Aplocheilus lineatus
Beschreibung
Aplocheilus lineatus, der Streifenhechtling, ist ein oberflächenorientierter Killifisch aus der Familie Aplocheilidae mit langgestrecktem, torpedoförmigem Körperbau. Männchen erreichen bis zu 10 cm TL; die Naturform zeigt einen braun-grünen Rücken mit goldenen und grünen Glanzpunkten und sechs bis acht dunklen Querbinden auf der hinteren Körperhälfte. Zuchtformen wie die „Golden Wonder“ sind fast vollständig leuchtend goldgelb. Weibchen bleiben mit 6-7 cm deutlich kleiner, sind blasser gefärbt und besitzen häufig einen dunklen Fleck an der Basis der Rückenflosse.
Im Aquarium zeigt der Streifenhechtling ruhiges, lauerndes Verhalten nahe der Wasseroberfläche. Er nimmt dort Anflugnahrung an und schwimmt häufig entlang überhängender Pflanzenteile. Gegenüber gleich großen oder größeren Fischen verhält er sich meist friedlich, ist jedoch ein Oberflächenjäger und kann gegenüber sehr kleinen Fischen räuberisch werden. A. lineatus gilt als hervorragender Springer und nutzt diese Fähigkeit aktiv zur Insektenjagd.
Besonderheiten
- Oberflächenbewohner mit starkem Hang zu Anflugnahrung
- Hervorragender Springer: sichere, lückenlose Abdeckung notwendig
- Haftlaicher: Eier werden gezielt in Schwimmpflanzen oder an Laichmops abgelegt
- Räuberisch gegenüber sehr kleinen Beifischen
- Zuchtform „Golden Wonder“ weit verbreitet im Handel
- Schnecken toleriert; Garnelen (auch adulte) gefährdet
Vergesellschaftungshinweise
A. lineatus wird als Harem gehalten: ein Männchen mit mindestens 2-3 Weibchen. Diese Sozialstruktur entspricht dem natürlichen Verhalten und reduziert Stress bei den Weibchen. Mehrere Männchen zusammen sind in kleineren Becken problematisch.
Das Temperament ist ruhig und lauernd. Gegenüber geeigneten Beifischen meist friedlich, aber in der Paarungs- und Revierbildungsphase deutlich territorialer. Gegenüber sehr kleinen Fischen besteht ein räuberisches Risiko, da A. lineatus alle Fische frisst, die in sein großes Maul passen.
Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) sind gefährdet; auch adulte Garnelen sind nicht sicher. Schnecken werden toleriert. Bodenbewohner wie Corydoras sind verträglich, da sie andere Wasserzonen nutzen.
Geeignete Beifische: Arten aus Südasien oder ruhige Fische mittlerer Größe. Keine sehr kleinen Salmler (Neonsalmler sind typische Beutetiere). Mittelgroße Barben und Panzerwelse sind geeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind deutlich größer (bis 10 cm TL) und farbenprächtiger mit intensiveren goldenen bis grünlich-goldenen Tönen und roten oder orangen Flossenakzenten. Unpaare Flossen oft verlängert. Weibchen bleiben mit 6-7 cm kleiner und blasser, mit deutlicheren Querstreifen und einem dunklen Fleck an der Rückenflossenbasis.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22-28 °C, pH 6,5-7,5, GH 5-15 dGH. Die Art toleriert ein breites Temperaturspektrum; für Zucht empfiehlt sich der obere Bereich (26-28 °C).
Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge, 100-120 Liter für ein Paar; für Gruppen entsprechend mehr. Ein ausreichend langes Becken ist besonders wichtig, da A. lineatus Platz entlang der Oberfläche benötigt.
Einrichtung: Dicht bepflanzte Uferzonen, reichlich Schwimmpflanzen (Salvinia, Wasserlinsen) als Versteck und Laichplatz. Dunkler Bodengrund verbessert den Farbkontrast. Geringe Strömung; die Art bevorzugt stehende bis langsam fließende Gewässer.
Wichtig: A. lineatus ist ein hervorragender Springer. Ein sicher schließendes Abdecksystem ohne jede Lücke ist notwendig.
A. lineatus ist eine einfach zu haltende Art, die jedoch aufgrund ihrer Größe und Räubernatur nicht mit sehr kleinen Fischen vergesellschaftet werden darf.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Haftlaicher mit einfachem bis mittlerem Schwierigkeitsgrad. Zahlreiche gut dokumentierte Zuchterfolge im Aquarium.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 26-28 °C, pH 6,5-7,0, GH maximal 15 dGH.
A. lineatus legt seine Eier gezielt in feinblättrigen Schwimmpflanzen oder an Laichmops an der Wasseroberfläche ab. Die Eier haften am Pflanzenmaterial. Die Eltern bieten keine Brutpflege und können Eier fressen; regelmäßige Entnahme der Eier ist empfohlen.
Gelegegröße: 100-150 Eier pro Laichakt (bis 250 in Ausnahmefällen). Inkubation: 11-14 Tage bei 26-28 °C. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen, feines Staubfutter. Konditionierung mit Lebendfutter (Drosophila, Mückenlarven, Artemia) steigert die Paarungsbereitschaft.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor (Oberflächenjäger/Insektenfresser). Bevorzugt anfliegende Insekten, Drosophila, Mückenlarven (weiß, schwarz) und Artemia. Hochwertiges Frost- und Lebendfutter wird bevorzugt. Trockenfutter (Granulat für Oberflächenfresser) kann ergänzend angeboten werden, ersetzt aber nicht das Lebendfutter als Hauptnahrung.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Aplocheilus lineatus stammt aus Indien und Sri Lanka. Die Art besiedelt stehende bis langsam fließende Gewässer mit dichter Ufervegetation und Schwimmpflanzendecken. Die Tiere halten sich bevorzugt nahe der Wasseroberfläche unter überhängender Vegetation auf.