Brevibora dorsiocellata
Beschreibung
Der Leuchtaugenbärbling (Brevibora dorsiocellata) wird ca. 3–3,5 cm groß und ist ein schlanker, zierlicher Schwarmfisch aus der Familie Cyprinidae. Der Körper schimmert silbrig bis gelblich-grün. Das namensgebende Merkmal ist ein stark reflektierender, smaragdgrün bis bläulich leuchtender Fleck in der unteren Augenhälfte. Auf der Rückenflosse befindet sich ein markanter schwarzer Fleck mit weiß-gelblichem Rand.
Im Aquarium zeigt Brevibora dorsiocellata ein aktives Schwarmverhalten in der Mittelschicht. Die Fische bewegen sich in lebhaften, synchronen Gruppen. Das Maul ist sehr klein, was die Art gegenüber Wirbellosen relativ verträglich macht. Die Art bevorzugt gedämpftes Licht und ist eine typische Schwarzwasser-Art.
Besonderheiten
- Smaragd-blauer/hellblauer Reflex in der unteren Augenhälfte
- Schwarzer Fleck mit weiß-gelblichem Rand auf der Rückenflosse
- Typische Schwarzwasser-Art: reagiert positiv auf gedämpftes Licht und Falllaub
- Dauerlaicher/Eierstreuer ohne Brutpflege
- Sehr kleines Maul – begrenzt Fähigkeit, größere Wirbellose zu fressen
- IUCN-Status: Gefährdet (EN, seit 2018)
Vergesellschaftungshinweise
Brevibora dorsiocellata ist ein besonderser Gruppenhalter. Mindestgruppe 8–10 Individuen; in größeren Schwärmen verhalten sich die Fische am sichersten.
Das Temperament ist allgemein friedlich und zurückhaltend. Während der Balz imponieren Männchen einander, bleiben aber gegenüber anderen Arten friedlich.
Aufgrund des sehr kleinen Mauls gilt die Art als weitgehend verträglich mit Schnecken und adulten Garnelen; juvenile Garnelen können jedoch gefährdet sein.
Besonders gut mit anderen ruhigen südostasiatischen Arten zu vergesellschaften: Boraras-Arten, Pangio-Arten, Gastromyzon-Arten. Corydoras sind biogeografisch nicht passend. Afrikanische Cichliden sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind fülliger und besitzen einen etwas runderen Bauch, besonders sichtbar vor dem Ablaichen. Männchen sind schlanker und zeigen während der Balzzeit einen rötlichen bis pinken Hauch auf Körper und Schwanzflosse.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20–25 °C, pH 5,0–7,5 (optimal 5,0–6,5), GH 1–10 dGH. Für Zucht und Optimalpflege deutlich weicher.
Mindestgröße: 60 cm Kantenlänge mit ca. 54–60 Litern für einen kleinen Schwarm. Dichte Bepflanzung mit feinblättrigen Pflanzen, Versteckmöglichkeiten durch Wurzeln und Äste, Sand mit Falllaub (z. B. Seemandelbaumblättern). Gedämpftes Licht.
Ruhige bis langsame Strömung. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel.
Der Leuchtaugenbärbling ist ein attraktiver Schwarmfisch für südostasiatische Schwarzwasser-Biotope. Zu beachten ist der gefährdete IUCN-Status (EN) – Nachzuchten sind daher besonders wertvoll.
Zucht und Fortpflanzung
Dokumentiert. Brevibora dorsiocellata ist ein Eierstreuer/Dauerlaicher ohne Brutpflege.
Zucht-Temperatur 25–27 °C, Zucht-pH 5,0–6,0, Zucht-GH maximal 3 dGH. Auslösung durch kühle Wasserwechsel am Abend. Elterntiere sind Laichräuber und müssen nach dem Ablaichen entfernt werden.
Inkubationszeit 18–48 Stunden bei ca. 26 °C. Larven sehr klein: Erstfutter Infusorien, danach Artemia-Nauplien.
Schwierigkeit: Anspruchsvoll wegen des sehr weichen Zuchtwassers und der sehr kleinen Larven.
Ernährung/Futterbedarf
Mikropredator. Im Aquarium: abwechslungsreiche Kombination aus sehr feinem Trockenfutter und lebendem bzw. gefrorenem Futter. Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, feines Granulat. Da das Maul sehr klein ist, sind große Futterstücke ungeeignet – sehr feine Flocken oder Mikrogranulat verwenden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Brevibora dorsiocellata stammt aus Südostasien: Süd-Thailand, Malaiische Halbinsel, Sumatra und Borneo. In der Natur besiedelt die Art langsam fließende bis stehende Gewässer im Regenwald, Schwarzwasser-Tümpel und dicht bewachsene Bachabschnitte mit hoher Huminstoffkonzentration und gedämpftem Licht.