Axelrodia riesei

Deutscher Name: Roter Pfeffersalmler / Ruby Tetra

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Südamerika
Farben:
rot, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Axelrodia riesei
Gattung: Axelrodia
Familie: Characidae

Beschreibung

Beschreibender Überblick Axelrodia riesei, im Deutschen als „Roter Pfeffersalmler“ oder auf Englisch als „Ruby Tetra“ bekannt, ist ein sehr klein bleibender Characide aus dem oberen Río-Meta-Becken in Kolumbien (Orinoco-System, Südamerika). Die dokumentierte Maximalgröße liegt je nach Quelle zwischen etwa 1,5 und 2,5 cm Standardlänge; Weibchen sind in der Regel matter gefärbt und wirken fülliger im Bauchbereich. Im Aquarium bewegt sich Axelrodia riesei bevorzugt in der mittleren bis unteren Wasserschicht – nicht, wie gelegentlich angenommen, oberflächennah. Die Tiere bewegen sich charakteristisch: kurze, blitzschnelle Dashes wechseln sich mit kurzen Ruhepausen ab, ähnlich dem Flugmuster einer Libelle. Als echter Schwarzwasserbewohner benötigt die Art weiches, saures Wasser mit niedrigem pH und wenig Mineralisierung.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Endemisch im oberen Río-Meta-Becken, Kolumbien (Orinoco-System, Südamerika).
  • Echter Schwarzwasserbewohner: bevorzugt tanninreiches, weiches, saures Wasser.
  • Schwimmzone: Mitte bis unten.
  • Revierverhalten der Männchen innerhalb der Gruppe (harmlos, natürlich).
  • Sprungrisiko vorhanden: Aquarianer berichten von Sprungversuchen – Abdeckung empfehlenswert.
  • Freilaicher / Eierstreuer (egg-scatterer) ohne Brutpflege.
  • Mikroräuber: benötigt kleine Futter-Partikel, die in das winzige Maul passen.

Vergesellschaftungshinweise

Das Temperament ist friedlich; Axelrodia riesei ist gegenüber anderen Arten nicht aggressiv. Innerhalb der Gruppe zeigen Männchen jedoch ausgeprägte Revierbildung: Sie sichern kleine Territorien und fechten regelmäßig untereinander aus, ohne dabei ernsthaften Schaden anzurichten. Dieses innerartliche Sparring ist normales Sozialverhalten und kein Zeichen von Inkompatibilität. Die Art ist ein echter Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden – kleinere Gruppen führen zu Stress, blasserer Färbung und verstärktem Rückzugsverhalten. Trotz des friedlichen Charakters ist Axelrodia riesei kein klassischer Gemeinschaftsfischkandidat für Standard-Gesellschaftsbecken: Die sehr spezifischen Wasseransprüche (weiches Schwarzwasser) schränken die Auswahl der Beifische stark ein. Geeignet sind andere Schwarzwasser-Kleinformen wie Mikrorasboras, Zwergbärlinge, Corydoras-Pygmäen oder ähnlich anspruchslose Bodenbewohner aus dem Orinoco-Einzugsgebiet. • Garnelen: Sehr kleine Garnelen-Jungtiere (frisch geschlüpfte Neocaridina/Caridina) können gefressen werden. Adulte Zwerggarnelen sind in der Regel sicher, jedoch sind Garnelen aus Hardwater-Beständen wasserseitig oft inkompatibel. • Schnecken: Weitgehend verträglich. • Sonstige Wirbellose: Sehr kleine Wirbellose können erbeutet werden; im Zweifelsfall vorsichtig vorgehen. Axelrodia riesei stammt aus dem Orinoco-System, Kolumbien (Südamerika). Beifische sollten ebenfalls aus Schwarzwasser-Habitaten Südamerikas kommen oder zumindest mit weichem, saurem Wasser (pH 4,5–6,5, GH < 6 dGH) kompatibel sein. Geeignete Beifische: Mikrorasboras (z. B. Boraras-Arten), Zwergbärlinge, Corydoras pygmaeus, Otocinclus, kleine Apistogramma-Arten (sofern das Becken groß genug ist), Killifische aus Schwarzwasserregionen. Zu vermeiden: räuberische Arten, dominante Großcichliden, Garnelen-Communities mit Hardwater-Besatz.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen zeigen während der Balz intensivere Rotfärbung und wirken schlanker im Rumpfprofil. Weibchen sind matter gefärbt und im Bauchbereich deutlich fülliger, besonders während der Laichperiode. Außerhalb der Balzsaison ist die Geschlechtsdetermination schwieriger; erfahrene Aquarianer erkennen den Größen- und Farbunterschied jedoch zuverlässig. Haltungstipps Wasserwerte: • Temperatur: 21–27 °C • pH: 4–6.5 • GH: 2–8 °dGH Beckengröße: • Einrichtung: Da die Tiere in der oberen Schwimmzone aktiv sind, empfiehlt sich ein dicht bepflanztes Aquarium mit freier Schwimmfläche in der oberen/mittleren Wasserschicht. Schwimmpflanzen, feines Tanninfärbung durch Torf oder Laub sowie Versteckmöglichkeiten durch aufrechte Pflanzen oder Moorwurzelstrukturen schaffen eine ruhige, strukturierte Umgebung, die scheue und oberflächennah schwimmende Fische bevorzugen. • Substrat: Fein- bis mittelkörniges Substrat ist unkritisch, da Axelrodia riesei überwiegend oberflächennah schwimmt und wenig Bodenkontakt hat. • Strömung: Moderate bis geringe Strömung, da die Art bevorzugt ruhigere bis mäßig fließende Randbereiche nutzt. Starke Strömungen sollten vermieden werden. • Beleuchtung: Gedämpfte bis moderate Beleuchtung, ergänzt durch schattenspendende Pflanzen, kommt den Vorlieben solcher kleinbleibender, oft scheuer Salmler entgegen. • Wasserpflege: Regelmäßige, vorsichtige Wasserwechsel sind wichtig, um stabile, weiche und saure Bedingungen zu erhalten. Die Art gilt als empfindlich gegenüber schnellen Veränderungen der Wasserchemie; daher Wasserwechsel mit aufbereitetem bzw. angepasstem Wasser durchführen. • Abdeckung / Sprungrisiko: Das Sprungrisiko ist als gering einzustufen („low“), dennoch empfiehlt sich bei offenen Aquarien grundsätzlich eine Abdeckung, da kleine Salmler durch Aufregung oder beim Füttern kurzzeitig höhere Sprungbereitschaft zeigen können. Wichtiger Hinweis zu pH-Werten: Die vorliegenden, verbindlichen Aquarium-Werte geben einen pH-Bereich bis hinunter zu 4,0 an. Praktische Erfahrungen in der Aquaristik zeigen jedoch, dass sehr niedrige pH-Werte im Heimaquarium schwerer dauerhaft zu stabilisieren sind; viele Aquarianer empfehlen in der Praxis, pH-Werte nicht deutlich unter etwa 5,5 zu halten, auch wenn die Natur lokaler Vorkommen durchaus noch saurer sein kann. Diese Empfehlung ist eine Praxis-Notiz: die verbindlichen Daten oben bleiben die maßgebliche Referenz.
Größe: ca. 2.1 cm

Haltungstipps / Pflege

Für die artgerechte Haltung des Axelrodia riesei Roter Pfeffersalmler sollte ein geräumiges, gut bepflanztes Aquarium mit ausreichend Versteckmöglichkeiten eingerichtet werden, um die natürlichen Bedürfnisse des Schwarmfisches zu erfüllen; ein Volumen von mindestens 60 Litern ist empfehlenswert. Der Raum sollte mit lebenden Pflanzen, weichen Substraten und Astmaterialien strukturiert sein, um den Fischen Rückzugsmöglichkeiten zu bieten und das Mikrobiotum zu fördern. Die Wasserwerte sollten stabil gehalten werden, idealerweise mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 sowie einer Wassertemperatur von 24–28 Grad Celsius, wobei regelmäßige Teilwasserwechsel von etwa 20–30 % alle ein bis zwei Wochen sowie ein leistungsfähiger Filter zur Entfernung von Schadstoffen und zur Aufrechterhaltung der Wasserqualität beitragen. Die Fütterung sollte abwechslungsreich gestaltet sein, indem neben hochwertigem Flockenfutter auch kleine Lebend- oder Frostfuttermittel angeboten werden, um den natürlichen Ernährungsgewohnheiten des Pfeffersalmlers gerecht zu werden; hierbei ist auf die Dosierung zu achten, um eine Überbelastung des Aquariums mit organischen Abfällen zu vermeiden. Zudem gehört die regelmäßige Reinigung des Bodengrundes, der Scheiben und des Filters zum täglichen Pflegerepertoire, während die Beobachtung der Wasserparameter und des Fischverhaltens frühzeitig auf mögliche Probleme hinweist. Diese Pflegemaßnahmen in Kombination mit einer artgerechten Gruppenhaltung (mindestens sechs Tiere) bilden die Grundlage für ein gesundes und naturnahes Lebensumfeld des Axelrodia riesei Roter Pfeffersalmler.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
4–6,5
Temperatur:
20–28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Zuchtstatus: Dokumentierte Nachzuchten im Aquarium vorhanden, aber anspruchsvoll. Fortpflanzungstyp: Freilaicher (egg-scatterer) ohne elterliche Brutpflege. Eier werden täglich in kleinen Mengen an feinen Pflanzen oder Moossubstraten abgesetzt; Elterntiere fressen die Eier auf und müssen entfernt werden. Zuchtschwierigkeit: Mittel bis schwer (medium-difficult). Trotz dokumentierter Erfolge erfordert die Zucht Erfahrung, stabile Wasserparameter und geeignetes Kleinstfutter für die Larven. Zucht-Vorgehen (aus Berichten): – Separates Zuchtbecken mit sehr weichem, leicht saurem Wasser; Moospolster oder feines Pflanzenmaterial als Laichsubstrat. • Ein Männchen mit 2–3 Weibchen; Eltern nach dem Laichen entfernen. • Eier schlüpfen nach ca. 2–3 Tagen. • Larven anfangs mit Infusorien / Mikroorganismen füttern, später Artemia-Nauplien. • Jungfische 4–6 Wochen separat aufziehen.

Ernährung/Futterbedarf

Futterempfehlungen: • Lebendfutter: Kleinstlebendfutter wie frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Cyclops, Mikro-Wasserflöhe (Daphnien in sehr kleinen Größen), und fein geschnittene Insektenlarven (z. B. Mückenlarven) sind hervorragend geeignet und werden in Zucht- und Haltungsberichten empfohlen. • Frostfutter: Gefrorene Artemia, Cyclops oder ähnliche Produkte sind gute Alternativen, wenn lebendfutter nicht verfügbar ist. • Trockenfutter: Fein gemahlene Flocken für Fleischfresser, Micro-Pellets oder spezielle Aufzuchtfutter können Teil der Ernährung sein, sollten aber durch lebende oder hochwertige Frostfutter ergänzt werden, um die natürliche Nahrungspräferenz zu decken. • Fütterungsfrequenz: Mehrere kleine Portionen pro Tag entsprechen dem natürlichen Fressverhalten kleiner, aktiver Salmler; aber exakte Intervalle sind nicht standardisiert und sollten beobachtungsbasiert angepasst werden.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 2–3 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Herkunft: Oberes Río-Meta-Becken (östlich von Villavicencio, Kolumbien), Orinoco-System, Südamerika. Endemische Art mit sehr begrenztem natürlichen Verbreitungsgebiet. Habitatbeschreibung: Bewaldete Schwarzwassergewässer: stagnante bis sehr langsam fließende, tanninreiche Randbereiche kleiner Waldgewässer mit dichten Unterwasserpflanzen, Falllaub und Wurzelsystemen. Das Wasser ist durch Huminsäuren aus verwesenden Pflanzenresten stark gefärbt (braun), mit extrem weich er Chemie und niedrigem pH. Die Art hält sich in der mittleren bis unteren Wasserschicht auf.

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