Betta prima KOTTELAT, 1994

Deutscher Name: Betta prima

Quelle: Hans-Jürgen Ende
Herkunft:
Asien, Laos, Ostasien, Südostasien, Thailand, Vietnam
Farben:
blau, grün, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Betta prima
Gattung: Betta
Familie: Osphronemidae

Beschreibung

Betta prima ist ein vergleichsweise kleiner, gedrungen gebauter Labyrinthfisch mit einer unauffälligen Grundfärbung, die im Aquaristik-Kontext als braun beschrieben wird. Männchen zeigen auf den Kiemendeckeln und entlang der Körperflanken irisierende Glanzschuppen in Blau- bis Grüntönen, die im richtigen Lichteinfall stark zur Geltung kommen. Die Flossenform ist beim Männchen leicht lanzettlich ausgezogen, insbesondere die Schwanzflosse zeigt eine leicht zugespitzte Form, während Weibchen insgesamt kürzere und rundere Flossen besitzen. Jungfische und Weibchen sind in der Regel schlichter braun gefärbt und tragen zwei dunkle Längsstreifen auf den Flanken sowie einen dunklen Fleck am Schwanzstiel. Im Aquarium zeigt Betta prima typisches Verhalten für einen eher scheuen Labyrinthfisch: Die Tiere halten sich häufig in der oberen Schwimmzone auf, suchen Verstecke zwischen Wurzeln, Pflanzen und Leaf Litter und sind insgesamt ruhig und zurückhaltend. Männliche Tiere sind territorial gegenüber Artgenossen während der Fortpflanzungs- und Revierbildungsphasen, dieses Verhalten ist jedoch im Vergleich zu hochaggressiven Kampffischarten moderat. Auffällig ist das Sicherheitsbedürfnis der Art: Sie bevorzugt dicht strukturierte Becken mit vielen Verstecken, schattigen Bereichen und ruhigem, gedämpftem Licht. Besonderheiten dieser Art sind die Anpassung an huminstoffreiche, „teefarbene“ Gewässer und das Labyrinthorgan, das den Fischen erlaubt, atmosphärische Luft zu atmen. Betta prima ist ein paternal Maulbrüter: Das Männchen nimmt nach dem Ablaichen die befruchteten Eier ins Maul und trägt sie während der gesamten Inkubationszeit. Die Art ist insgesamt nicht extrem robust gegenüber stark wechselnden Bedingungen, benötigt aber keine sehr schwierige Pflege, weshalb die Schwierigkeit als „Mittel“ eingestuft wird.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Paternal Maulbrüter: Das Männchen trägt die befruchteten Eier im Maul, bis die Jungfische frei schwimmen.
  • Labyrinthfisch: Verfügt über ein Labyrinthorgan, benötigt Zugang zur Wasseroberfläche.
  • Angepasst an huminstoffreiche, teefarbene Gewässer mit Leaf Litter.
  • Hält sich überwiegend in der oberen Schwimmzone auf.
  • Männchen zeigt während der Brutzeit territoriales und scheues Verhalten – Stress unbedingt vermeiden!
  • Sprungneigung: gelegentliches Springen möglich – Abdeckung empfohlen.
  • Bevorzugt Lebend- und Frostfutter.

Vergesellschaftungshinweise

Betta prima wird in der Praxis in der Regel als Paar oder in kleinen Gruppen gepflegt, wenn ausreichend Struktur vorhanden ist. Empfohlen werden Einzelhaltung oder Paarhaltung; Gruppenkonstellationen sind erfahrenen Haltern vorbehalten, die ausreichend Versteckstrukturen und Rückzugsmöglichkeiten bieten können. In gut strukturierten Becken mit zahlreichen Verstecken lassen sich gelegentlich mehrere Tiere pflegen, wobei das Männchen während der Brutzeit ein kleines Revier verteidigt. Das Temperament im Normalzustand ist ruhig und eher scheu; Betta prima bewegt sich zurückhaltend und nutzt Deckung. Während der Brutzeit, wenn das Männchen die Eier im Maul trägt, sollte das Becken besonders ruhig gehalten werden – Stress kann dazu führen, dass das Männchen die Brut vorzeitig ausspuckt oder schluckt. Saisonale Verhaltensanpassungen an Regen- und Trockenzeiten sind in der Natur bekannt, im Aquarium treten solche Phasen nicht zwingend auf. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Aufgrund der Ernährungsgewohnheiten sind Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) für Betta prima nicht sicher – Junggarnelen und kleinstlebende Garnelen werden als Beute betrachtet und gefressen. Größere Schnecken werden hingegen meist toleriert. Betta prima ist am besten mit ruhigen, bioregionalen Beifischen zu vergesellschaften. Empfohlen werden andere südostasiatische Arten, kleine Rasboras, ruhige Schmerlen und friedliche Bodenfische aus Südostasien – diese Arten teilen in der Regel ähnliche Wasseransprüche und stören die ruhige Atmosphäre nicht. Corydoras sind südamerikanische Fische und bioregional unpassend; sie sollten nicht als Beifische genannt werden. Unbedingt zu vermeiden sind Beifische mit sehr abweichenden Bedürfnissen sowie territorial-aggressive Arten. Aufgrund der Gefahr, dass Junggarnelen gefressen werden, sind Zwerggarnelen im gleichen Becken nur mit Vorbehalt und nicht als sicher anzusehen.

Geschlechtsdimorphismus

Bei Betta prima sind Männchen und Weibchen klar unterscheidbar. Männchen werden tendenziell größer, haben einen breiteren Kopf, zeigen verlängerte Bauchflossen und eine lanzettliche Schwanzflosse sowie auffälligere irisierende Glanzschuppen in Blau- und Grüntönen. Weibchen bleiben kleiner und gedrungener, besitzen rundere Flossen und sind farblich schlichter, häufig mit zwei dunklen Längsstreifen auf den Flanken und einem dunklen Fleck am Schwanzstiel. Die Standardlänge beträgt 4–5 cm (SL); Wildfische können bis ca. 5 cm SL erreichen. Männchen liegen dabei eher am oberen Ende, Weibchen am unteren Ende.
Größe: ca. 5 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Betta prima benötigt ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge und 112 Liter. Die Einrichtung sollte zahlreiche Verstecke bieten: dicht wachsende Pflanzen, Wurzeln, überhängende Pflanzenkronen und Falllaub (Seemandelbaum, Eichenlaub). Als Substrat eignet sich feiner Sand oder feiner Kies. Wasserwerte: 23–27 °C, pH 4,0–7,0, GH 0–10 dGH. Weiches, leicht saures Wasser mit Huminstoffeinträgen fördert Aktivität und Wohlbefinden. Die Strömung sollte ruhig bis sehr schwach sein – eine luftbetriebene Schwammfilterung ist ideal. Gedämpftes Licht entspricht dem natürlichen Lebensraum. Eine eng schließende Abdeckung ist Pflicht – nicht nur wegen der Sprungneigung, sondern weil die Jungfische eine Schicht warmer, feuchter Luft für die Entwicklung des Labyrinthorgans benötigen. Kupferhaltige Medikamente vermeiden. Betta prima ist eine Art mittlerer Schwierigkeit, die Erfahrung mit weichwasserliebenden Labyrinthfischen voraussetzt.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
4-7
Temperatur:
23–27 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Status: gut dokumentiert (gut dokumentiert). Betta prima ist ein paternal Maulbrüter – das Männchen nimmt nach dem Ablaichen die befruchteten Eier ins Maul und trägt sie bis zum Freischwimmen der Jungfische. Die Zucht ist mit mittlerem Aufwand möglich und wird im Hobby durchgeführt. Zuchtwasserwerte: Zucht-Temperatur 25–26 °C, Zucht-pH 4,5–6,5, Zucht-GH maximal 5 °dGH. Fortpflanzungstyp und Ablauf: Betta prima ist ein paternal Maulbrüter (pugnax-Komplex/prima-Gruppe). Nach einer ausgedehnten Werbephase kommt es zur Umarmung (Embrace), wie sie für Osphronemiden typisch ist. Die befruchteten Eier werden zunächst auf der Afterflosse des Männchens aufgefangen und anschließend vom Männchen ins Maul aufgenommen. Das Männchen trägt die Eier während der gesamten Inkubationszeit und gibt am Ende vollständig entwickelte, frei schwimmende Jungfische frei. Während der Inkubationszeit sollte das Becken besonders ruhig gehalten werden, da Stress das Männchen dazu veranlassen kann, die Brut vorzeitig auszuspucken oder zu schlucken. Zuchtschwierigkeit: mittel. Für die Zucht werden ein ruhiges Aufzuchtbecken, gedämpftes Licht und sauberes Wasser mit stabiler Temperatur benötigt. Als Stimulus sind reichliche Fütterungen mit hochwertigem Lebendfutter sowie regelmäßige Wasserwechsel mit weichem, leicht saurem Wasser hilfreich. Konditionierung und Aufzucht: Zur Konditionierung eignen sich lebende Nahrungsmittel wie Mückenlarven, Artemia und Daphnien. Die Inkubationszeit beträgt 7–12 Tage, am Ende derer das Männchen vollständig entwickelte, frei schwimmende Jungfische freilässt. Die Jungfische sind bei der Entlassung bereits groß genug und nehmen sofort Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen an. Eine eng schließende Abdeckung ist für die Aufzucht unbedingt erforderlich, damit die Jungfische Zugang zu warmer, feuchter Luft für die Entwicklung des Labyrinthorgans haben.

Ernährung/Futterbedarf

Betta prima ist ein überwiegend fleischfressender Räuber (Karnivor). Bevorzugt werden lebende und gefrorene Futtermittel: Artemia, Daphnien, Mückenlarven (weiß und schwarz), Tubifex und gelegentlich Drosophila. Nach Eingewöhnung akzeptieren manche Tiere hochwertiges Granulat. Für Zucht und Konditionierung ist Lebendfutter mit hohem Proteinanteil sinnvoll. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
keine gesicherten Angaben

Natürlicher Lebensraum

Betta prima stammt aus Südostasien und kommt vor in Südost-Thailand (Chantaburi, Golf von Thailand), Kambodscha, Laos und dem südlichen Vietnam einschließlich der Insel Phú Quốc. Die Art besiedelt dort überwiegend dicht beschattete, langsam fließende oder stehende Gewässer – Waldsümpfe und Ufergewässer mit geringem Lichteinfall. Charakteristisch für das Habitat ist eine starke Präsenz von Leaf Litter, weiche Substrate aus Sand oder feinem Kies und häufige Huminstoffeinträge, die das Wasser teefarben färben. Die Strömung ist in der Regel still bis sehr langsam. Wilde Wasserwerte: Für Betta prima liegen keine gesicherten numerischen Angaben zu Wild-Temperatur, Wild-pH oder Wild-GH vor. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren.

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