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Zierfische, Familie Poeciliidae

Zwergkärpfling Heterandria formosa

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Heterandria formosa ist ein sehr kleiner, kompakt gebauter Lebendgebärender aus der Familie Poeciliidae. Die Grundfärbung ist unmarkant bräunlich bis olivfarben mit einem dunklen Seitenstreifen. Es handelt sich um die kleinste Fischart Nordamerikas und einen der kleinsten Lebendgebärenden weltweit. Weibchen erreichen eine Maximallänge von etwa 3,5 cm, Männchen bleiben deutlich kleiner mit maximal 2 cm.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Gruppe
  • Friedlich
  • bis 3,5 cmEndgröße

  • 2-3 JahreLebenserwartung

  • 20-26 °CTemperatur

  • 7-8pH-Wert

  • 5-20 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Im Aquarium verhält sich der Zwergkärpfling ruhig und unaufdringlich. Die Tiere nutzen dichte Pflanzenbestände als Deckung und sondieren die oberen Wasserschichten nach feinem Futter. Männchen sind deutlich agiler als Weibchen und lassen sich häufig bei Balzverfolgungen beobachten. Aufgrund ihrer extremen Kleinheit sind die Tiere in Gesellschaft größerer oder neugieriger Mitbewohner gefährdet. Eine herausragende Besonderheit dieser Art ist die Fortpflanzungsbiologie: Heterandria formosa weist die am stärksten ausgeprägte Superfoetation (Überfruchtung) aller Lebendgebärenden auf. Gleichzeitig können bis zu sieben Embryonalstadien in unterschiedlichen Entwicklungsstufen im Mutterleib vorhanden sein. Anstatt definierter Bruten werden kontinuierlich ein bis zwei Jungfische pro Tag abgegeben.

Haltung und Pflege

Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 20-26 °C, pH 7,0-8,0, GH 5-20 °dGH. Als subtropische Art aus dem Südosten der USA toleriert Heterandria formosa auch kühlere Phasen; eine saisonale Absenkung der Temperatur auf 18-20 °C im Winter fördert die Langlebigkeit. Ganzjährige Warmwasserhaltung bei dauerhaft über 24 °C kann die Lebenserwartung verkürzen. Für eine Gruppe ab 54 Litern (Frontlänge ab 60 cm). Dichte Bepflanzung mit Schwimmpflanzen und feinverzweigten Bodendeckern. Offenes Freiwasser in der oberen Schwimmzone. Sanfte Filterung; starke Strömungen vermeiden. Fein- bis mittelkörniges Substrat. Dunkle Substrate betonen das natürliche Erscheinungsbild. Bei guter Pflege erreichen die Tiere ein Alter von 2-3 Jahren.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Der Zwergkärpfling ist friedlich und zeigt innerhalb kleiner Gruppen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Für eine stabile Haltung empfiehlt sich eine Gruppe von mindestens fünf Tieren mit mehreren Individuen beider Geschlechter. Männchen können bei der Partnersuche kurzzeitig aufgeregt erscheinen; erhebliche Aggressionen sind nicht dokumentiert. Schnecken werden toleriert und sind unproblematisch. Bei Garnelen besteht eine Größenabhängigkeit: Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen werden meist toleriert. Kleine Bodenbewohner wie Zwerg-Corydoras oder Otocinclus sind grundsätzlich kompatibel. Nur mit sehr ruhigen, gleichgroßen oder kleineren Arten vergesellschaften. Geeignete Partner aus Nordamerika sind andere Nano-Lebendgebärende, Stiftsalmler, Zwerg-Corydoras sowie Otocinclus. Die winzigen Männchen werden von den meisten gängigen Aquarienarten als Futter wahrgenommen.

Ernährung

Ernährungstyp: Allesfresser mit Vorliebe für tierisches Protein. In der Natur: Mückenlarven, Kleinkrebse, aquatische Wirbellose, Algen und Pflanzenmaterial. Im Aquarium: sehr fein gemahlene Trockenfutterprodukte oder Pulverfutter als Grundfutter. Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnia, Cyclops werden besonders gern angenommen und sind für die Aufzucht der Jungfische unverzichtbar. Ergänzend pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken. Mehrere kleine Fütterungen täglich.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Lebendgebärend mit Superfoetation. Zuchtschwierigkeit: Sehr einfach. Die Vermehrung im Aquarium ist bei Vorhandensein beider Geschlechter nahezu nicht zu verhindern. Die Gesamttragezeit beträgt etwa vier Wochen pro Brut. Da sich die Entwicklungsstadien überlappen, werden kontinuierlich 1-2 Jungfische pro Tag abgegeben. Die Versorgung der Embryonen erfolgt über eine spezialisierte plazentaähnliche Struktur (follikuläre Plazenta). Die Jungfische nehmen sofort Pulverfutter sowie Artemia-Nauplien an. Eine Separierung ist bei ausreichend Pflanzendichte oft nicht notwendig. Optimale Zuchttemperatur: 24-26 °C. Dichte Bepflanzung und gute Wasserqualität sind die wichtigsten Faktoren.

Zuchtwasser: 24 bis 26 °C, pH 7 bis 8

Natürlicher Lebensraum

Heterandria formosa stammt aus dem Südosten der USA (North Carolina bis Louisiana). Die Art bewohnt seichte, stark bewachsene Randbereiche von stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Die enge Verbindung zur Pflanzenstruktur ist ein zentrales Merkmal ihres ökologischen Auftretens. In einigen Populationen wird die Art auch in leicht brackigen Bedingungen beobachtet.

Geschlechtsunterschiede

Der Geschlechtsdimorphismus in der Körpergröße ist besonders stark ausgeprägt. Weibchen erreichen eine Maximallänge von etwa 3,5 cm und sind gedrungener gebaut. Männchen bleiben deutlich kleiner (maximal 2 cm) und sind schlanker und agiler. Sie tragen ein stark verlängertes Gonopodium (modifiziertes Begattungsorgan), das mit ca. 30 % der Körperlänge im Verhältnis zum restlichen Körper groß ist. Beim Weibchen ist ein dunkler Trächtigkeitsfleck (Gravid-Spot) sichtbar.

Gut zu wissen

  • Kleinste Fischart Nordamerikas; einer der kleinsten Lebendgebärenden weltweit.
  • Ausgeprägteste Superfoetation aller bekannten Lebendgebärenden: bis zu 7 gleichzeitige Embryonalstadien.
  • Kontinuierliche Abgabe von 1-2 Jungfischen täglich statt definierter Bruten.
  • Extremer Geschlechtsdimorphismus: Männchen (maximal 2 cm) deutlich kleiner als Weibchen (bis 3,5 cm).
  • Subtropische Art aus dem Südosten der USA: toleriert saisonale Temperaturschwankungen.
  • Männchen tragen ein großes Gonopodium (ca. 30 % der Körperlänge).
  • Kann in Brackwasserbedingungen vorkommen.
  • Geringes Sprungrisiko; leichte Abdeckung dennoch empfehlenswert.

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Zwergkärpfling?

Heterandria formosa benötigt Temperaturen von 20-26 °C, einen pH-Wert von 7,0-8,0 und eine Gesamthärte von 5-20 °dGH. Als subtropische Art profitiert sie von einer saisonalen Winterabsenkung auf 18-20 °C.

Kann man den Zwergkärpfling vergesellschaften?

Nur mit sehr ruhigen, gleichgroßen oder kleineren Arten. Geeignete Partner sind andere Nano-Lebendgebärende, Zwerg-Corydoras und Otocinclus. Die winzigen Männchen werden von den meisten gängigen Aquarienarten als Futter wahrgenommen.

Wie züchtet man den Zwergkärpfling?

Heterandria formosa ist lebendgebärend mit Superfoetation. Die Vermehrung ist bei Vorhandensein beider Geschlechter nahezu nicht zu verhindern. Kontinuierlich werden 1-2 Jungfische pro Tag abgegeben.

Wie groß muss das Aquarium für den Zwergkärpfling sein?

Für eine Gruppe eignet sich ein Aquarium ab 54 Litern (Frontlänge ab 60 cm). Dichte Bepflanzung ist wichtig.

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Fragen und Erfahrungen

3 Kommentare, der letzte vom 23. Oktober 2017
  1. Manfred Rogner

    Hallo,
    ich suche Elassoma-Arten und Heterandria formosa. Könnt ihr helfen?
    Gruß,
    Manfred Rogner

    1. Matthias WiesenseeRedaktion

      Guck mal auf die Quelle der Bilder. Hier kannst du anfragen und einen Partner vor Ort finden.

  2. Manfred Rogner

    Hallo,
    habe Heterandria formosa abzugeben. Gruß,
    Manfred Rogner

    02429-2561 Hürtgenwald

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