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Zierfische, Familie Cyprinidae

Hengels Keilfleckbärbling/Leuchtstreifen-Keilfleckbarbe Trigonostigma hengeli

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Trigonostigma hengeli, Hengels Keilfleckbärbling, ist ein schlanker, eleganter Schwarmfisch aus der Familie Cyprinidae/Danionidae. Die Art wurde 1956 von Meinken beschrieben und ehrt den deutschen Ichthyologen und Aquarianer Wilhelm Hengel. Sie wurde lange mit Trigonostigma heteromorpha verwechselt, ist jedoch deutlich schlanker und heller gefärbt. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von etwa 3 bis 3,5 cm.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Schwarm
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • bis 3,5 cmEndgröße

  • 4-6 JahreLebenserwartung

  • 23-28 °CTemperatur

  • 5-7pH-Wert

  • 1-8 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Der Körper ist schlank und seitlich abgeflacht. Die Grundfärbung ist silbrig mit einem warmen Rosa- bis Lachston über dem Rücken. Das namensgebende keilförmige schwarze Zeichen auf den Flanken ist bei Trigonostigma hengeli besonders schmal und lang gezogen, oft begleitet von einem leuchtend orangen Band oberhalb des Keils, das die Art klar von ihren Verwandten unterscheidet. Trigonostigma hengeli ist in Südostasien beheimatet und kommt dort in den Schwarzwasserbächen Sumatras und Borneos vor – ein obligater Schwarzwasserbewohner mit hohen Ansprüchen an weiches, saures Wasser.

Haltung und Pflege

Trigonostigma hengeli benötigt eine Wassertemperatur von 23 bis 28 °C, einen pH-Wert von 5,0 bis 7,0 (optimal 5,5 bis 6,5) und eine sehr weiche Wasserhärte von 1 bis 8 °dGH (optimal 1 bis 4 °dGH). Die Art ist anspruchsvoller als Trigonostigma espei oder Trigonostigma heteromorpha und benötigt konsequent weiches Schwarzwasser. Beckengröße: Ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter für eine Gruppe von 8 bis 10 Tieren. Einrichtung: dichte Bepflanzung mit breitblättrigen Pflanzen (für Laichplätze), Schwimmpflanzen, Wurzelholz, Laubstreu (Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen), dunkler Bodengrund. Gedämpfte Beleuchtung, minimale Strömung. Bei Parasiten Malachitgrün-Formalin oder starke Huminsäure-Aufbereitung verwenden.

Kupfer: Kleine Weichwasser-Cyprinidae wie Trigonostigma hengeli reagieren extrem empfindlich auf Kupfer. In weichem, saurem Wasser sind Kupferionen hoch bioverfügbar – Standard-Dosen sind letal. Kupferbasierte Medikamente strikt vermeiden. Alternativen: Malachitgrün (nach Herstellerangabe), Seemandelbaumblätter, Temperaturerhöhung.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Trigonostigma hengeli ist ein ausgesprochen friedlicher Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Die Art zeigt sich in größeren Gruppen deutlich aktiver und farbintensiver. Das Temperament ist unaggressiv und zurückhaltend. Geeignete Beckenpartner sind andere ruhige südostasiatische Arten: andere Trigonostigma-Arten (werden oft gemeinsam gehalten und bilden gemischte Schwärme), Boraras, Pangio-Kuhlis, Panzerwelse. Die Art ist ideal für dicht bepflanzte Biotopaquarien. Größere oder hektische Fische stressen die scheuen Tiere.

Ernährung

Trigonostigma hengeli ist ein Mikropredator. Im Aquarium werden feinste Artemia-Nauplien, Cyclops, kleinste Daphnien und Mikrowürmchen als Lebend- oder Frostfutter akzeptiert, ergänzt durch hochwertiges, sehr feines Mikro-Granulat oder fein zerriebenes Flockenfutter. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.

Zucht

Trigonostigma hengeli ist wie seine Verwandten ein Substratlaicher: Die Eier werden an die Unterseite breiter Blätter geklebt, nicht frei verstreut. Das Männchen führt das Weibchen zu einem geeigneten Blatt und befruchtet die Eier im selben Moment. Keine elterliche Brutpflege nach dem Ablaichen. Zuchtbedingungen: Temperatur 26 bis 28 °C, pH 5,0 bis 6,0, sehr weiches Wasser (GH maximal 4 °dGH). Ein separates Zuchtbecken mit geeigneten Blattpflanzen (Cryptocoryne, Echinodorus) ist erforderlich. Die Zucht gilt als anspruchsvoller als bei Trigonostigma espei und erfordert konsequent weiches, saures Schwarzwasser. Die Eier schlüpfen nach 24 bis 48 Stunden. Erstfutter: Infusorien, später feinste Artemia-Nauplien.

Natürlicher Lebensraum

Trigonostigma hengeli kommt in Südostasien vor und bewohnt hauptsächlich die Torfmoorsümpfe und Schwarzwasserbäche Sumatras (Batang-Hari-System) und Borneos (Kalimantan Barat). Die Habitate sind dicht bewachsen, humin- und laubreich, mit extrem weichem, saurem Wasser. Typische Wasserwerte der natürlichen Habitate: Temperatur 23 bis 28 °C, pH 4,5 bis 6,0, sehr weiche Wasserhärte (GH unter 5 °dGH). Das Wasser ist durch Tannine und Huminstoffe tief teefarben gefärbt.

Geschlechtsunterschiede

Männchen von Trigonostigma hengeli sind schlanker gebaut und zeigen eine intensivere Rosa- bis Lachsfärbung sowie ein kontrastreicheres schwarzes Keilzeichen. Das charakteristische orange Band oberhalb des Keils ist bei Männchen leuchtender. Weibchen sind etwas fülliger, besonders im Bauchbereich, und zeigen eine etwas mattere Grundfärbung.

Gut zu wissen

  • Schmalstes, kontrastärmstes Keilmuster aller Trigonostigma-Arten
  • Schwarzwasser-Spezialist aus Torfsumpfwäldern Sumatras
  • Im Handel häufig mit Trigonostigma espei verwechselt
  • Verbreitung auf Borneo und Sumatra
  • Substrat-Eiableger: Eier an Blattunterseiten geheftet
  • Zucht schwieriger als bei Trigonostigma heteromorpha
  • Deutliches Sprungrisiko durch Schreckreflex: tight schließende Abdeckung erforderlich
  • Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten, bei Parasitenbehandlung kupferfreie Mittel bevorzugen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht Hengels Keilfleckbärbling?

Temperatur 23 bis 28 °C, pH 5 bis 7 (optimal 5,5 bis 6,5), sehr weiche Gesamthärte 1 bis 8 °dGH. Die Art benötigt konsequent weiches Schwarzwasser.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter für eine Gruppe von 8 bis 10 Tieren.

Kann man Hengels Keilfleckbärbling vergesellschaften?

Ja, mit anderen friedlichen Schwarzwasser-Arten: andere Trigonostigma, Boraras, Kuhlis, Panzerwelse. Aggressive Arten vermeiden.

Kann man Hengels Keilfleckbärbling züchten?

Ja, aber anspruchsvoller als andere Trigonostigma-Arten. Substratlaicher, der Eier an die Unterseite breiter Blätter klebt. Zuchtwerte: 26 bis 28 °C, pH 5 bis 6, sehr weiches Wasser.

Hinweis zu den Daten

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Fragen und Erfahrungen

5 Kommentare, der letzte vom 17. August 2013
    1. MatthiasRedaktion

      Diese beiden Arten sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Sie unterscheiden sich in den roten „Strich“ unter dem Keil. Da dieses Tier jedoch ohnehin gut gefärbt ist, ist der Unterschied noch schwerer zu erkennen. Es zeigt jedoch die benannte Art.

  1. Kirsten

    Sorry, muss Martin zustimmen. Habe nämlich gerade das Problem, dass ich unbedingt Espei Keilflecke haben wollte, weil sie so schön flächig und ins rot gehende gefärbt sind wie auf dem Foto zu sehen. Mein Händler hat aber Hengelis bekommen, welche er mir trotzdem als die gewünschte Sorte weitergegeben hat?! Diese sind aber eher farblos mit einem neonorangenen Keil neben dem schwarzen…auch sehr hübsch, aber wenn man eigentlich gerade auf diesen flächigen Rotstich aus war…

  2. FrankyZ

    Hey – toller Fisch und auch eine sehr schöne Vorstellung! (Alleine schon, dass auf die Wasserchemie eingegangen wird find ich positiv, bei vielen anderen fehlen sie schlicht und einfach…)
    Danke.

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Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Karpfenfische, ähnlich groß.

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Espens Keilfleckbärbling/Kupfer-Keilfleckbärbling

Trigonostigma espei

  • Endgröße: bis 3,5 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 23-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Einfach

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Enteromius jae

  • Endgröße: 3,8 cm TL
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 20-24 °C
  • pH-Wert: pH 5-6,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Mittel

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Oreichthys crenuchoides

  • Endgröße: bis 4,5 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 23-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

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  • Endgröße: bis 2,5 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 20-28 °C
  • pH-Wert: pH 4-6,5
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Mittel

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