Hemichromis guttatus
Beschreibung
Hemichromis guttatus, im Deutschen als Roter Cichlide bekannt, gehört zur Familie Cichlidae. Der wissenschaftliche Name ist seit 2022 taxonomisch präziser unter dem neuen Gattungsnamen Rubricatochromis guttatus einzuordnen – die Gattung Hemichromis wurde durch Lamboj & Koblmüller (2022, Hydrobiologia) in zwei evolutionär getrennte Linien aufgeteilt. Die „Roten Schmuckcichliden“ (ehemals Hemichromis bimaculatus-Gruppe) bilden nun die Gattung Rubricatochromis, während die Fünffleckcichliden um H. fasciatus im alten Gattungsnamen verbleiben. Der Artname guttatus (lat. „gesprenkelt“) verweist auf das charakteristische Fleckenmuster an Wangen und Kiemendeckel. Der Körperbau ist kompakt und seitlich abgeflacht, mit kräftiger Brust- und Rückenpartie. Adulte Tiere entwickeln eine ausgeprägte rote bis rotbraune Grundfärbung mit metallisch schimmernden Schuppen; Flecken auf Flanke und Kiemendeckel sind artbestimmend. Männchen werden mit bis zu 12 cm (Standardlänge) spürbar größer als Weibchen, die bei etwa 10 cm bleiben. Die Totallänge inkl. Schwanzflosse liegt beim Männchen entsprechend bei ca. 13-14 cm. Im Aquarium zeigt Hemichromis guttatus ein aktives, bodennahes Verhalten. Die Art hält sich bevorzugt im unteren Schwimmbereich auf und nutzt Steine, Wurzeln und Höhlen als Reviermarken. Tiere sind leicht zu beobachten und zeigen eine hohe Präsenz, verschwinden selten dauerhaft in Pflanzendickichten.
Besonderheiten
- Substratlaicher mit ausgeprägter elterlicher Brutpflege (ca. 1 Monat).
- Deutliche Territorialtendenzen, besonders während der Fortpflanzungsphase.
- Bodennahes Verhalten; präferiert die untere Schwimmbahn.
- Junggarnelen sind gefährdet; adulte Garnelen meist unproblematisch.
- Schnecken werden in der Regel toleriert.
- Taxonomisch seit 2022 korrekt: Rubricatochromis guttatus (Lamboj & Koblmüller, 2022).
Vergesellschaftungshinweise
Hemichromis guttatus ist eine ausgesprochen territoriale Art. Außerhalb der Fortpflanzungszeit zeigen Paare ein kontrollierbares Aggressionsniveau; während der Brutpflege steigt die Aggressivität deutlich an und Reviere werden kompromisslos verteidigt. Die Art sollte deshalb nur mit robusten, schnellen Mitbewohnern vergesellschaftet werden, die der Art ausweichen können. Eine Haltung vorwiegend als Paar oder in einem artspezifischen Becken ist für die meisten Halter empfehlenswerter als ein Gesellschaftsaquarium. Temperament: Aktiv, selbstbewusst, territorial. Laichphase: hochaggressiv gegenüber allen Beckenbewohnern. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Junggarnelen werden als Futter betrachtet und sind gefährdet. Adulte, größere Garnelen bleiben in der Regel unbehelligt. Schnecken werden überwiegend toleriert. Bodenbewohner aus Westafrika – z. B. Synodontis-Arten – sind als Mitbewohner geeigneter als zarte Wirbellose. Für eine harmonische Vergesellschaftung sind vorwiegend westafrikanische Arten geeignet, die über ausreichend Ausweichmöglichkeiten verfügen. Bewährte Mitbewohner sind robuste Synodontis-Arten (z. B. S. nigriventris, S. waterloti), größere westafrikanische Salmler wie Phenacogrammus interruptus (Kongosalmler) und andere Characiden, sowie Pelvicachromis-Arten in ausreichend großen Becken mit klarer Revierstruktur. Wichtig: Corydoras sind südamerikanische Welse und bioregional nicht kompatibel – sie sollten nicht mit H. guttatus vergesellschaftet werden. Malawi- oder Tanganjika-Buntbarsche scheiden aufgrund abweichender Wasseransprüche und Bioregion ebenfalls aus.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden deutlich größer (bis ca. 13-14 cm TL) als Weibchen (ca. 10-11 cm TL). Adulte Männchen besitzen oft ausgeprägtere Flossen und eine intensivere Rotfärbung, besonders während der Laichzeit. Die Geschlechtsbestimmung ist bei Jungtieren schwierig; bei adulten Tieren sind Größendifferenz und Flosse zuverlässige Anhaltspunkte.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 23-27 °C, pH 6.0-7.5, GH 5-20 °dGH. Die Art toleriert ein breites Parameterspektrum und gilt als relativ robust. Ein ausreichend großes Becken ist Grundvoraussetzung. Aufgrund der Größe von bis zu 13-14 cm TL (Männchen) und der ausgeprägten Territorialität ist ein Mindestbecken von 200 Litern (ca. 120 cm Länge) für ein Paar realistisch. Kleinere Becken führen zu Dauerstress und erhöhter Aggressivität. Einrichtung: Strukturreich mit Steinen, Wurzeln, Keramikhöhlen und Rückzugsbereichen. Pflanzen möglich, sollten robust und gut verankert sein. Sandflächen im Vordergrund erlauben der Art ihr natürliches Bodenverhalten. Filterung: Leistungsfähige, aber nicht übermäßig turbulente Filterung. Ruhige Bodenzonen beibehalten. Regelmäßige Teilwasserwechsel (50 % alle 3-4 Tage bei Zucht) unterstützen die Kondition. Sicherheitsaspekte: Niedriges Sprungrisiko; ein Abdeckung wird dennoch empfohlen.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (egg-layer). Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer – nicht wegen der Eiablage selbst, sondern wegen der intensiven elterlichen Aggression. Zuchtablauf: Gut konditionierte Paare laichen bereitwillig bei regelmäßigen Wasserwechseln (50 % alle 3-4 Tage). Ein Laich umfasst 300-500 Eier. Eier schlüpfen nach ca. 48 Stunden; Larven werden von den Eltern in vorbereitete Gruben umgetragen. Freischwimmende Jungfische nach ca. 5-6 Tagen. Eltern betreiben aktive Brutpflege für ca. 4 Wochen. Aufzucht: Startfutter Artemia-Nauplien oder Mikrowürmer. Elternaggression gegenüber Beckenbewohnern während der Brutpflege erheblich – Paar möglichst allein halten oder Trennmöglichkeit vorsehen. Schwierigkeit der Zucht: Mittel.
Ernährung/Futterbedarf
Hemichromis guttatus ist omnivor mit deutlichem Schwerpunkt auf tierischer Kost. In der Natur werden Insekten, Kleinkrebse und andere Wirbellose aufgenommen. Geeignete Futteroptionen:
– Lebendfutter und Frostfutter: Artemia, Mückenlarven (rot/schwarz), Daphnien, Mysis, gehackte Garnelen.
– Hochwertige fleischbetonte Flockenkost oder Granulat als Basisfutter.
– Gelegentlich gefrorene Ergänzungen zur Farbintensivierung (z. B. Cyclops, Krill).
– Pflanzliche Komponenten (Spirulina-Flocke, blanchierter Spinat) ergänzend. Regelmäßige, abwechslungsreiche Fütterung unterstützt Kondition und Färbung. Während der Brutphase erhöhter Energiebedarf.
Natürlicher Lebensraum
Hemichromis guttatus ist in Westafrika heimisch und kommt in Küstenflüssen von Sierra Leone bis Kamerun vor, mit Ausnahme des unteren Volta-Beckens. Die Art besiedelt flache und strömungsarme Abschnitte großer Flüsse, kleine Seitengewässer, Altarme, Sumpfzonen und Küstenlagunen. Das Substrat besteht typischerweise aus Sand, Kies und Laub mit Wurzeln und Steinen als Strukturgeber. Die natürlichen Wasserwerte der Küstenflüsse Westafrikas variieren regional; die Art ist gegenüber einem breiten Parameterbereich tolerant, was sie zu einem robusten Pflegling macht.
also meine zerlegen alle Pflanzen besonders wenn sie eier gelegt haben werden alle pflanzen rausgerissen
Ja, während der Brutpflege ist das Verhalten durchaus anders, stimmt!