Apistogramma macmasteri Tame

Deutscher Name: Schwarzkehl-Zwergbuntbarsch

Apistogramma macmasteri Tame Paar
Paar - Quelle: Frank Schäfer - Aquarium Glaser
Herkunft:
Kolumbien, Südamerika
Farben:
blau, gelb, orange
Schwierigkeit:
Mittelschwer (Erfahrene Aquarianer)
Art: Apistogramma macmasteri
Gattung: Apistogramma
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Apistogramma macmasteri ist ein typisch gedrungener, bodenorientierter Zwergbuntbarsch mit einer auffälligen, kontrastreichen Färbung, die Männchen und Weibchen deutlich unterscheidet. Die Männchen zeigen leuchtende Orange-, Blau- und Rottöne, eine oft verlängerte Rücken- und Afterflosse mit rotem Saum und eine markante, dunkle Kehle, die der Art ihren deutschen Trivialnamen „Schwarzkehl-Zwergbuntbarsch“ eingebracht hat. Weibchen sind insgesamt schlichter gefärbt, meist beige bis blassgelb, können jedoch während der Brutzeit intensives Gelb und auffällige schwarze Markierungen ausbilden. Der Körperbau ist typisch für Apistogramma: seitlich etwas abgeflacht, mit einer ausgeprägten Rückenlinie und verhältnismäßig großen Brust- und Bauchflossen für ihre Körpergröße. Im Handel sind mehrere Zuchtformen verbreitet (Rot, Doppelrot, Gold, Gold-Rotmaske), die alle von der Wildform abstammen. Im Aquarium zeigt Apistogramma macmasteri ein zurückhaltendes, bodennahes Schwimmverhalten. Die Tiere bewegen sich bevorzugt in Bodennähe, erkunden Sandbereiche sowie zwischen Wurzeln und Höhlen vorhandene Spalten. Sie sind überwiegend scheu gegenüber sehr offenen Bereichen und suchen regelmäßig Deckung unter Wurzeln, Laub oder Höhlen. Innerhalb ihres Reviers zeigen sie lebhafte Körperfärbungen und Flossenpräsentationen, besonders Männchen, die Reviere abgrenzen und dabei mit Flossenstellung und Brustflossenschlägen imponieren.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Haremshaltung in der Natur und im Aquarium üblich; 1M/2–3W empfohlen.
  • Haftlaicher: legt Eier an Höhlenwänden oder in engen Spalten ab.
  • Weibchen betreibt intensive Brutpflege (Eierpflege und Aufzucht der Jungfische).
  • Bevorzugt tanninreiches, abgedunkeltes Wasser und dichte Laubauflagen im Substrat.
  • Männchen mit deutlich ausgezogenen Flossen bei guter Kondition.
  • Springverhalten: Die Art kann springen; ein gut schließender Deckel ist zwingend erforderlich.
  • Juvenile Zwerggarnelen werden häufig als Nahrung betrachtet; adulte Garnelen und Schnecken meist unproblematisch.

Vergesellschaftungshinweise

Apistogramma macmasteri ist eine typisch haremshaltige Art: Ein dominantes Männchen sollte mit mehreren Weibchen gehalten werden, empfohlen wird eine Gruppenzusammensetzung von etwa 1 Männchen zu 2–3 Weibchen (1M/2–3W). In einem ausreichend großen Aquarium kann ein Männchen ein Territorium beanspruchen, innerhalb dessen mehrere Weibchen einzelne Reviere oder Höhlen annehmen. Diese soziale Struktur reduziert Konkurrenz unter Weibchen und erlaubt natürlicheres Revierverhalten. Das allgemeine Temperament ist als friedlich bis zurückhaltend zu beschreiben. Unter normalen Haltungsbedingungen zeigen die Tiere scheues, bodennahes Verhalten und meiden offene Schwimmzonen. In der Brutzeit ändern sich die Verhaltensweisen deutlich: Weibchen werden sehr territorial und verteidigen ihre Höhle und den Nachwuchs aggressiv gegenüber Artgenossen und anderen Fischen, bis die Brut frei schwimmt und die Jungen größer werden. Männchen können Revieransprüche gegenüber anderen Männchen zeigen, insbesondere wenn diese ähnliche Formen oder Farben aufweisen. In kleineren Becken empfiehlt sich die Entnahme des Männchens nach dem Laichen, da das Weibchen es gegebenenfalls aggressiv verdrängt. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Zwerggarnelen (z. B. Neocaridina, Caridina) werden oft als Beute betrachtet und gefressen; Junggarnelen sind daher gefährdet. Größere, robuste Schnecken sowie größere Garnelen wie Amanogarnelen werden von Apistogramma macmasteri meist toleriert und sind in der Regel sicher. Für Apistogramma macmasteri eignen sich andere südamerikanische Arten, die weiches, leicht saures Wasser bevorzugen und ein ruhiges Temperament haben. Empfohlen werden kleine südamerikanische Salmler (z. B. ruhige Tetras, Bleistiftfische der Gattung Nannostomus), Panzerwelse (Corydoras-Arten), Beilbauchfische sowie kleine Suckermouth-Welse. Vermeiden Sie strikt ostafrikanische Hartwasserarten wie Malawi- oder Tanganjika-Buntbarsche, da deren Wasseransprüche inkompatibel sind. Achten Sie darauf, keine sehr aktiven oder großwüchsigen Arten zu vergesellschaften, die den Bodenbereich dominieren könnten. Wildgefangene Exemplare sollten bevorzugt allein oder nur mit kleinen Beifischen gehalten werden.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind bei Apistogramma macmasteri gut unterscheidbar. Männchen werden bis etwa 7 cm (Gesamtlänge) groß und tragen längere, oft leicht verlängerte Rücken- und Afterflossen sowie eine dunkel gefärbte Kehle. Weibchen sind kleiner und gedrungener, mit einer kompakteren Körperform und schlichterer Grundfärbung; sie bleiben bei etwa 4–5 cm. Während der Brutzeit intensivieren Weibchen ihre Gelb- und Schwarzfärbung deutlich. Beide Geschlechter zeigen typisches Revierverhalten, Männchen jedoch stärker in Reviermarkierung und Imponierverhalten.
Größe: Männchen: bis zu 6 cm, Weibchen: 4-5 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Aquarium, verbindlich): – Temperatur: 24–28 °C – pH: 5,5–6,5 – GH: 2–4 °dGH Beckengröße: Minimum: 45 × 30 cm Grundfläche (ca. 75 L) für ein Paar. Für eine haremshaltige Haltung (1M/2–3W) wird ein größeres Becken empfohlen, da es ausreichend Raum für mehrere Reviere und Höhlen bietet. Die Mindestgrundfläche von 45 × 30 cm gilt für ein Einzelpaar. Einrichtung: Richten Sie das Aquarium so ein, dass zahlreiche Verstecke, enge Höhlen und Unterstände vorhanden sind. Typische Einrichtungselemente sind Wurzeln, Steine, Tonröhren oder Kokosnussschalen sowie großzügige Bereiche mit Falllaub. Substrat: weicher Sandboden ist wichtig, da Apistogramma macmasteri bodennah agiert und Sand zur natürlichen Nahrungsaufnahme und zum Gründeln bevorzugt. Die Strömung sollte eher schwach bis mäßig sein, um die natürlichen Uferbedingungen nachzuahmen. Schwimmende Pflanzen für gedämpftes Licht sind empfehlenswert. Besonderheiten zur Wasserführung: Regelmäßige, großzügige, aber nicht zu starke Wasserwechsel sind sinnvoll, um Nährstoffansammlungen zu vermeiden. Die Art zeigt Empfindlichkeit gegenüber erhöhten Nitratwerten und starken Paramterschwankungen; daher sind stabile Parameter und eine gute, biologisch gereifte Filterung wichtig. Kurzfristige, kontrollierte Absenkungen der Temperatur auf etwa 23–24 °C können natürliches, saisonales Verhalten fördern. Sonstiges: Die Art kann springen – ein gut schließender Deckel ist zwingend erforderlich. Die Wasserwerte sind verbindlich: nutzen Sie zur Anpassung gegebenenfalls entmineralisiertes Wasser oder spezielle Aufbereitungsprodukte, um den GH/pH-Bereich zu erreichen. Das empfohlene Wasservolumen (4–5-facher Filterdurchlauf pro Stunde) sichert eine ausreichende Wasserqualität.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
26-28 °C
Beckengröße:
60 cm Breite und 64 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Status: gut dokumentiert. Alle folgenden Angaben sind aus detaillierten Zuchtberichten belegt. Grunddaten zur Zucht: – Fortpflanzungstyp: Haftlaicher (Höhlenbrüter) – Zuchtschwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll – Zucht-Temperatur: 26–27 °C – Zucht-pH: 5,5–6,0 – Zucht-GH: maximal 2–3 °dGH (sehr weiches Wasser) – Nachzuchterfolg: regelmäßig Fortpflanzungsverhalten: Apistogramma macmasteri ist ein Substrat- bzw. Höhlenbrüter, der seine Eier typischerweise in engen Spalten, kleinen Höhlen oder an der Decke von Verstecken ablegt. Die Weibchen sind für die Brutpflege verantwortlich und bewachen Eier sowie frisch geschlüpfte Larven intensiv. Männchen spielen häufig eine Rolle bei der Revierverteidigung gegenüber Rivalen, beteiligen sich aber weniger stark an der direkten Brutpflege im Innern der Höhle. In kleineren Becken sollte das Männchen nach dem Laichen entnommen werden, da das Weibchen es energisch verdrängen kann. Auslöser und Konditionierung: Die Zucht kann durch Simulation der Regenzeit ausgelöst werden: ein großzügiger Wasserwechsel mit weicherem, leicht kühlerem Wasser in Kombination mit einer reichhaltigen Konditionierung der Zuchtpaare ist ein bewährter Trigger. Als Konditionierung haben sich hochwertige Lebendfutter wie schwarze Mückenlarven (Chironomidae) und Artemia bewährt. Enge Höhlen als Laichsubstrat sind zwingend bereitzustellen. Gelege und Aufzucht: – Gelegegröße: 60–120 Eier. – Inkubation: 2–4 Tage (ca. 48–96 Stunden) bei 26–27 °C. – Nach dem Schlupf: Die Jungfische verbleiben zunächst in der Nähe der Höhle; nach dem Freischwimmen (ca. 5–7 Tage nach dem Schlupf) können sie mit Infusorien, Pantoffeltierchen und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden. – Das Weibchen betreibt intensive Brutpflege und führt die Jungen. Hinweise zur Zuchtführung: – Weiches, leicht saures Wasser ist wichtig; Zuchtwerte weichen dabei oft von den allgemeinen Haltungswerten ab (Zucht-GH maximal 2–3 °dGH, Zucht-pH 5,5–6,0). – Gute Konditionierung mit lebenden Futtermitteln vor der Zucht erhöht Gelegegröße und Schlupfquoten. – In kleineren Zuchtbecken empfiehlt sich die Entnahme des Männchens nach dem Ablaichen.

Ernährung/Futterbedarf

Apistogramma macmasteri ist vorwiegend ein Fleischfresser mit omnivoer Ernährungsweise. In der Aquarienhaltung wird die Art besonders durch lebende und gefrorene Tiernahrung gut konditioniert. Geeignete Futtermittel sind unter anderem: – Lebendfutter: schwarze Mückenlarven (Chironomidae), weiße Mückenlarven, Artemia (Nauplien), Cyclops, Daphnien. – Frostfutter: Artemia, Mückenlarven, Daphnien. – Trockenfutter: Hochwertige Granulate oder Mikropellets werden in der Regel gut angenommen und eignen sich zur Ergänzung. Fütterungsempfehlung: Bieten Sie mehrere kleine Rationen am Tag an, anstatt einer großen Mahlzeit, um die Ernährung an das natürliche Gründel- und Suchverhalten anzupassen. Lebend- und gefrorene Futtermittel sind besonders zur Konditionierung vor und während der Zucht empfehlenswert. Natürlicher Lebensraum (nur Wildwerte) Apistogramma macmasteri stammt aus Südamerika, konkret aus dem Einzugsgebiet des oberen Rio Meta – vor allem aus dem Rio Guaytiquía und Rio Metica in Kolumbien, nahe der Stadt Villavicencio. Die Art ist primär kolumbianisch; ein Vorkommen im angrenzenden Venezuela (oberes Orinoco-Becken) ist nach einzelnen Quellen möglich, aber weniger gut belegt als das kolumbianische Verbreitungsgebiet. Diese Regionen sind geprägt von Uferbereichen mit langsam fließendem bis fast stehendem Wasser. Typische Habitate sind flache Uferzonen mit weichem Sandboden, reichlich Totholz, versunkenen Ästen, Wurzeln und einer dicken Schicht aus Falllaub. Die Gewässer sind humin- und tanninreich, dadurch leicht abgedunkelt, mit sehr geringer Leitfähigkeit (bis ca. 10 µS/cm), sehr weichem Wasser (bis 1 °dGH) und niedrigem pH. Pflanzenwuchs ist in vielen dieser Bereiche spärlich; stattdessen dominieren Laubablagerungen und strukturierte Unterwasserlandschaften. Wilde Wasserwerte (separat): – Wild-Temperatur: 23–30 °C – Wild-pH: 5,5–6,5 – Wild-GH: bis 1 °dGH (extrem weich) Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
5–8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Apistogramma macmasteri Tame bewohnt in seinem natürlichen Lebensraum überwiegend kleine, stark bepflanzte Nebenarme und Tümpel in tropischen Regenwaldgebieten Südamerikas. Dort findet man häufig humusverfärbtes, tanninbeladenes Wasser mit leicht sauren pH-Werten, geringer Wasserhärte und Temperaturen zwischen etwa 24 °C und 28 °C, wobei die Gewässer durch geringe Strömungen und eine dichte Ufervegetation gekennzeichnet sind. Diese Biotope bieten zahlreiche Versteckmöglichkeiten und eine Fülle an natürlichem Nährstoffreichtum, wodurch optimale Bedingungen für das Überleben und die Fortpflanzung des Zierfisches geschaffen werden.

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