchen, dann Artemia-Nauplien. Weibchen übernimmt intensive Brutpflege. Geschlechtsreife ca. 5 Monate.
Ernährung/Futterbedarf
A. caetei ist karnivor mit omnivorer Tendenz (Mikroprädator). Bevorzugt proteinreiche Beute: Artemia, Daphnien, Mückenlarven (weiß/schwarz) und andere kleine Wirbellose. Hochwertiges Granulat- oder Flockenfutter wird akzeptiert, sollte aber regelmäßig durch Lebend- oder Frostfutter ergänzt werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Apistogramma caetei stammt aus dem nordöstlichen Brasilien, speziell aus der Region um Apeú und Caeté in Bragança, Pará. Die Art bewohnt strukturierte Gewässer mit sandigen bis schlammigen Substraten, Falllaub, Totholz und Wurzeln in beschatteten Ufergebieten.