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Dicrossus maculatus

Deutscher Name: Rundschwanz-Schachbrettcichlide

Männchen - Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Brasilien
Farben:
blau, braun, schwarz
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Dicrossus maculatus
Gattung: Dicrossus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Rundschwanz-Schachbrettcichlide (Dicrossus maculatus), im Handel oft nur Schachbrettcichlide genannt, ist ein Zwergbuntbarsch aus Südamerika mit deutlichem Größenunterschied zwischen den Geschlechtern: Männchen erreichen rund 7 cm, Weibchen bleiben mit etwa 5 cm merklich kleiner und gedrungener. Der schlanke, seitlich leicht abgeflachte Körper trägt ein Muster aus dunklen Punkten und Flecken auf hellem Grund, das an ein Schachbrett erinnert. Männchen entwickeln einen bläulichen Schimmer auf Kopf und Kiemendeckeln sowie eine ovale bis lanzettförmige Schwanzflosse, die in einer mittigen Spitze ausläuft.

Die Art gilt als anspruchsvoll in der Haltung, da sie sehr weiches, saures Wasser benötigt und gegenüber schlechter Wasserqualität empfindlich reagiert. In gut eingerichteten Schwarzwasserbecken zeigt Dicrossus maculatus ein vielfältiges Verhaltensspektrum mit intensiver Brutpflege durch das Weibchen.

Dicrossus maculatus ist ein Offenlaicher, der auf glatten Blättern oder Steinen ablaicht, kein Höhlenlaicher. Im Handel wird die Art häufig mit dem Gabelschwanz-Schachbrettcichliden (Dicrossus filamentosus) verwechselt. Am sichersten unterscheiden sich die Männchen: Bei Dicrossus filamentosus ist die Schwanzflosse leierförmig mit zwei lang ausgezogenen Flossenspitzen, bei Dicrossus maculatus dagegen oval bis lanzettförmig mit einer mittigen Spitze.

Sozialverhalten: Harem
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Männchen bis ca. 7 cm, Weibchen bis ca. 5 cm: der Größenunterschied ist das auffälligste Geschlechtsmerkmal
  • Offenlaicher (Substratlaicher) auf glatten Blättern oder Steinen, kein Höhlenlaicher
  • Haremshaltung empfohlen: 1 Männchen auf 3–7 Weibchen
  • Extrem weichwasserangepasst: für die Zucht ist voll entsalztes Wasser oder Osmosewasser nötig, sonst verpilzen die Eier
  • Weibchen übernehmen die Brut- und Larvenpflege, Männchen verteidigen das übergeordnete Revier
  • Geschlechterverhältnis der Nachkommen durch pH und Temperatur beeinflussbar
  • Huminstoffe aus Laub, Erlenzapfen oder Torf senken die Keimdichte, was für diese Art wichtig ist
  • Verwechslungsgefahr mit Dicrossus filamentosus: dessen Männchen haben eine leierförmige Schwanzflosse mit zwei Fadenspitzen, D. maculatus eine lanzettförmige mit mittiger Spitze
  • Geringes Sprungrisiko

Vergesellschaftungshinweise

Dicrossus maculatus lebt in der Natur in einem Haremssystem: Ein Männchen vergesellschaftet sich mit mehreren Weibchen, idealerweise im Verhältnis 1 Männchen auf 3–7 Weibchen. Gegenüber artfremden Fischen ist die Art sehr friedlich. Innerartliche Auseinandersetzungen beschränken sich auf harmlose Rivalitäten zwischen Weibchen und lassen sich durch ausreichend Verstecke und Revierzonen mindern. Während der Fortpflanzungsphase können territoriale Tendenzen auftreten. Sehr kleine Junggarnelen können als Futter betrachtet werden, adulte Garnelen und Schnecken sind in der Regel sicher.

Dicrossus maculatus passt zu anderen südamerikanischen Schwarzwasserarten mit identischen Wasseransprüchen. Geeignete Begleiter sind kleine, ruhige Salmler (Hyphessobrycon, Nannostomus), Panzerwelse (Corydoras) und andere kleine Schwarzwasser-Buntbarsche. Bei Zuchtabsicht sind Panzerwelse allerdings ungünstig: Sie durchsuchen den Bodengrund ohne Rücksicht auf Reviergrenzen und stören das bewachte Gelege, was die Elterntiere dauerhaft in Alarmbereitschaft hält. Mittelgroße Salmler können als Ditherfische die Laichbereitschaft fördern. Hartwasserarten wie ostafrikanische Buntbarsche sind völlig ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden deutlich größer als Weibchen: Sie erreichen etwa 7 cm, in der Literatur werden je nach Quelle 7 bis 9 cm Gesamtlänge genannt. Weibchen bleiben mit rund 5 cm kleiner und gedrungener. Männchen zeigen eine ovale bis lanzettförmige Schwanzflosse mit mittiger Spitze, ausgezogene Flossenstrahlen und einen bläulichen Glanz auf Kopf und Kiemendeckeln. Laichbereite Weibchen wirken rundlicher im Bauchbereich und färben sich zur Balz kräftiger.

Größe: Männchen bis ca. 7 cm, Weibchen bis ca. 5 cm

Haltungstipps / Pflege

Dicrossus maculatus benötigt sehr weiches, saures Wasser: Temperatur 26–30 °C, pH 5,0–6,0 und GH 0–3 °dGH. Das Becken sollte mindestens 80 cm lang sein und 112 Liter fassen, für einen Harem ab 120 Liter.

Die Einrichtung umfasst zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten durch Wurzelholz, dichte Bepflanzung und breite Blätter (Anubias, Echinodorus) als Laichsubstrat. Feiner, dunkler Sand als Bodengrund ist wichtig, weil die Tiere ihn bei der Futtersuche durchkauen. Eine Schicht aus trockenem Laub (Eiche, Buche, Seemandelbaum) und eine Filterung über Torf oder die Zugabe flüssiger Huminstoffe erzeugen das typische Schwarzwassermilieu und senken die Keimdichte. Gedämpfte Beleuchtung reduziert Stress. Die Strömung soll schwach bis mäßig bleiben.

Umkehrosmosewasser mit vorsichtiger Remineralisierung ist für die meisten Leitungswasserqualitäten unumgänglich. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel mit aufbereitetem Wasser halten die Wasserqualität stabil. Bei hoher Keimdichte, nachlässiger Hygiene oder Dauerstress durch unpassende Beifische reagiert die Art rasch mit bakteriellen Infektionen.

Dicrossus maculatus ist eine klar anspruchsvolle Schwarzwasserart für erfahrene Aquarianer. Die konsequente Bereitstellung von sehr weichem, saurem Wasser ist die wichtigste Voraussetzung für Gesundheit und erfolgreiche Nachzucht.

Wasserhärte:
weich
pH-Wert
4,5–6,0
Temperatur:
26–30 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht von Dicrossus maculatus ist dokumentiert, aber sehr anspruchsvoll. Die Art ist ein Offenlaicher (Substratlaicher), der die Eier auf glatten Blättern oder flachen Steinen ablegt. Erfolge erfordern voll entsalztes Wasser oder Osmosewasser mit einem Leitwert nahe 0 bis 50 µS/cm und einen pH unter 5,5, ideal 4,5 bis 5,0, da die Eier sonst unweigerlich verpilzen.

Das Weibchen übernimmt die Ei- und Larvenpflege am Laichplatz, das Männchen verteidigt das übergeordnete Revier. Weibchen laichen erst erneut, wenn alle Jungfische der aktuellen Brut entfernt wurden. Das Geschlechterverhältnis der Nachkommen kann durch pH und Temperatur während der Eiablage beeinflusst werden.

Zur Konditionierung sind lebende oder hochwertige Frostfuttermittel (Artemia-Nauplien, Cyclops, Mückenlarven) unerlässlich. Mehrere potenzielle Laichplätze (breite Blätter, flache Steine) erhöhen die Erfolgsaussichten.

Ernährung/Futterbedarf

Dicrossus maculatus ist ein Fleischfresser mit Vorliebe für kleine Lebendtiere. Bevorzugt werden Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und Mückenlarven angenommen. Hochwertiges Frostfutter ergänzt den Speiseplan. Trockenfutter in Form kleiner Granulate wird gelegentlich akzeptiert, sollte aber nicht Hauptnahrung sein. Mehrere kleine Portionen täglich entsprechen dem natürlichen Aufnahmeverhalten.

Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Dicrossus maculatus stammt aus Südamerika und bewohnt die Schwarzwasserbiotope des Amazonasbeckens in Brasilien, insbesondere die Einzugsgebiete des Rio Tapajós und Rio Maués sowie die Umgebung von Parintins. Die natürlichen Habitate sind ruhige Uferzonen langsam fließender oder stehender Gewässer, stark strukturiert durch Ufervegetation, Wurzelwerk und Laubschichten. Die Strömung ist dort schwach bis mäßig.

Das Wasser ist durch Huminsäuren bräunlich gefärbt, sehr weich und sauer. Der Boden besteht aus feinem Sand mit einer dicken Auflage aus trockenem Laub. Das Laub bietet den Weibchen Deckung und bringt über die darin lebenden Mikroorganismen die erste Nahrung für Jungfische hervor.

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