Epalzeorhynchos frenatus
Beschreibung
Epalzeorhynchos frenatus ist ein markant gezeichneter Vertreter der Familie Cyprinidae mit stromlinienförmigem, seitlich leicht abgeflachtem Körperbau. Der Körper ist olivgrün bis dunkelgrau gefärbt, der Bauch deutlich heller. Charakteristisch sind die kräftig orangeroten bis roten Flossen: Rücken-, After-, Bauch- und Schwanzflosse leuchten intensiv rot-orange, was der Art ihren englischen Namen „Rainbow Shark“ eingebracht hat. Im Gegensatz zum nahe verwandten E. bicolor (einfarbig schwarzer Körper, rote Flossen) zeigt E. frenatus eine deutliche Körperfärbung. Auf der Schnauze finden sich kleine Barteln; die Unterlippe trägt charakteristische Hautlappen (Fransen), die der Art ihren deutschen Namen geben und ihr Abweiden von Aufwuchs von Oberflächen erleichtern. Die Körpersilhouette ist kompakt und muskulös; der Kopf ist leicht nach unten gerichtet, was das Absuchen des Substrats und das Anheften an Oberflächen begünstigt. Im Aquarium zeigt der Grüne Fransenlipper ein aktives Verhalten, das mit zunehmendem Alter immer deutlicher von intensivem Revierverhalten geprägt ist. Junge Tiere sind häufig versteckt und scheu; adulte Exemplare patrouillieren offen ihre Reviere und verteidigen diese aggressiv gegen Eindringlinge. Die Art bewegt sich vorwiegend im unteren und mittleren Bereich des Beckens und nutzt Bodenzonen sowie Strukturen intensiv.
Besonderheiten
- Einzelhaltung empfohlen; mit zunehmendem Alter wächst die Aggressivität deutlich
- Greift ähnlich aussehende Arten und bodennahe Fische bevorzugt an
- Verwechslungsgefahr mit E. bicolor (dieser hat einfarbig schwarzen Körper ohne Körperzeichnung)
- Aktiv, gut sichtbar, neugierig – kein ausgesprochen scheues Verhalten im Adultstadium
- Sprungrisiko: geschlossene Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Haltungstyp: Einzelhaltung. Epalzeorhynchos frenatus führt in der Natur sehr wahrscheinlich ein solitäres Leben und sollte in der Aquaristik in der Regel als Einzeltier gehalten werden. Mit zunehmendem Alter steigt die intraspezifische Aggressivität erheblich. In sehr großen Aquarien mit ausreichend Verstecken und Sichtbarrieren kann ein Versuch mit mehreren Tieren unternommen werden, wobei jedes Tier ein Revier mit einem Durchmesser von mindestens einem Meter benötigt – dies ist nur in sehr großen Schauaquarien praktikabel. Temperament: Die Art ist gegenüber Artgenossen und ähnlich aussehenden Arten (E. bicolor, andere bodennahe Cypriniden) ausgesprochen aggressiv-territorial. Gegenüber robusteren, nicht-ähnlichen Beifischen (z. B. aktive Freiwasserschwimmer der oberen und mittleren Zone, Schmerlen der Gattungen Chromobotia, Botia, Syncrossus, Yasuhikotakia) ist die Art deutlich verträglicher. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden; adulte Garnelen und Schnecken werden in der Regel toleriert. Geeignete Beifische für die Bioregion Südostasien sind robuste, mittelgroße bis größere Arten, die das Becken räumlich anders nutzen: aktive Freischwimmer der mittleren und oberen Zone, z. B. größere Barben (Puntigrus tetrazona, Dawkinsia filamentosa), Danioniden oder ruhige Großbarben. Zu meiden sind: E. bicolor und ähnlich gefärbte Arten, andere Bodenbewohner in denselben Revierzonen, sehr kleine Wirbellose.
Geschlechtsdimorphismus
Ausgewachsene Weibchen sind erkennbar fülliger/rundlicher im Bauchbereich als Männchen. Männchen zeigen eine dunkle Randzeichnung an der Afterflosse. Junge Tiere lassen sich äußerlich nicht sicher unterscheiden.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 22–26 °C; pH 6,5–8,0; GH 2–15 °dGH. Beckengröße: Mindestens 120 × 45 cm Grundfläche (ca. 250 Liter) für ein einzelnes Tier. Größere Becken sind notwendig, wenn Beifische gehalten werden oder mehrere Exemplare versucht werden sollen. Der im Ausgangssteckbrief angegebene Wert von 160 L / 100 cm Kantenlänge ist zu knapp bemessen. Einrichtung: Strukturreiches Becken mit Wurzeln, größeren Steingruppen und dicht bepflanzten Rückzugszonen. Offene Sand- oder feinkiesige Flächen für die Nahrungssuche. Klare Sichtbarrieren zur Revierabgrenzung sind wichtig, um Aggressionen zu reduzieren. Feiner bis mittelgrober Bodengrund; sehr scharfkantige Substrate vermeiden. Strömung und Filterung: Moderate bis deutliche Strömung Deckel: Geschlossene Abdeckung empfohlen. Pflegehinweise: Neue Tiere behutsam einführen. Einrichtungsgegenstände neu arrangieren, bevor neue Tiere eingesetzt werden, um Revierstrukturen aufzubrechen. Soziale Interaktionen in den ersten Wochen eng beobachten.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Eierstreuender Bodenlaicher (nach kommerzieller Beobachtung). Fortpflanzungsschwierigkeit: Extrem schwer bis nicht reproduzierbar im Hobby. Es sind keine gesichert dokumentierten erfolgreichen Nachzuchten im Privataquarium bekannt. Kommerzielle Farmen in Südostasien setzen zur Fortpflanzungsauslösung Hormone ein. Die Zucht im Heimaquarium gilt daher als praktisch nicht realisierbar. Interessierte Züchter sollten dies bei der Planung berücksichtigen.
Ernährung/Futterbedarf
Ernährungstyp: Omnivor mit deutlichem Schwerpunkt auf pflanzlichem Aufwuchs (Algen, Periphyton, Aufwuchs von Oberflächen). In der Natur frisst die Art Algen, Phytoplankton, Zooplankton und organisches Substrat. Im Aquarium: Basis bilden hochwertige Sinking-Pellets und Algenwafer. Ergänzend pflanzliche Komponenten (Spirulina-Flocken, blanchierter Spinat, Erbsen, Zucchini). Tierische Proteine in Maßen: gefrorene oder lebende Mückenlarven, Daphnien, Artemia, Mysis. Mehrere kleine Fütterungen täglich sind empfehlenswert, um Futterstress zwischen Reviertieren zu reduzieren.
Natürlicher Lebensraum
Epalzeorhynchos frenatus stammt aus Südostasien: Thailand, Laos und Kambodscha (Einzugsgebiete Mae Klong, Chao Phraya, Mekong und Xe Bangfai). In der Natur bewohnt die Art sandig-felsige Substrate in Fließgewässern und Bächen mit klarem, sauerstoffreichem Wasser und mäßiger bis deutlicher Strömung. Saisonal zieht die Art in überflutete Bereiche, die mit sinkendem Wasserstand wieder verlassen werden. Hinweis: Wildpopulationen sind erheblich zurückgegangen; der Großteil der im Handel erhältlichen Tiere stammt aus kommerzieller Farmzucht in Südostasien. Wilde Wasserwerte variieren lokal
Hier mal mein Bericht für diese schönheit, die sich mit dem der E. bicolor die hand reichen kann 😉 Epalzeorhynchos frenatum – grüner Fransenlipper Der grüne Fransenlipper, Epalzeorynchos frenatus bzw. Labeo frenatus stammt aus Kambodscha, Thailand, ebenfalls im Fluss Chao Phraya. Die Tiere stammen aus der Familie der Karpfenfische. In der Zoohandlung werden diese Tiere sehr oft zu erschwinglichen Preisen von 3 – 7 Euro angeboten. Diese Tiere sind wunderschön, denn der Hai- ähnliche, schwarze Körper den roten Flossen des grünen Fransenlippers strotzt vor purer Schönheit (beide gibt es auch in albinotischer Form). Dazu kommt das seichte Schwimmverhalten der Tiere.… Weiterlesen »
Danke, ist verbessert und eingebaut!