Atya gabonensis

Deutscher Name: Riesen-Fächergarnele

Herkunft: Afrika, Westafrika, Zentralafrika
Farben: Beige, Braun, Transparent
Schwierig: Anspruchsvoll
Gattung: Atya
Gruppe: Garnelen

Beschreibung

Die Riesen-Faechergarnele gehoert zu den groessten Suesswassergarnelen in der Aquaristik. Sie stammt aus schnell fliessenden Fluessen Westafrikas, von Senegal bis zur Demokratischen Republik Kongo. Anders als die meisten Garnelen besitzt sie keine Scheren. Stattdessen sind die ersten beiden Beinpaare zu speziellen Faechern mit feinen Borsten umgebildet. Diese haelt sie in die Stroemung, um winzige Nahrungspartikel wie Plankton, Algensporen und organische Schwebstoffe herauszufiltern. Im Aquarium braucht diese Art vor allem kraeftige Stroemung und erhoehte Sitzplaetze aus Holz oder Steinen, auf denen sie sich positioniert und ihre Faecher ausbreitet. Sucht sie stattdessen am Boden nach Futter, deutet das auf Nahrungsmangel hin. Die Faerbung wechselt zwischen Weiss, verschiedenen Blautoenen, Grau und Braun. Haerteres Wasser foerdert die bekannte blaue Faerbung. Die Nachzucht in Gefangenschaft ist aeusserst schwierig, da die Larven Brackwasser benoetigen und einen komplexen Entwicklungszyklus durchlaufen. Die im Handel angebotenen Tiere sind ueberwiegend Wildfaenge. Bei guter Pflege koennen Riesen-Faechergarnelen 5 bis 10 Jahre alt werden, in Ausnahmefaellen auch deutlich laenger.

Besonderheiten

  • Groesste im Handel erhaeltliche Faechergarnele (bis 15 cm)
  • Reine Filtrierer ohne Scheren, einzigartige Faecherbeine zum Nahrungsfang
  • Faerbung wechselt je nach Wasserhaerte, Haeutung und Stimmung (weiss, blau, braun, rotbraun)
  • Nachtaktiv, versteckt sich tagsueber in Hoehlen und Spalten
  • Ausbruchskuenstler, Abdeckung ist Pflicht
  • Sehr empfindlich gegenueber Kupfer, Pestiziden und Medikamenten
  • Fortpflanzung im Aquarium praktisch nicht moeglich (Larven brauchen Meerwasser)
  • Ueberwiegend Wildfaenge aus Westafrika

Vergesellschaftungshinweise

Friedliche und ruhige Garnele, die sich gut mit kleinen, friedlichen Fischen vergesellschaften laesst. Gut geeignet sind ruhige Salmler, kleine Barben und Panzerwelse. Aggressive oder grosse Fische meiden, da sie die Garnelen stressen oder fressen koennen. Auch raeberische Krebse oder groessere Garnelen sind ungeeignet. Mehrere Riesen-Faechergarnelen koennen zusammen gehalten werden, da sie untereinander nicht aggressiv sind.
Größe: Maennchen bis 15 cm, Weibchen bis 12 cm

Erscheinungsbild

Kraeftiger, massig gebauter Koerper mit stark strukturiertem Panzer. Auffaelligstes Merkmal sind die zu breiten Faechern umgebildeten ersten beiden Beinpaare, mit denen das Tier Nahrungspartikel aus der Stroemung filtert. Die Faerbung ist sehr variabel und reicht von Cremeweiss ueber verschiedene Blautoene bis hin zu Braun und Rotbraun. Die bekannte intensive Blaufaerbung tritt besonders bei haerterem Wasser auf. Das Rostrum (Stirnfortsatz) ist kurz und stachellos. Maennchen haben deutlich dickere dritte Schreitbeine, Weibchen sind breiter im Bauchbereich.

Zucht und Fortpflanzung

Die Fortpflanzung erfolgt durch Eiablage. Die Weibchen tragen befruchtete Eier an ihren Schwimmbeinen (Pleopoden). Die geschluepften Larven benoetigen Meerwasser (etwa 33 bis 35 g/l Salzgehalt) fuer ihre Entwicklung und durchlaufen mehrere Larvenstadien. Nach der Verwandlung kehren die Jungtiere ins Suesswasser zurueck. Dieser komplexe Lebenszyklus macht die Nachzucht in Gefangenschaft aeusserst schwierig und gelingt nur selten. Die Gelegegroesse haengt von der Koerpergroesse des Weibchens ab und liegt zwischen 850 und ueber 12.000 Eiern.
Beckengröße:
Ab 200 Liter mit starker Stroemung und erhoehten Sitzplaetzen aus Holz oder Steinen. Zahlreiche Verstecke sind wichtig, da die Tiere nachtaktiv sind und sich tagsüber zurueckziehen.
Wasserhärte: mittelhart
PH-wert
6,5-7,5
Temperatur:
24 – 28 °C (Toleranz: 22 – 30 °C)
Alterserwartung
5 bis 10 Jahre, bei optimaler Pflege auch deutlich laenger

Ernährung/Futterbedarf

Reine Filtrierer, die Schwebstoffe aus der Stroemung fangen. Im Aquarium mit feinem Staubfutter, Spirulina-Pulver, Phytoplankton oder zerriebenen Flocken fuettern. Das Futter direkt in die Stroemung geben, damit die Garnelen es mit ihren Faechern auffangen koennen. Sucht die Garnele am Boden nach Futter, ist das ein Zeichen fuer Nahrungsmangel. Groessere Futterstuecke wie Gemuese koennen nicht gefressen werden, da die Faecherbeine nicht zum Greifen oder Abbeissen geeignet sind.

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Hallöchen, wollten nur mal darauf aufmerksam machen, dass diese Art nicht gaponensis, sondern gabonensis heißt ;-). Zum Verhalten können wir aus eigenen Studien sagen, dass diese Tiere untereinander überhaupt nicht friedlich bzw. sanft. sind, zumindest in der Paarungszeit. Unter Umständen jagen sich die Männchen bis in den Tod. Diese Art scheint Revierbildend zu sein. Paarhaltung sollte bevorzugt werden. Zur Ernährung können wir sagen dass das hier Erwähnte grob korrekt ist. Speziell wurde bei wissenschaftlichen Untersuchungen der Mageninhalt von freilebenden Atya gabonensis untersucht und es wurden zum größten Bestandteil Algen im Magen gefunden, bevorzugt der Algenart Spirogyra. Sekundär dazu wurden Detrius,… Weiterlesen »

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