Badis badis
Beschreibung
Badis badis, im Deutschen als Blaubarsch oder Chamaeleonfisch bekannt, ist ein kompakt gebauter Kleinfisch mit leicht erhoehter Koerpersilhouette. Die Art ist für ihre Farbveraenderlichkeit bekannt: In Ruhestellung zeigen die Tiere eine roetlich-braune Grundfärbung mit vertikalen schwarzen Querstreifen, die vollständig verschwinden können. Während der Balz faerben sich Männchen nahezu schwarz mit intensiv blau schimmernden Flossen. Männchen werden insgesamt größer (bis ca. 7 cm SL) und schlanker, Weibchen bleiben kleiner mit rundlicherer, kompakterer Koerperform. Die Koerperform ist auf das bodennahe Leben ausgelegt. Die Tiere schwimmen bevorzugt in Bodennaehe und halten sich zwischen Substrat, Pflanzen und Wurzeln auf. Im Aquarium zeigt die Art ein ruhiges, zurueckhaltendes Verhalten und zieht sich häufig in Verstecke zurueck.
Besonderheiten
- Hoehlenbrueter: Eiablage in Höhlen, Tonroehren oder vergleichbaren Strukturen
- Männchen bewacht das Gelege allein (keine Paarbindung nach Eiablage)
- Chamaeleonfisch: Starke Farbveraenderlichkeit je nach Stimmung und Fortpflanzungsphase
- Hybridisierungsgefahr mit anderen Badis-Arten
- Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
- Trockenfutter wird oft abgelehnt; Lebendfutter notwendig
- Subtropische Art: Vertraegt kühle Temperaturen (ab 15 Grad Celsius)
Vergesellschaftungshinweise
Badis badis ist ruhig, zurückhaltend und scheu. Empfohlene Haltungsform: Paar (1M/1W) oder kleiner Harem (1M/2 bis 3W). Rivalisierende Männchen können in engen Verhaeltnissen aggressiv zueinander werden. Während der Brutzeit werden Männchen deutlich territorialer. Das Männchen übernimmt nach der Eiablage die alleinige Brutpflege. Geeignete Beifische sind friedliche Mittelschwimmer und ruhige Bodenbewohner aus Suedasien. Garnelen sind ungeeignet (Beute). Schnecken gehören zum natürlichen Beutespektrum und werden gefressen; für die Pflege von Zierschnecken ist die Art nicht geeignet. Keine Vergesellschaftung mit anderen Badis-Arten (Hybridisierungsgefahr).
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer (bis ca. 7 cm SL), sind schlanker und zeigen deutlich intensivere Färbung, insbesondere die schwarze Balzfaerbung mit blauen Flossen. Weibchen bleiben kleiner, haben eine rundlichere Koerperform und deutlich unscheinbarere Zeichnung.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 15 bis 25 Grad Celsius (optimal 20 bis 24 Grad Celsius), pH 6,0 bis 7,5, GH 3 bis 15 dGH. Mindestens 80 cm Beckenlänge (ca. 112 Liter) für ein Paar. Feiner, dunkler Sand als Bodensubstrat. Reichlich Verstecke: Tonroehren, Kokosnusshaelften, Höhlen, dichte Wurzelstrukturen. Schwimmende Pflanzen und breitblaettrige Bodenpflanzen. Geringe bis moderate Strömung; gedaempfte Beleuchtung mit schattigen Zonen. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel (20 bis 25 Prozent woechentlich). Stabile Wasserwerte sind wichtiger als grossvolumige Wechsel.
Zucht und Fortpflanzung
Gut dokumentiert, einfach zu vermehren. Hoehlenbrueter. Männchen und Weibchen balzen, wobei das Männchen die Partnerin in die Hoehle draengt. Nach der Eiablage verlässt das Weibchen die Hoehle; das Männchen übernimmt die alleinige Brutpflege. Eier schlüpfen nach ca. 2 bis 3 Tagen. Larven werden nach ca. 6 bis 8 Tagen freischwimmend. Erstfutter: Mikrowürmer, dann Artemia-Nauplien. Zuchtwasserwerte: pH ca. 6,5 bis 7,0, Temperatur ca. 24 Grad Celsius, weiches bis mittelhartes Wasser.
Ernährung/Futterbedarf
Mikroraeuber (Karnivor). Starke Präferenz für lebende und gefrorene Kleintiere: Artemia-Nauplien, Daphnia, Cyclops, Mückenlarven, Enchytraeen. Trockenfutter wird häufig abgelehnt. Rote Mückenlarven und Tubifex sollten gemieden werden (Verfettungsgefahr). Mehrere kleine Fuetterungen täglich an ruhigen, geschuetzten Stellen.
Natürlicher Lebensraum
Badis badis stammt aus Suedasien und kommt in Indien, Nepal, Bangladesh, Bhutan und Pakistan vor. Die Art bewohnt überwiegend langsam fließende oder stehende Gewässer: flache Gräben, Kanaele und Randbereiche von Reisfeldern. Typisch sind truebe Gewässer mit geringer Strömung und Bestaenden untergetauchter Vegetation, häufig in oder nahe Wasserlilienbestaenden mit schlammigem bis feinem Bodensatz.