Trigonostigma hengeli

Deutscher Name: Hengels Keilfleckbärbling

Herkunft:
Borneo, Indonesien
Farben:
orange, rot, silber
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Trigonostigma hengeli
Gattung: Trigonostigma
Familie: Cyprinidae

Beschreibung

Trigonostigma hengeli, Hengels Keilfleckbärbling, ist ein schlanker, eleganter Schwarmfisch aus der Familie Cyprinidae/Danionidae. Die Art wurde 1956 von Meinken beschrieben und ehrt den deutschen Ichthyologen und Aquarianer Wilhelm Hengel. Sie wurde lange mit Trigonostigma heteromorpha verwechselt, ist jedoch deutlich schlanker und heller gefärbt. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von etwa 3 bis 3,5 cm. Der Körper ist schlank und seitlich abgeflacht. Die Grundfärbung ist silbrig mit einem warmen Rosa- bis Lachston über dem Rücken. Das namensgebende keilförmige schwarze Zeichen auf den Flanken ist bei T. hengeli besonders schmal und lang gezogen, oft begleitet von einem leuchtend orangen Band oberhalb des Keils, das die Art klar von ihren Verwandten unterscheidet. Trigonostigma hengeli ist in Südostasien beheimatet und kommt dort in den Schwarzwasserbächen Sumatras und Borneos vor – ein obligater Schwarzwasserbewohner mit hohen Ansprüchen an weiches, saures Wasser.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Schmalstes, kontrastärmstes Keilmuster aller Trigonostigma-Arten
  • Schwarzwasser-Spezialist aus Torfsumpfwäldern Sumatras
  • Im Handel häufig mit T. espei verwechselt
  • Verbreitung auf Borneo unsicher, nur Sumatra als gesichert
  • Substrat-Eiableger: Eier an Blattunterseiten geheftet
  • Zucht schwieriger als bei T. heteromorpha
  • Deutliches Sprungrisiko durch Schreckreflex: tight schließende Abdeckung erforderlich

Vergesellschaftungshinweise

Trigonostigma hengeli ist ein ausgesprochen friedlicher Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Die Art zeigt sich in größeren Gruppen deutlich aktiver und farbintensiver. Das Temperament ist unaggressiv und zurückhaltend. Geeignete Beckenpartner sind andere ruhige südostasiatische Arten: andere Trigonostigma-Arten (werden oft gemeinsam gehalten und bilden gemischte Schwärme), Boraras, Pangio-Kuhlis, Corydoras. Die Art ist ideal für dicht bepflanzte Biotopaquarien. Größere oder hektische Fische stressen die scheuen Tiere.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen von Trigonostigma hengeli sind schlanker gebaut und zeigen eine intensivere Rosa- bis Lachsfärbung sowie ein kontrastreicheres schwarzes Keilzeichen. Das charakteristische orange Band oberhalb des Keils ist bei Männchen leuchtender. Weibchen sind etwas fülliger, besonders im Bauchbereich, und zeigen eine etwas mattere Grundfärbung.
Größe: ca. 3 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Trigonostigma hengeli benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C, einen pH-Wert von 5,0 bis 7,0 (optimal 5,5 bis 6,5) und eine sehr weiche Wasserhärte von 1 bis 8 °dGH (optimal 1 bis 4 °dGH). Die Art ist anspruchsvoller als T. espei oder T. heteromorpha und benötigt konsequent weiches Schwarzwasser. Beckengröße: Ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter für eine Gruppe von 8 bis 10 Tieren. Einrichtung: dichte Bepflanzung mit breitblättrigen Pflanzen (für Laichplätze), Schwimmpflanzen, Wurzelholz, Laubstreu (Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen), dunkler Bodengrund. Gedämpfte Beleuchtung, minimale Strömung. Wichtig bei Medikamenten: Wie alle Cyprinidae hochempfindlich gegenüber Kupfer-Medikamenten. Standard-Kupferbehandlungen wirken tödlich. Bei Parasiten stattdessen Malachitgrün-Formalin oder starke Huminsäure-Aufbereitung verwenden.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,0-7,5
Temperatur:
23-28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Trigonostigma hengeli ist wie seine Verwandten ein Substratlaicher: Die Eier werden an die Unterseite breiter Blätter geklebt, nicht frei verstreut. Das Männchen führt das Weibchen zu einem geeigneten Blatt und befruchtet die Eier im selben Moment. Keine elterliche Brutpflege nach dem Ablaichen. Zuchtbedingungen: Temperatur 26 bis 28 °C, pH 5,0 bis 6,0, sehr weiches Wasser (GH maximal 4 °dGH). Ein separates Zuchtbecken mit geeigneten Blattpflanzen (Cryptocoryne, Echinodorus) ist erforderlich. Die Zucht gilt als anspruchsvoller als bei T. espei und erfordert konsequent weiches, saures Schwarzwasser. Die Eier schlüpfen nach 24 bis 48 Stunden. Erstfutter: Infusorien, später feinste Artemia-Nauplien.

Ernährung/Futterbedarf

Trigonostigma hengeli ist ein Mikropredator. Im Aquarium werden feinste Artemia-Nauplien, Cyclops, kleinste Daphnien und Mikrowürmchen als Lebend- oder Frostfutter akzeptiert, ergänzt durch hochwertiges, sehr feines Mikro-Granulat oder fein zerriebenes Flockenfutter. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 4-6 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Trigonostigma hengeli kommt in Südostasien vor und bewohnt hauptsächlich die Torfmoorsümpfe und Schwarzwasserbäche Sumatras und Borneos. Die Habitate sind dicht bewachsen, humin- und laubreich, mit extrem weichem, saurem Wasser. Typische Wasserwerte der natürlichen Habitate: Temperatur 23 bis 28 °C, pH 4,5 bis 6,0, sehr weiche Wasserhärte (GH unter 5 °dGH). Das Wasser ist durch Tannine und Huminstoffe tief teefarben gefärbt.

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Hi, ist das auf dem Bild nicht Trigonostigma Espei?

Sorry, muss Martin zustimmen. Habe nämlich gerade das Problem, dass ich unbedingt Espei Keilflecke haben wollte, weil sie so schön flächig und ins rot gehende gefärbt sind wie auf dem Foto zu sehen. Mein Händler hat aber Hengelis bekommen, welche er mir trotzdem als die gewünschte Sorte weitergegeben hat?! Diese sind aber eher farblos mit einem neonorangenen Keil neben dem schwarzen…auch sehr hübsch, aber wenn man eigentlich gerade auf diesen flächigen Rotstich aus war…

Hey – toller Fisch und auch eine sehr schöne Vorstellung! (Alleine schon, dass auf die Wasserchemie eingegangen wird find ich positiv, bei vielen anderen fehlen sie schlicht und einfach…)
Danke.

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