Boraras naevus
Beschreibung
Boraras naevus, der Erdbeer-Zwergbärbling, ist ein sehr kleiner Schwarmfisch aus der Familie Danionidae. Die Art ist endemisch im südlichen peninsularen Thailand, mit Fundorten bei Surat Thani, im Einzugsgebiet des Tapi River sowie nahe Trang. Ausgefärbte Männchen zeigen eine leuchtend erdbeerrote bis silbrig-orange Färbung mit einem großen, dorsoventral ovalen schwarzen Schulterfleck, der größer ist als das Auge. Die Flossen tragen leuchtend orangerote Akzente mit dunklem Vorderrand. Weibchen sind blasser und fülliger.
Im Aquarium zeigt Boraras naevus typisches Schwarmverhalten in der mittleren Schwimmzone bis zur Wasseroberfläche. Die Tiere halten sich bevorzugt zwischen Pflanzenpolstern auf. Die Maximalgröße beträgt ca. 1,5 bis 2 cm.
Die Art ist an Schwarzwasser-Verhältnisse mit weichem, saurem Wasser angepasst. Das Sprungrisiko ist erhöht, eine lückenlose Abdeckung ist notwendig.
Besonderheiten
- Sehr klein bleibende Art (1,5 bis 2 cm) mit erdbeerroter Färbung bei Männchen
- Großer, ovaler schwarzer Schulterfleck als Kennzeichen
- Kontinuierlicher Laicher (Egg-scattering) ohne Elternfürsorge
- Eltern sind starke Laichräuber
- Sprungrisiko erhöht, lückenlose Abdeckung notwendig
- Anpassung an Schwarzwasser mit weichem, saurem Wasser
- Verträglich mit Zwerggarnelen und Schnecken
Vergesellschaftungshinweise
Boraras naevus ist ein Schwarmfisch. Die minimal empfohlene Gruppengröße liegt bei 10 Tieren, praxisgerecht sind 15 bis 20 Exemplare. In der Gruppe zeigen die Fische dynamisches Sozialverhalten mit synchronem Schwimmen.
Das Temperament ist sehr friedlich und zurückhaltend. Männchen können temporäre Revieranzeigen bei der Balz zeigen, ohne anhaltende Aggressionen. Eltern sind starke Laichräuber.
Geeignete Vergesellschaftungspartner sind ruhige südostasiatische Arten: kleine Rasbora-Arten, friedliche Schmerlen wie Pangio oder Sewellia, kleine Grundeln aus Südostasien. Andere Boraras-Arten wegen Hybridisierungsrisiko meiden. Große und aggressive Fische sowie afrikanische Cichliden sind ungeeignet. Verträglich mit Zwerggarnelen und Schnecken.
Geschlechtsdimorphismus
Deutlich ausgeprägt. Männchen sind schlanker und intensiver erdbeerrot bis silbrig-orange gefärbt mit großem, ovalem Schulterfleck (größer als das Auge) und farbintensiven Flossen mit schwarzem Vorderrand. Weibchen sind blasser, silbrig-rötlich, fülliger im Bauchbereich mit kleinerem, rundem Schulterfleck.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 25 bis 28 Grad Celsius, pH 5,0 bis 7,0, GH 1 bis 8 dGH.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter).
Einrichtung: Dunkler, feiner Sand als Substrat. Falllaub (Seemandelbaum, Eiche) und Torf zur Schwarzwasser-Aufbereitung. Dichter Pflanzenwuchs mit feinfiedrigen Wasserpflanzen und Javamoos. Stille bis sehr langsame Strömung. Gedämpfte Beleuchtung. Das Becken muss lückenlos abgedeckt sein.
Boraras naevus ist eine Art für Aquarianer mit mittlerer Erfahrung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Egg-scattering, kontinuierlicher Laicher). Die Zucht gilt als machbar bei Einhaltung der Zuchtbedingungen.
Die Tiere laichen zwischen Moos und feinfiedriger Bepflanzung. Eltern müssen sofort entfernt werden (starke Laichräuber). Gelegegröße etwa 20 bis 50 Eier. Inkubationszeit ca. 36 bis 48 Stunden bei 25 bis 26 Grad Celsius.
Zucht-Wasserwerte: Temperatur 25 bis 27 Grad Celsius, pH 5,0 bis 6,0, GH maximal 5 dGH. Erstfutter: Infusorien, nach einigen Tagen Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Boraras naevus ist ein Mikropredator und benötigt sehr feines Futter. Artemia-Nauplien, Cyclops, Mikrowürmchen und Infusorien. Ergänzend feinstes Mikro-Granulat. Aufgrund der sehr kleinen Maulöffnung nur geeignete Partikelgrößen verwenden. Fütterung in kleinen, häufigen Portionen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Boraras naevus ist endemisch im südlichen peninsularen Thailand. Fundorte umfassen Sümpfe nördlich von Surat Thani, das Einzugsgebiet des Tapi River und Populationen nahe Trang. Typische Habitate sind kleine, langsam fließende oder stehende Flachwasserhabitate mit dichtem submersem Bewuchs, Schwarzwasser und reichlich Falllaub. Dunkler Sand oder feines organisch angereichertes Sediment als Substrat.