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Zierfische, Familie Loricariidae

Blaue Panaque Baryancistrus beggini (L 239)

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Baryancistrus beggini (L239) ist ein kompakter, kräftig gebauter Harnischwels aus dem Orinoco-Einzugsgebiet, der 8,1 cm SL (ca. 10 bis 12 cm TL) erreicht. Der Handelsname Blaue Panaque ist etabliert, die Art gehört jedoch zur Gattung Baryancistrus, nicht zu Panaque. Die Färbung ist überwiegend dunkel mit bläulichen Reflexen; adulte Männchen können eine intensivere Blautönung zeigen.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Paarweise
  • Territorial
  • Kupferempfindlich
  • bis 12 cmEndgröße

  • 10-15 JahreLebenserwartung

  • 26-30 °CTemperatur

  • 5,5-7,5pH-Wert

  • 1-10 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Der Körper trägt die für Harnischwelse typischen Knochenpanzerplatten. Im Aquarium hält sich Baryancistrus beggini bevorzugt in Höhlen und Spalten auf. Die Art ist an felsige Schnellwasserhabitate angepasst und benötigt entsprechend starke Strömung und hohe Sauerstoffsättigung. Baryancistrus beggini reagiert empfindlich auf Nitrat-Akkumulation und instabile Wasserqualität.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 26 bis 30 °C, pH 5,5 bis 7,5, GH 1 bis 10 dGH. Mindestens 80 cm Beckenlänge (ca. 112 Liter) für ein Einzeltier. Für Paare oder Gruppenhaltung ist ein Becken ab 120 cm (ca. 300 Liter) empfehlenswert. Zahlreiche Höhlen und enge Spalten aus stabilen Felsstrukturen (Lavagestein, glatte Feldsteine), Wurzelholz als zusätzliche Deckung. Aufwuchs (Algenfilm) sollte sich auf Steinen und Rückwand entwickeln dürfen. Feines bis mittelkörniges Substrat ohne scharfe Kanten. Strömung moderat bis stark mit guter Sauerstoffversorgung. Wöchentliche Wasserwechsel von 40 bis 70 Prozent. Die Art reagiert empfindlich auf Nitrat-Anstieg; für Zuchtversuche Nitrat unter 10 ppm anstreben. Kupferhaltige Medikamente vermeiden.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Baryancistrus beggini ist grundsätzlich friedlich, zeigt jedoch territoriales Verhalten gegenüber Artgenossen und ähnlich aussehenden Welsarten, besonders unter Männchen. Für Gruppenhaltung müssen ausreichend Höhlen und Sichtbarrieren bereitstehen. Die Art ist wegen ihrer Empfindlichkeit und spezifischen Wasseransprüche eher für erfahrene Halter geeignet. Geeignete Beifische sind kleine südamerikanische Salmler, die nicht um Bodennahrung konkurrieren. Andere Bodenbewohner nur bei großem Platzangebot mit mehreren Höhlen. Sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden; adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert.

Ernährung

Aufwuchsfresser (Periphyton-Grazer). Im natürlichen Habitat weidet die Art Algenfilme und assoziierte Mikroorganismen von Gesteinsoberflächen ab. Im Aquarium: Aufwuchs auf Steinen und Rückwand fördern. Algenwafern und pflanzenbetonte Sinkpellets als Ergänzung, blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke). Gelegentlich Frostfutter (Mückenlarven, Artemia) als tierische Ergänzung. Wurzelholz als Aufwuchsfläche bereitstellen, nicht als Nahrung: Baryancistrus ist kein Holzfresser.

Zucht

Höhlenbrüter mit männlicher Brutpflege. Das Weibchen wird nach dem Ablaichen aus der Höhle gedrängt; das Männchen verbleibt zur Bewachung und Pflege der Eier. Die Zucht gilt als selten und anspruchsvoll. Für Zuchtversuche: warmes Wasser (ca. 28 °C), weiches, leicht saures Milieu, geeignete Tonhöhlen und niedriger Nitratgehalt (unter 10 ppm). Spezifische Zuchtwasserwerte und Gelegegröße sind nicht dokumentiert.

Natürlicher Lebensraum

Baryancistrus beggini ist auf ein eng begrenztes Verbreitungsgebiet beschränkt: die Mündungszone des Rio Ventuari in den Rio Orinoco im venezolanischen Bundesstaat Amazonas sowie den unteren Rio Guaviare in Kolumbien. Die Typusexemplare wurden aus Spalten zwischen Granituntergrund und größeren Felsblöcken gesammelt, in charakteristischen Biotopen des Guyana-Schildes mit starker Strömung und hoher Sauerstoffsättigung.

Geschlechtsunterschiede

Männchen entwickeln deutlich verlängerte Odontoden an Kiemendeckeln und Brustflossenstacheln, was als zuverlässigstes Geschlechtsmerkmal gilt. Möglicherweise zeigen Männchen auch eine intensivere blaue Pigmentierung. Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht dokumentiert.

Gut zu wissen

  • Höhlen- und Spaltenbewohner; natürlich zwischen Granitblöcken lebend
  • Handelsname Blaue Panaque (L239), gehört aber zur Gattung Baryancistrus
  • Männliche Brutpflege: Männchen bewacht die Eier in der Höhle
  • Männchen mit verlängerten Odontoden an Kiemendeckeln und Brustflossenstacheln
  • Empfindlich gegenüber Nitrat-Anstieg und instabiler Wasserqualität
  • Kupferempfindlich: kupferhaltige Medikamente vermeiden
  • Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht die Blaue Panaque?

Temperatur 26 bis 30 °C, pH 5,5 bis 7,5 und GH 1 bis 10 dGH. Die Art benötigt starke Strömung, hohe Sauerstoffsättigung und ist empfindlich gegenüber Nitrat-Anstieg.

Wie groß wird die Blaue Panaque?

Baryancistrus beggini (L239) erreicht ca. 8,1 cm SL, mit Schwanzflosse bis 10 bis 12 cm TL. Trotz des Handelsnamens gehört die Art nicht zur Gattung Panaque.

Kann man die Blaue Panaque vergesellschaften?

Ja, mit kleinen südamerikanischen Salmlern, die nicht um Bodennahrung konkurrieren. Andere Bodenbewohner nur bei großem Platzangebot mit mehreren Höhlen. Kleine Junggarnelen sind gefährdet.

Kann man die Blaue Panaque züchten?

Höhlenbrüter mit männlicher Brutpflege. Die Zucht gilt als selten und anspruchsvoll. Warmes Wasser (ca. 28 °C), weiches Milieu und niedriger Nitratgehalt sind Voraussetzung.

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