Brachyrhamdia meesi
Beschreibung
Brachyrhamdia meesi ist ein schlanker Bodenwels aus der Familie Heptapteridae, der etwa 6–8 cm groß wird. Die Grundfärbung ist hell bis lachsfarben mit einer dunklen „Maske“, die als vertikales Band durch das Auge verläuft. Entlang der Flanken verlaufen zwei hellere Längsbänder, getrennt durch eine dunklere Linie. Die drei Bartelnpaare sind relativ lang und empfindlich, weshalb feiner Sand als Bodengrund notwendig ist.
Besonders ist das Mimikry-Verhalten: Jungtiere imitieren in Färbung und Schwimmverhalten kleine Corydoras- oder Otocinclus-Arten (Bates’sche Mimikry). Adulte Tiere schwimmen gelegentlich im Schwarm mit Corydoras mit. Dieser Schutzmechanismus nutzt den Umstand, dass Corydoras dank ihrer Knochenpanzer und Giftstacheln als unattraktive Beute gelten.
Im Aquarium ist B. meesi überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Tagsüber hält sich die Art in Verstecken aus Wurzeln und Totholz auf; bei Fütterung kann sie lebhaft und konkurrenzfreudig auftreten.
Besonderheiten
- Mimikry: Jungtiere imitieren Otocinclus oder kleine Corydoras in Färbung und Verhalten
- Nacht- und dämmerungsaktiv
- Empfindliche Barteln – feiner Sand ist zwingend notwendig
- Empfindlich gegenüber organischen Belastungen, regelmäßige Wasserwechsel nötig
- Gruppenhaltung ab 3 Tieren, 2 Tiere beißen sich
Vergesellschaftungshinweise
B. meesi wird am besten in Gruppen ab drei Tieren gehalten. Zwei Exemplare können sich permanent beißen; in einer größeren Gruppe wird die Aggression auf mehrere Tiere verteilt. Gegenüber Beifischen ist die Art überwiegend friedlich, solange diese nicht deutlich kleiner als die Hälfte der eigenen Körperlänge sind.
Geeignete Begleiter: mittelgroße südamerikanische Salmler (Hyphessobrycon, Moenkhausia), Corydoras-Arten und kleine friedliche Cichliden (Apistogramma, Mikrogeophagus). Kleine Zwerggarnelen werden sehr wahrscheinlich gefressen. Amano-Garnelen und Schnecken sind in der Regel sicher.
Geschlechtsdimorphismus
Der Geschlechtsdimorphismus ist wenig ausgeprägt. Männchen entwickeln teils leicht vergrößerte Rücken- und Schwanzflossen. Das zuverlässigste Merkmal ist die deutlich gerundete Bauchpartie bei laichtragenden Weibchen.
Haltungstipps / Pflege
Brachyrhamdia meesi benötigt ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge und 112 Liter für eine Kleingruppe. Feiner Sand als Bodengrund ist obligatorisch, um die empfindlichen Barteln zu schützen. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Totholz und Röhren sind wichtig, da die Art tagsüber ruht.
Wasserwerte: 24–28 °C, pH 6,0–7,5, GH 1–10 dGH. Gedämpftes Licht oder schattenwerfende Bepflanzung fördert das natürliche Verhalten. Mäßige Strömung und gute Sauerstoffversorgung sind empfehlenswert. Wöchentliche Teilwasserwechsel sind aufgrund der Empfindlichkeit gegenüber organischen Belastungen besonders wichtig.
Die Art ist für Aquarianer mit etwas Erfahrung geeignet, die ein südamerikanisches Gesellschaftsbecken mit Schwerpunkt auf Nachtaktive pflegen möchten.
Zucht und Fortpflanzung
Eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist bislang nicht dokumentiert. Der Fortpflanzungstyp ist vermutlich substratlaichend ohne Brutpflege, analog zu verwandten Arten. Bei der verwandten B. imitator wurde beobachtet, dass das Laichen von Corydoras brevirostris im selben Becken einen Laichreiz auslöste. Eine direkte Übertragung auf B. meesi ist möglich, aber nicht belegt.
Weibchen setzen problemlos Laich an, eine erfolgreiche Aufzucht ist im Hobbybereich jedoch nicht reproduzierbar dokumentiert. Die meisten Aquarienexemplare stammen aus Wildfang.
Ernährung/Futterbedarf
B. meesi ist ein Allesfresser mit deutlicher Neigung zu tierischer Kost. Bevorzugt werden Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Daphnien. Die Art akzeptiert auch sinkendes Trockenfutter (Granulat, Tabletten für Bodenfische). Pflanzliche Kost wird weitgehend ignoriert.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Brachyrhamdia meesi stammt aus dem Amazonasbecken in Südamerika, mit Nachweisen aus dem Raum Belém in Brasilien. Die Art besiedelt langsam fließende Gewässer mit sandigem Substrat, Totholz und Wurzelstrukturen.