Heros liberifer
Beschreibung
DUPLIKAT: Dieser Steckbrief ist ein Duplikat von Heros liberifer. Bitte den artspezifischen Steckbrief verwenden.
Heros liberifer ist ein mittelgroßer Buntbarsch aus der Familie Cichlidae, der aus dem Orinoco-Becken in Venezuela und Kolumbien stammt. Die Art erreicht im Aquarium in der Regel 20-25 cm Gesamtlänge. Der Körperbau ist stämmig und seitlich abgeflacht, typisch für die Gattung Heros.
Das hervorstechendste Merkmal dieser Art sind mehrere horizontale Reihen kleiner leuchtend roter Punkte auf der unteren Körperhälfte, die H. liberifer von allen anderen Heros-Arten unterscheiden. Dazu kommen ein deutlicher, dunkler Schwanzfleck bei adulten Tieren, eine leuchtend rote Iris und dunkle Punkte auf Wange und Kiemendeckel bei Männchen. Die Grundfärbung variiert von beige-grau über gelblich-grün bis blaugrau; während der Brutphase intensiviert sich die Farbe deutlich.
H. liberifer wurde seit 1992 aus Venezuela importiert, lange Zeit fälschlicherweise als H. severus gehandelt. Die wissenschaftliche Beschreibung als eigenständige Art erfolgte erst 2015. Der Artname liberifer (lat.: Kinderträger) verweist auf das larvophile Maulbrüterverhalten der Art.
Besonderheiten
- Einziger bekannter larvophiler Maulbrüter in der Gattung Heros.
- Leuchtend rote Punktreihen auf der unteren Körperhälfte als Alleinstellungsmerkmal.
- Rote Iris, dunkler Schwanzfleck und Wangenpunkte beim Männchen.
- Beide Eltern tragen Larven aktiv im Maul und wechseln die Brut zwischen sich.
- Endemisch im Orinoco-Becken (Venezuela, Kolumbien), nicht Amazonas.
- Geringes Sprungrisiko; Abdeckung dennoch empfehlenswert.
- Garnelen ungeeignet.
Vergesellschaftungshinweise
Heros liberifer ist außerhalb der Brutphase relativ friedlich und verträgt sich gut mit robusten, ähnlich großen Fischen. Die Tiere können anfangs scheu wirken, besonders Wildfänge. Mit zunehmender Eingewöhnung werden sie deutlich zugänglicher und neugieriger.
Während der Fortpflanzungsphase wird das Paar territorial und verteidigt das Revier aktiv. Beide Eltern beteiligen sich am Mundbewachen der Larven und wechseln die Jungen zwischen ihren Mäulern.
Garnelen sind ungeeignet, da kleine Wirbellose als Beute betrachtet werden. Schnecken sind risikobehaftet; robuste Großschnecken meist sicher. Geeignete Beifische sind mittelgroße bis große, ruhige Salmlerverwandte und robuste bodenbewohnende Welse aus Südamerika.
Geschlechtsdimorphismus
Der Sexualdimorphismus ist gering, jedoch vorhanden: Männchen zeigen dunkle Punkte auf Wange und Kiemendeckel, die Weibchen meist fehlen oder deutlich schwächer ausgeprägt sind. Populationsabhängige Variationen kommen vor. Männchen können etwas größer und kräftiger werden. Die sicherste Geschlechtsbestimmung gelingt über Verhaltensbeobachtung während der Paarbildung.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 24-28 °C, pH 6,0-7,2, GH 2-15 °dGH.
Mindestens 120 cm Kantenlänge und 400 Liter für ein Paar. Feiner Sand oder feiner Kies als Bodengrund, da die Tiere intensiv graben. Wurzelholz, Steine und Höhlen schaffen Reviergrenzen und Rückzugsorte. Robuste Pflanzen wie Anubias oder Java-Farn sind möglich.
Moderate bis geringe Strömung. Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig. Gedämpfte Beleuchtung mit schattigen Bereichen.
Bei guter Pflege erreichen die Tiere ein Alter von 8-10 Jahren.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Larvophiler Maulbrüter. Zuchtschwierigkeit: Mittel.
Heros liberifer ist der einzige larvophile Maulbrüter der Gattung. Das Brutpaar reinigt eine flache Oberfläche, auf der das Weibchen ca. 100-200 Eier ablegt. Die Larven schlüpfen nach rund drei Tagen und werden von beiden Eltern im Maul getragen; die Jungfische sind nach weiteren 6-7 Tagen freischwimmend. Beide Eltern wechseln die Brut aktiv zwischen ihren Mäulern. Fütterung der Jungfische mit Artemia-Nauplien.
Dokumentierte Zuchtparameter: pH 7,0, GH ca. 13 °dGH.
Ernährung/Futterbedarf
Ernährungstyp: Allesfresser mit leicht herbivoler Tendenz.
Im Freiland nimmt die Art Wirbellose, Pflanzenmaterial und gelegentlich kleine Fische auf. Im Aquarium: hochwertiges Granulat und Flockenfutter, Frost- und Lebendfutter (Mückenlarven, Artemia, Mysis), sowie pflanzliche Beikost (Spirulina, gekochte Zucchini, Spinat). Abwechslungsreiche Kost in mehreren kleinen Portionen täglich.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Heros liberifer stammt aus dem Orinoco-Becken in Venezuela und Kolumbien. Die Art besiedelt langsam fließende Flüsse, Nebenarme und überflutete Waldgebiete. H. liberifer kommt sowohl in Klarwasser- als auch in Schwarzwasserhabitaten und sogar in Weißwasserhabitaten vor, was auf ökologische Flexibilität hinweist. Wild wurden pH-Werte von 5,0 gemessen.