Colomesus asellus
Beschreibung
Colomesus asellus, der Assel-Kugelfisch, ist ein kompakt gebauter Kugelfisch aus der Familie Tetraodontidae mit bis zu 13 cm SL. Der Körper ist gedrungen und rundlich mit einer markanten, papageienähnlichen Schnabelstruktur aus verwachsenen Zähnen. Die Grundfärbung des Rückens reicht von gelblich-grün bis golden; mehrere breite, dunkle Querbänder verleihen dem Tier ein kontrastreiches Aussehen. Die Bauchseite ist heller bis weißlich.
Im Aquarium zeigt der Assel-Kugelfisch ein sehr aktives und neugieriges Schwimmverhalten in den mittleren bis unteren Wasserschichten. Bei Unterforderung können die Tiere an den Flossen benachbarter Fische zupfen. Colomesus asellus gilt als weniger aggressiv als viele andere Kugelfischarten, ist jedoch kein uneingeschränkter Gemeinschaftsfisch.
Die kräftigen, zusammenwachsenden Zähne erfordern regelmäßige Abnutzung durch hartschalige Nahrung. Ohne diese wachsen die Zähne über und behindern die Nahrungsaufnahme.
Besonderheiten
- Kräftige, zusammengewachsene Zähne (Papageienschnabel): regelmäßige Abnutzung durch hartschalige Nahrung notwendig
- Kann bei Unterforderung Flossen anderer Fische zupfen
- Wandernde Fortpflanzungsstrategie in der Natur (saisonale Laichwanderungen)
- Mittlere bis untere Schwimmzone, sehr aktive Schwimmer
- Empfindlich gegenüber niedrigem Sauerstoffgehalt
- Anfällig für Weißpünktchenkrankheit bei Eingewöhnung
- Kein uneingeschränkter Gemeinschaftsfisch
- Zwerggarnelen gefährdet; Schnecken als Nahrung nutzbar
- Kugelfische enthalten Tetrodotoxin (TTX) in Haut und Organen – Handschuhe beim Hantieren tragen
Vergesellschaftungshinweise
Colomesus asellus sollte in Gruppen von mindestens 6 Tieren gehalten werden. In einer ausgewogenen Gruppe sind die Tiere friedlicher und zeigen weniger Aggressionen. Das Temperament ist aktiv-neugierig bis leicht ruppig; konspezifisches Flossenknabbern tritt besonders in zu engen Becken auf. Für ein klassisches Gemeinschaftsbecken ist die Art nicht geeignet.
Sehr kleine Schnecken werden als Nahrung genutzt; adulte Schnecken können ebenfalls attackiert werden. Zwerggarnelen sind nicht sicher.
Geschlechtsdimorphismus
Zu Colomesus asellus sind derzeit keine zuverlässigen, dokumentierten Geschlechtsunterschiede beschrieben. Männchen und Weibchen lassen sich anhand äußerer Merkmale nicht sicher unterscheiden.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22 bis 28 Grad Celsius, pH 6,0 bis 7,5, GH 5 bis 15 dGH.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 240 Liter).
Einrichtung: Feiner Sandbodengrund. Verstecke aus Wurzelholz, Höhlen und flachen Steinkonstruktionen. Viel Schwimmraum in den mittleren bis unteren Bereichen. Mäßige bis gute Strömung. Leistungsfähige Filterung (4 bis 5facher Beckenumsatz pro Stunde). Robuste Wasserpflanzen möglich. Sicher schließender Deckel empfohlen.
ACHTUNG: Kugelfische enthalten das Nervengift Tetrodotoxin (TTX). Beim Hantieren (Umsetzen, Netzfang) Handschuhe tragen. Bei Verletzungen durch den Schnabel sofort einen Arzt aufsuchen.
Zucht und Fortpflanzung
Zucht im Aquarium nicht dokumentiert. In der Natur eierlegend mit saisonalen Wanderungen: während der Regenzeit wandern die Tiere in Hauptflusskanäle zum Laichen. Larven driften in Überschwemmungsgebiete. Sehr große Gelege mit Tausenden Eiern in der Natur dokumentiert.
Ernährung/Futterbedarf
Colomesus asellus ist ein Karnivor mit Schwerpunkt auf hartschaligen Wirbellosen. Regelmäßiges Angebot hartschaliger Kost zur Zahnabnutzung ist notwendig: Schnecken (Blasen- und Posthornschnecken), Muschelfleisch, Krebstiere, Krill, Mückenlarven und Artemia. Trockenfutter wird häufig verschmäht.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Colomesus asellus stammt aus Südamerika und ist im Amazonasbecken sowie in weiteren großen Flusssystemen wie Orinoco und Essequibo verbreitet. Die Art besiedelt verschiedene Habitattypen von schnell fließenden Flussabschnitten bis zu flachen, dicht bewachsenen Überschwemmungsseen. Typisch sind Bereiche mit sandigem Grund, Wurzelwerk und Totholz.