Cynoglossus feldmanni
Beschreibung
Die Thai-Seezunge (Cynoglossus feldmanni), auch Flussseezunge genannt, wird bis zu 25 cm (SL) groß und ist ein flachrückiger Plattfisch mit seitlich abgeflachter Körperform. Die Oberseite ist braun bis grau mit dunklen Flecken und Sprenkeln, die eine effektive Tarnung auf sandigem Substrat ermöglichen. Die Bauchseite ist hell bis weiß. Beide Augen befinden sich auf der linken Körperseite (sinistrale Orientierung), typisch für die Familie Cynoglossidae.
Im Aquarium zeigt die Art ein ruhiges, bodenorientiertes Verhalten. Tagsüber vergräbt sie sich oft teilweise im feinen Sand und lauert auf Beute. Aktivere Phasen treten bei Einbruch der Dämmerung oder nachts auf. Cynoglossus feldmanni ist ein reiner Süßwasserfisch, der weit oberhalb der Gezeitenzone in Flüssen lebt.
Besonderheiten
- Bodenbewohner, ausgeprägter Graber: feiner Sand zur Verhaltensausübung Pflicht
- Beide Augen auf der linken Körperseite (sinistrale Morphologie)
- Vergräbt sich tagsüber oft vollständig oder teilweise im Substrat
- Nacht- bzw. dämmerungsaktive Nahrungsaufnahme
- Reiner Süßwasserfisch: lebt oberhalb der Gezeitenzone in Flüssen
- Gefahr für kleine Garnelen: nicht für Garnelenbecken geeignet
Vergesellschaftungshinweise
Cynoglossus feldmanni ist eher solitär und territorial. Konkrete Angaben zur Gruppenbildung im Aquarium fehlen. Die Tiere wirken relativ tolerant gegenüber Artgenossen und gegenüber Fischen, die zu groß sind, um als Beute wahrgenommen zu werden.
Das Temperament ist ruhig bis zurückhaltend. Bei der Nahrungssuche kann die Art schnell zuschnappen. Garnelen wie Neocaridina und andere kleine Krebstiere werden aktiv gefressen, Garnelenhaltung ist ungeeignet. Adulte Schnecken werden meist ignoriert.
Geeignet sind ruhige, robuste Beifische aus Südostasien, die ausreichend groß sind. Friedliche Schwarmfische der oberen Wasserschichten oder größere Bodenbewohner mit ähnlichen Substratansprüchen sind geeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Für Cynoglossus feldmanni liegen keine verlässlichen Beschreibungen äußerer Geschlechtsunterschiede vor. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum unterscheidbar; keine gesicherten Merkmale zur Geschlechtsbestimmung bekannt.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 6,8–7,8. GH: keine verifizierten Angaben, neutrale bis leicht härtere Werte (ca. 5–15 dGH) entsprechen dem südostasiatischen Flussmilieu.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 300 Liter). Entscheidend ist eine großzügige Bodenfläche.
Einrichtung: Sehr feiner, glatter Sand als Substrat ist Pflicht, da grobe Körnungen Verletzungen verursachen können. Die freie, ebene Sandfläche sollte dominieren. Vereinzelte Wurzel- oder Steinaufbauten sind sinnvoll.
Strömung: Gering bis mäßig. Gute Filterung und Sauerstoffversorgung.
Fütterung vorzugsweise abends, passend zum natürlichen Aktivitätsrhythmus. Abdeckung des Aquariums empfohlen.
Die Flussseezunge ist für erfahrene Aquarianer geeignet, die größere Becken mit feinem Sandsubstrat und benthischer Ernährung betreiben. Stabile Wasserwerte und ausreichend Bodenfläche sind essenziell.
Zucht und Fortpflanzung
Für Cynoglossus feldmanni liegen keine dokumentierten Zuchterfolge im Aquarium vor. Die Art wurde im Hobby bislang nicht erfolgreich nachgezüchtet. Zuchtversuche bleiben experimentell.
Ernährung/Futterbedarf
Cynoglossus feldmanni ist ein karnivorer Räuber mit Fokus auf benthische Kleintiere. Die Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen des Bodengrundes, Insektenlarven, kleinen Krebstieren und Würmern. Bewährte Futtermittel sind rote Mückenlarven, Tubifex, Artemia und kleine Krebstiere. Die Umstellung auf Frostfutter sollte schrittweise erfolgen. Fütterungen vorzugsweise abends.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Cynoglossus feldmanni besiedelt große Flusssysteme in Südostasien, darunter Borneo, Sumatra und Kambodscha. Typische Habitate sind breite Flussabschnitte mit sandigem oder schlammigem Boden, häufig im Bereich von Überschwemmungsgebieten. Die Strömungsverhältnisse sind überwiegend langsam. Saisonale Wanderungen in Flussläufen während der Regenzeit gehören zum natürlichen Verhalten.