Dianema longibarbis
Beschreibung
Dianema longibarbis ist ein schlanker, am Boden lebender Wels aus der Familie Callichthyidae mit einer Maximalgröße von ca. 9,8 cm SL. Die langen Barteln und die pfeilförmigen Flossen verleihen dem Fisch eine torpedoförmige Silhouette. Die Grundfärbung ist braun-beige mit dunkler Punktierung entlang der Flanken.
Als Angehöriger der Callichthyidae ist Dianema longibarbis ein fakultativer Darmatmer: Die Art nimmt Luftsauerstoff über den Darm auf und muss regelmäßig an die Wasseroberfläche steigen. Freier Zugang zur Wasseroberfläche muss jederzeit gewährleistet sein. Im Aquarium zeigt die Art ein ruhiges, zurückhaltendes Verhalten. In eingespielten Gruppen werden die Tiere aktiver und schwimmen häufig gemeinsam in der mittleren Wasserschicht.
Besonderheiten
- Fakultativer Darmatmer (Callichthyidae): freier Zugang zur Wasseroberfläche notwendig
- Luftspalt zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung notwendig (Luft sollte ähnliche Temperatur wie Wasser haben)
- Langlebig: über 10 Jahre im Aquarium möglich
- In Gruppen deutlich aktiver, schwimmt dann auch in mittleren Wasserschichten
- Verdickte erste Brustflossenstrahlen bei Männchen
- Sprungneigung gering
- IUCN-Status: Least Concern
Vergesellschaftungshinweise
Dianema longibarbis ist ein Gruppenfisch und sollte in Gruppen von mindestens 5 bis 6 Tieren gehalten werden. Das Temperament ist sehr friedlich und zurückhaltend.
Geeignete Beifische sind andere südamerikanische Arten mit ähnlichen Wasseransprüchen: Salmler, Corydoras und kleinere Loricariiden. Ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche und große, aggressive Arten sind ungeeignet. Schnecken werden toleriert. Sehr kleine Garnelen können gefährdet sein, adulte Garnelen sind meist sicher.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen zeigen leicht verdickte vordere Strahlen der Brustflossen. Weibchen erscheinen im ausgewachsenen Zustand rundlicher, besonders bei Laichreife.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24 bis 28 °C, pH 5,5 bis 7,5, GH 1 bis 20 dGH.
Mindestens 100 cm Beckenlänge (ca. 200 Liter) für eine Gruppe von mindestens 5 bis 6 Tieren. Feines bis mittelfeines Substrat (kein scharfkantiger Kies). Wurzeln, Steine und dichte Bepflanzung als Verstecke. Offene Schwimmbereiche in der Wassersäule. Freier Zugang zur Wasseroberfläche für Darmatmung (Luftspalt unter Abdeckung). Sanfte bis mäßige Strömung. Regelmäßige Wasserwechsel.
Zucht und Fortpflanzung
Kaum dokumentiert, schwierig. Zuchtwasserwerte: 25 bis 27 °C, pH 5,5 bis 7,0, GH maximal 10 dGH.
Schaumnestbauer. Das Männchen bewacht das Nest. Schwimmendes Pflanzenmaterial oder eine Polystyrolplatte als Nestbasis anbieten. Auslöser: kühle Wasserwechsel mit weicherem Wasser (Regenzeit-Simulation). Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter. Eltern können Eier fressen; Separierung empfohlen. Gelegegröße und Inkubationszeit nicht zuverlässig dokumentiert. Erstfutter: Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit fleischbetonter Neigung. Sinkende Pellets und Futtertabletten als Grundversorgung, ergänzt durch Frost- und Lebendfutter (Tubifex, Mückenlarven, Artemia, Regenwürmer). Tiere fressen auch von der Wasseroberfläche (Darmatmungs-Gewohnheit). Gezielte Bodenfütterung.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Dianema longibarbis stammt aus dem Amazonasbecken in Südamerika (Peru, Brasilien). Die Art bewohnt langsam fließende Bäche, Nebenarme, Überschwemmungsgebiete und flache Seen mit weichem Substrat, dichter Vegetation und reichlich Falllaub.