Cichla temensis
Beschreibung
Cichla temensis, der Humboldt-Kammbuntbarsch, ist der größte Vertreter der Gattung Cichla und einer der größten Cichliden der Welt mit bis zu 99 cm TL. Der Körperbau ist länglich, muskulär und stromlinienförmig. Die Grundfärbung variiert von grünlich-gold bis bronze. Es existieren zwei Farbmorphen: die Paca-Form mit vier Reihen weißlich-gelblicher Sprenkel über den Flanken sowie die Açu-Form mit drei markanten schwarzen Vertikalbalken, die vor allem während der Fortpflanzungsphase auftritt. Ein Ocellus an der Schwanzwurzel ist ein weiteres Erkennungsmerkmal.
Männchen entwickeln mit zunehmendem Alter und besonders während der Brutzeit einen markanten Stirnbuckel (Nuchal hump). Im Aquarium werden typischerweise 70 bis 85 cm erreicht.
Für normale Heimaquarien nicht geeignet. Nur für spezialisierte Großbecken ab ca. 3.000 Liter.
Besonderheiten
- Größter Cichlide der Amerikas; erreicht bis zu 99 cm TL und über 12 kg
- Saisonaler Wechsel zwischen Paca-Form (ruhend) und Açu-Form (Fortpflanzung)
- Männchen entwickeln mit Reife einen ausgeprägten Stirnbuckel (Nuchal hump)
- Intensive, aggressive Eltern-Brutpflege über ca. 2 Monate
- Sprungneigung gering; Abdeckung dennoch empfohlen
- Für normale Heimaquarien nicht geeignet – Mindestbecken ca. 3.000 Liter
Vergesellschaftungshinweise
Cichla temensis ist territorial und moderat bis stark aggressiv, besonders während der Brutpflege. Die Art ist gegenüber allem, was ins Maul passt, gefährlich. Eine Vergesellschaftung ist nur mit sehr großen, robusten Arten aus Südamerika in extrem weiträumigen Becken möglich, etwa mit großen Arowanas, Süßwasserrochen oder sehr großen Welsen.
Garnelen, Schnecken und alle kleineren Fische sind ungeeignete Partner und werden als Futter betrachtet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden deutlich größer als Weibchen und entwickeln einen markanten Stirnbuckel (Nuchal hump), der in der Fortpflanzungszeit besonders ausgeprägt ist. Im Aquarium erreichen Männchen 70 bis 85 cm. Weibchen bleiben kleiner.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 27 bis 29 Grad Celsius, pH 5,5 bis 6,5, GH bis 15 dGH.
Beckengröße: Mindestens 300 x 90 x 120 cm (ca. 3.200 Liter).
Einrichtung: Weiträumiger Freischwimmbereich mit einzelnen großen Wurzeln und flachen Steinen als Laichsubstrat. Sandiges oder feinkieseliges Substrat. Bepflanzung kaum praktikabel. Sehr leistungsfähige Filterung. Regelmäßige, großvolumige Wasserwechsel. Moderate Strömung. Gedämpfte Beleuchtung.
Cichla temensis ist eine Art nur für Spezialisten mit Großbecken oder Teichanlagen.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher mit Elternpflege. Die Zucht ist im Hobby sehr selten dokumentiert und gilt als sehr schwer. Zuchtwasserwerte: Temperatur 28 bis 30 Grad Celsius, pH 5,5 bis 6,5, GH maximal 10 dGH. Auslöser: großvolumige Wasserwechsel mit weicherem Wasser und leichte Temperaturerhöhung. Gelegegrößen 2.000 bis über 10.000 Eier. Beide Elternteile fasten während der Brutpflege und bewachen die Jungfische etwa zwei Monate lang.
Ernährung/Futterbedarf
Cichla temensis ist ein strenger Piscivor. Das natürliche Beutespektrum besteht überwiegend aus kleinen Characiden, daneben Krebstiere, Insekten und gelegentlich Amphibien. Im Aquarium: Stint, Lanzettfisch, Garnelen, Muschelfleisch, Wittlingsstücke und weiteres mageres Fischfleisch. Kann an große carnivore Pellets gewöhnt werden. Tägliche Fütterung in angemessener Menge.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Cichla temensis ist in Südamerika heimisch, vor allem im Schwarzwassersystem des Rio Negro, Rio Uatumã und im Orinoco-Becken. Die Art bevorzugt langsam fließende Gewässer mit überfluteten Waldbereichen. Saisonale Veränderungen durch Regen- und Trockenzeit beeinflussen Verhalten und Erscheinungsbild.