Hallo,
mich macht es immer sehr traurig, wenn ich über die Empfehlung zur Einzelhaltung lese. Hier würde ich eher ganz klar sagen:
wer den Platz nicht hat, sollte den Fisch nicht pflegen!
Meine petersii sind immer im Trupp unterwegs, auch wenn es manchmal etwas rauher zugeht. Dennoch teilen sie sich auf der 2,40 x 60 Grundfläche nicht auf, ist ein Tier abseits der Gruppe, dann bedeutet dies, das etwas nicht mit ihm stimmt. 80 cm Beckenlänge ist zu wenig, diese Aquariengröße geht nur für kurze Zeit, bei sehr kleinen Jungtieren. Wenn man diese Fische mal richtig schwimmen hat sehen, dann weiß man, daß es mind. 1,50 sein soll, später mehr. Selbst meine 2,40 m möchte ich irgendwann vergrößern den Petersii zuliebe.
Röhren, welche auf beiden Seiten offen sind werden eher angenommen als Höhlen mit einem Eingang. Sie lieben dunkle Unterstände, eine Wurzel, die bis an die Oberfläche geht und unter der man dann viele Röhren stapelt ist optimal. Schwimmpflanzen, bzw. nicht allzu helle Beleuchtung und eine dichte Randbepflanzung, weicher Bodengrund zur Nahrungssuche und viele Strukturierungen runden dann das AQ ab.
Keines meiner Tiere nimmt Trockenfutter an, egal ob Flocken, Granulat, Tabletten etc. .
Frostfutter und Lebendfutter, so abwechslungsreich wie möglich, sind hier gefordert und dies auch nicht zu knapp. Aufgrund ihrer Größe und auch ihrer nächtlichen Unternehmungen benötigen sie reichlich Futter, am besten mind. 2x täglich. Hungernde Petersii sind in der Tat sehr unerträglich und gehen sich dann auch untereinander grob an. Eine Urlaubsfahrt des Pflegers kann hier schon problematisch werden.
Diese Tiere sollten nur in erfahrene Hände und man sollte sich ausreichend vorher über sie informieren!
Zierfische, Familie Mormyridae
Elefantenrüsselfisch Gnathonemus petersii
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Gnathonemus petersii, der Elefantenrüsselfisch, gehört zur Familie Mormyridae und ist ein gedrungener Fisch mit einem charakteristischen, röhrenförmigen Schnauzenansatz. Die Art besitzt ein spezialisiertes elektrisches Organ (EOD) und kann schwache elektrische Impulse zur Orientierung und Beutelokalisation aussenden. Gnathonemus petersii erreicht bis zu 35 cm SL, im Aquarium meist 22-25 cm.
- Schwierigkeit: Schwierig
- Gruppenhaltung
- Friedlich

bis 35 cmEndgröße
bis 10 JahreLebenserwartung
23-28 °CTemperatur
6-7,5pH-Wert
5-15 °dGHGesamthärte
ab 1080 lAquariengröße
Beschreibung
Im Aquarium zeigt die Art überwiegend nachtaktives Verhalten: tagsüber bleibt sie zurückgezogen in Verstecken, nachts oder bei Dämmerung wird sie aktiv und sucht den Bodenbereich nach Nahrung ab. Die Fische reagieren empfindlich auf hektische Bewegungen und können bei zu starker Störung scheu werden. Besonders nennenswert ist die elektrische Kommunikation, die nicht nur zur Orientierung, sondern auch zur innerartlichen Erkennung und Partnerwahl dient. Die Art ist besonders empfindlich gegenüber Medikamenten und schlechter Wasserqualität.
Haltung und Pflege
Wasserwerte: Temperatur 23-28 °C, pH 6,0-7,5, GH 5-15 dGH. Beckengröße: Mindestens 150 cm Kantenlänge (ab 1.080 L) für eine Gruppe von mindestens 5 Tieren. Die bodenorientierte Lebensweise verlangt eine großzügige Grundfläche. Einrichtung: Zahlreiche Versteckmöglichkeiten durch Wurzelholz, dicht bewachsene Bereiche und Steingruppen. Weiches Substrat aus Sand oder feinem Kies schont den Rüsselbereich. Schwimmpflanzen und Laubmaterial für gedämpfte Beleuchtung. Filtration: Gleichmäßige, moderate bis geringe Strömung. Effiziente, sanft arbeitende Filterung. Stabile Parameter und gute Wasserqualität sind besonders wichtig. Sehr empfindlich gegenüber Medikamenten – bei Behandlungen größte Vorsicht. Gedämpfte Lichtverhältnisse und ausgeprägte Tag-Nacht-Gliederung unterstützen das natürliche Aktivitätsmuster.
Passt das Wasser bei dir?
Verhalten und Vergesellschaftung
Gnathonemus petersii ist eine gruppenorientierte Art; die Haltung in Gruppen von mindestens 5 Tieren wird empfohlen. In Gesellschaft zeigen sich die Fische weniger scheu. Ausreichend große Becken mit vielen Verstecken sind Voraussetzung für stabile soziale Dynamik. Bei zu engem Raumangebot kann es zu innerartlicher Aggression kommen. Temperamentlich überwiegend friedlich gegenüber anderen Arten, jedoch wenig konkurrenzstark bei der Futteraufnahme. Sehr aktive oder aggressive Beifische führen dazu, dass Gnathonemus petersii beim Fressen benachteiligt wird. Für eine harmonische Vergesellschaftung eignen sich ruhige westafrikanische Arten: Schmetterlingsfische (Pantodon buchholzi), kleinere Bichirs, Congo-Salmler, Synodontis-Welse und Ctenopoma-Arten. Garnelen sind ungeeignet (Beute). Kleine Schnecken riskant, adulte meist toleriert.
Ernährung
Karnivore mit stark fleischlich betonter Ernährung. In der Natur: Würmer, Insektenlarven und wirbellose Bodentiere. Im Aquarium: gefrorene oder lebende Wirbellose (rote Mückenlarven, Tubifex, Mysis, Artemia), sinkende Pellets oder Tabletten. Aufgrund schwacher Konkurrenzfähigkeit beim Fressen mehrere Fütterungsstellen einrichten, vorzugsweise abends oder nachts.
Zucht
Die Zucht von Gnathonemus petersii im Aquarium gilt bisher als nicht gelungen. Der genaue Laichmodus in der Natur ist unklar. Ein zentrales Problem stellt die elektrische Kommunikation dar: In Gefangenschaft kommt es zu Störungen der EOD-Signale, die die Partneridentifikation verhindern. Alle im Handel erhältlichen Exemplare sind in der Regel Wildfänge. Zucht-Wasserwerte und Protokolle sind nicht dokumentiert.
Natürlicher Lebensraum
Gnathonemus petersii kommt in flachen, langsam fließenden oder stehenden Gewässern Westafrikas vor (Niger- und Kongo-Einzugsgebiet sowie Angola), die oft trüb, dunkel und reich an organischem Substrat sind. Typische Habitate sind schlammige Flusssohlen, vegetationsdichte Uferbereiche und überflutete Flussläufe mit reichlich Treib- und Laubmaterial.
Geschlechtsunterschiede
Äußerlich sind Männchen und Weibchen kaum zu unterscheiden; es sind keine verlässlichen Unterschiede in Größe, Farbe oder Flossenform dokumentiert. In der Forschung wird die elektrische Signatur (EOD-Muster) als dimorphes Merkmal beschrieben.
Gut zu wissen
- Elektrisches Organ (EOD) zur Orientierung und innerartlichen Kommunikation
- Überwiegend nachtaktiv und scheu; tagsüber starke Rückzugsneigung
- Empfindlich gegenüber Nahrungswettbewerb – wird bei aktiven Beifischen schnell gestresst
- Häufig wildgefangen; Zucht im Aquarium bisher nicht gelungen
- Besonders empfindlich gegenüber Medikamenten und schlechter Wasserqualität
- Sprungrisiko gering, sichere Abdeckung dennoch empfehlenswert
Galerie
Häufige Fragen
Welche Wasserwerte braucht der Elefantenrüsselfisch?
Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 23-28 °C, pH 6,0-7,5 und GH 5-15 dGH.
Kann man den Elefantenrüsselfisch vergesellschaften?
Ja, mit ruhigen westafrikanischen Arten wie Schmetterlingsfischen (Pantodon buchholzi), kleineren Bichirs, Congo-Salmlern, Synodontis-Welsen und Ctenopoma-Arten. Garnelen sind ungeeignet, da sie als Beute betrachtet werden.
Kann man den Elefantenrüsselfisch im Aquarium züchten?
Nein, die Zucht von Gnathonemus petersii im Aquarium gilt bisher als nicht gelungen. Der genaue Laichmodus ist unklar, und Störungen der elektrischen Kommunikation in Gefangenschaft verhindern vermutlich die Partnerfindung.
Wie groß muss das Aquarium für den Elefantenrüsselfisch sein?
Mindestens 150 cm Kantenlänge und 1.080 Liter für eine Gruppe von mindestens 5 Tieren. Zahlreiche Verstecke und weiches Substrat sind wichtig.
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Fragen und Erfahrungen
10 Kommentare, der letzte vom 12. Juni 2022
Verena Matthias WiesenseeRedaktion Hallo Verena, danke für die Hinweise. Wir haben einen Satz an Unterlagen damals bekommen vom Großhandel. Die Quellen siehst du jeweils. Diese sollen gemeinsam mit der Community verbessert und vor allem ausgebaut werden. Daher freue ich mich, dass du Anregungen bringst. Dürfen wir die so einbauen?
Verena Hallo,
natürlich dürft ihr alles, was ich schreibe verwenden! Ich muß mal schauen, ob ich die Zeit finde um mal einen ausführlichen Bericht zu schreiben. Vielleicht bekomme ich auch noch ein paar Fotos hin.
Es sind faszinierende Fische, und ihr Verhalten ist noch reichlich unerforscht.
Liebe Grüße, Verena
Häääbät Diese Fische wurden früher oft als wasserwärter in wasserwerken gehalten. das geringste problem und der fisch zeigt es an oder stribt sogar dabei. ich persönlich finde das weniger fein.Als alter angler habe ich früher in einer großen wanne weisfische und andere deutsche fische gehalten, von schleie bis karauschen barsche usw. ich habe das becken naturgeträu eingerichtet und die kleinen barsche fingen sogar an auf raubzüge zu gehen. es gab köderfische die mir echt ans herz gewachsen sind und ich sie verschont habe und ihnen bei guter größe die freiheit schenkte . für meine wasserwacht habe ich ganz normale flusskrebse eingesetzt . das geringste problem und der krebs zeigt es dir an. Der afrikanische elefantenrüsselfisch wurde zu gewissen zeiten so nachgestellt das er fast vom aussterben bedroht war. Meine erfahrung ist ,das man den fisch in fast allen becken vergesselschaften kann so fern das wasser nicht zu sauer wird. also keine amazonas becken. klares wasser und ph wert nicht so hoch . dann werden die fische auch alt. Das ist mein erfahrungswert. mücken larven habe ich am abend oft im sand vergraben. kurz bevor das licht ausging. durch die eingesetzte nachtbeleuchtung konnte ich die herrlichen fische immer schön beobachten bei ihrer futter aufanhahme.
Verena Ich bedaure es sehr, daß selbst nach JAHREN immer noch die Beckengröße von 80 cm und eine Einzelhaltung empfohlen wird.
Es lässt mich alle anderen Berichte mit großer Vorsicht lesen.Warum fordert ihr zum mitmachen auf, wenn Berichte und Empfehlungen von Haltern nicht aufgegriffen werden?
Kommt meine Rüssel besuchen…schaut Euch an, wie sie leben, wie sie sich bewegen und ihr könnt nachvollziehen, wie sich mir der Magen umdreht, wenn ich den Bericht oben lese!
Matthias WiesenseeRedaktion Hallo Verena, danke für deinen Hinweise.
Da liegst du natürlich richtig. Wir denken 120 cm sind angebracht. Was meinst du?Verena Ich habe unten schon in meinem Bericht geschrieben, was ich dazu denke.
1,50 m als Minimum und später mehr.
Eine Einzelhaltung sehe ich als absolut nicht artgerecht an und daher schließen sich schon kleinere Becken aus.
Nimmt man eine Gruppe von 8 jungen Tieren, die jeweils um die 8-10cm sind, und berücksichtigt man deren Bewegungsdrang, dann sind 150 cm Kantenlänge gerade ausreichend, damit sie sich gut entwickeln.Natürlich kann man (einzelne) Tiere auch auf weniger „halten“, ich schreibe bewußt nicht „pflegen“.
Hier ist nur die Frage, ob man das Niveau zahlreicher Datenbanken folgen will.
Sprich, die unterste Haltungsbegrenzung angeben.
Es ist nun mal Tatsache, daß die meisten sich daran orientieren.
Da kann man noch so oft hinschreiben, daß es ein Minimum ist oder nur bei Artenbecken zählt.
Die lesen 120 cm und schwupp sind die Tiere (das Tier) drin.
Oder…. ab ins 100 cm Becken, man ist ja nur „etwas“ drunter unter den Bedingungen die XYZ angeben.
So ticken die meisten (ich arbeite im Handel, ich weiß, was diese Zahlen anrichten!) und man sollte sich überlegen, ob man nicht versucht etwas gegen zu steuern.
Der Seite hier tut es doch nicht weh, wenn man große Becken/ Gruppenhalltung empfiehlt.
Ich versteh nicht, warum sich so viele schwer damit tun, ausreichend große Aquarien zu empfehlen.
Man bekommt doch beim Tierkauf keine Provision… 😉Das Händler versuchen das unterste Limit auszureizen um zu verkaufen kann ich ja noch nachvollziehen.
Aber doch keine fachlich bezogene Informationsseite. 🙂
Olaf Hallo, hier meine Erfahrungen und Anmerkungen zu diesem Tier:
Dieser interessante Fisch kommuniziert innerhalb seiner Gruppe äusserst intensiv und das Gruppenverhalten ist sehr interessant. Sie agieren, ausser beim schlafen, hauptsächlich als Gruppe. Es liegt deshalb auf der Hand, dass „Einzelhaft“ unangemessen ist und ich rate dem Tier zuliebe ebenfalls ganz klar davon ab.
Was Beckengrösse angeht wird immer viel gestritten und diskutiert. Man kann pauschal sagen: ein in Gefangenschaft gehaltenes Tier lebt immer auf zu engem Raum. Wer einem Tier wirklich gerecht werden will, hält deshalb am besten überhaupt keins „gefangen“… deshalb gehe ich nicht weiter darauf ein. Klar ist: grösser ist immer besser. Meine 6 Fische scheinen das abwechslungsreich gestaltete, bepflanze Becken mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten, einer Rückwand, welche abgesetzt ist und mit seinen Durchgängen dauerhaft einen etwas grösseren, dunklen Bereich im Aquarium bietet, zu schätzen. Ebenfalls scheinen diese Fische die etwas stärkere Strömung im Becken zu mögen. Insbesondere sollte das Becken keine 2m Länge haben, kann Strömung im Becken den Schwimmtrieb und Bewegungsdrang mancher Fluss-Fische zumindest etwas kompensieren. Meine Gruppe ist tagsüber etwas weniger (aber auch) aktiv, dösen gerne im Pflanzenwald, in ihren Unterständen oder hinter der Rückwand. Ihre Augen sind nicht die besten aber wahrscheinlich nicht ganz so schlecht, wie immer wieder beschrieben wird. Ihr Elektroorgan kann nicht durch Scheiben sehen – sie nehmen aber mich und Objekte vor der Scheibe optisch zweifellos wahr und versuchen Objekte, die man an die Scheibe hält immer mit ihrer „Schwanzflossen-Sonde“ zu scannen. Sie sind neugierig und intelligent. Deshalb schadet es nicht ihnen ab und zu neuartige, ungewöhnlicheGegenstände (natürlich nur ungiftige, wassertaugliche..) nur zur Unterhaltung für ein paar Minuten ins Aquarium zu hängen, welche sie untersuchen können. Auch sind sie nicht langsame Esser, wie das auf manchen Seiten behauptet wird. Sie finden ihr Futter zielgenau und effizient, egal ob das Futter im Wasser schwebt, oder am Boden liegt. Sie durchstöbern mit ihrem Sondier-Kinn fleissig alle noch so kleinen Winkel im Aquarium und untersuchen den Sand nach Essbarem. Aber sie essen keinerlei Pellets, Flocken oder ähnliches. Frost- oder Lebendfutter sind deshalb Pflicht. Ich halte sie bei 27°C, pH6.8, Leitwert <600mikroS und durch die intensivere Strömung in ziemlich sauerstoffreichem Wasser.
Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.
































