Botia

Deutscher Name: Leiterschmerle

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Indien
Farben:
braun, gelb, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Botia kubotai
Gattung: Botia
Familie: Botiidae

Beschreibung

Die Leiterschmerlen der Gattung Botia (Familie Botiidae) zeigen einen gedrungenen, seitlich leicht abgeflachten Körper. Die Grundfärbung variiert je nach Art zwischen gelblichen, goldenen und grauen Tönen; darüber liegen charakteristische dunkle Bänder, netzartige Muster oder Y-förmige Zeichnungen. Die Barteln im Kopfbereich sind empfindlich und dienen der Nahrungssuche im Substrat. Im Aquarium zeigen Botia-Schmerlen ein lebhaftes, neugieriges Verhalten als aktive Bodenfische. Als besonders soziale Tiere bilden sie in Gruppen komplexe Hierarchien. Viele Arten sind dämmerungs- oder nachtaktiv. Botia-Arten stammen aus Nordindien und Bangladesch (Ganges- und Brahmaputra-System). Die größte Art der Gattung (B. rostrata) erreicht etwa 11 bis 12 cm SL. Feines Sandsubstrat ist zum Schutz der empfindlichen Barteln notwendig.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Ausgeprägtes Schwarmverhalten und komplexe soziale Hierarchien
  • Bodenbewohner mit empfindlichen Barteln; weiches, abgerundetes Substrat notwendig
  • Viele Arten nacht- oder dämmerungsaktiv
  • Viele Arten sind effiziente Schneckenfresser
  • Sprungrisiko gering; Abdeckung dennoch empfehlenswert
  • Zucht im Heimaquarium nicht dokumentiert

Vergesellschaftungshinweise

Botia sind Gruppenfische. Mindestgruppe ab 5 Tieren, empfohlen 6 oder mehr. Bei B. rostrata idealerweise 10 oder mehr Tiere. Innerhalb der Gruppen entwickeln sich komplexe Rangordnungen und Sozialstrukturen. Das Temperament ist friedlich, jedoch sehr lebhaft und neugierig. Botia-Arten können durch ihre Aktivität ruhigere, scheuere Beifische belasten. Garnelen sind für Botia ungeeignet, da kleine Zwerggarnelen aktiv gefressen werden. Schnecken werden von vielen Arten effizient bejagt. Als Beifische sind südasiatische Arten zu bevorzugen: Rasboras, friedliche Schmerlen, mittelgroße ruhige Schwarmfische aus dem Ganges-Einzugsgebiet. Afrikanische Cichliden sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Subtil. Weibchen sind in der Regel fülliger, besonders bei Laichbereitschaft. Männchen zeigen gelegentlich eine leicht verlängerte Schnauze und dickere Lippen. Sichere Geschlechtsbestimmung am besten durch Vergleich mehrerer adulter Tiere.
Größe: artabhängig, größte Art (B. rostrata) ca. 11-12 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 19 bis 27 Grad Celsius, pH 6,0 bis 7,5, GH 2 bis 12 dGH. Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 250 Liter) für die größte Art (B. rostrata). Kleinere Arten können in entsprechend kleineren Becken gehalten werden. Einrichtung: Feiner Sand oder abgerundeter Kies als Bodengrund zum Schutz der Barteln. Zahlreiche Verstecke aus Wurzelholz, runden Steinen und Höhlen. Teilweise beschattete Bereiche und mäßige Strömung. Pflanzen gut verankert. Mehrere kleine Fütterungen täglich. Die Gattung Botia ist für Aquarianer mit mittlerer Erfahrung.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
19-27 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 250 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Eierlegend. Zucht im Heimaquarium nicht dokumentiert. Kommerzielle Nachzuchten basieren vorwiegend auf hormoneller Induktion. Natürliche Laichtrigger sind nicht bekannt.

Ernährung/Futterbedarf

Botia sind Allesfresser mit Neigung zu tierischer Kost. In der Natur dominieren Weichtiere (Schnecken, Muscheln), Insektenlarven und Würmer. Im Aquarium: sinkende Pellets, Frostfutter (Mückenlarven, Tubifex, Artemia), Welstabletten sowie pflanzliche Ergänzungen wie Gurke oder blanchierter Spinat. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5 bis 8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Die natürlichen Vorkommen der Gattung Botia liegen in Nordindien und Bangladesch, in den Einzugsgebieten des Ganges und Brahmaputra sowie Nebenflüssen in Assam und Arunachal Pradesh. Die Arten besiedeln Flussbereiche mit kiesig-felsigem Substrat, ruhige Uferbereiche und Pools mit mäßigen Strömungen und zahlreichen Versteckmöglichkeiten.

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