Hypancistrus contradens
Beschreibung
Der Orinoco-Engelsharnischwels (Hypancistrus contradens) ist ein bodenbewohnender L-Wels aus der Familie Loricariidae mit einer Endgröße von bis zu 13 cm. Im Handel wird die Art häufig unter der Bezeichnung L201 angeboten. Das Grundmuster zeigt eine dunkle Grundfärbung mit hellen, weißlich bis gelblichen Tupfen. Die Körperform ist kompakt und leicht abgeflacht, mit der für Hypancistrus typischen ausgeprägten Panzerung und Odontodenbildung.
Im Aquarium zeigt Hypancistrus contradens typisches Bodenfischverhalten: überwiegend nachtaktiv, tagsüber in Höhlen zurückgezogen. Die Art ist gegenüber nicht-territorialen Beifischen friedlich, beim Wettbewerb um Höhlen können Auseinandersetzungen auftreten. Wie alle Hypancistrus ist H. contradens kein Aufwuchs- oder Algenfresser, sondern benötigt proteinreiche, überwiegend fleischliche Kost.
Die IUCN stuft Hypancistrus contradens als Near Threatened ein (Stand 2019).
Besonderheiten
- Kupferempfindlich: kupferhaltige Medikamente vermeiden
- Kein Algenfresser: proteinreiche, fleischliche Ernährung unbedingt nötig
- Hoher Sauerstoffbedarf: starke Strömung und gute Durchlüftung essenziell
- Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege
- Nachtaktiv: tagsüber tief in Höhlen versteckt
- L-Nummer: L201
- IUCN: Near Threatened (2019)
- Hybridisierungsgefahr: nicht mit anderen Hypancistrus-Arten zusammen halten
Vergesellschaftungshinweise
Hypancistrus contradens ist ein überwiegend solitär lebender, territorialer Bodenbewohner. Empfohlen wird die Haltung als Paar oder in kleinen Gruppen (1 Männchen, 2 Weibchen). Männchen besetzen und verteidigen Höhlen, besonders während der Fortpflanzungszeit. Außerhalb der Brutphasen ist das Temperament zurückhaltend und friedlich.
Schnecken werden toleriert. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden meist akzeptiert. Eine Vergesellschaftung mit anderen Hypancistrus-Arten ist aus Gründen des Hybridisierungsrisikos zu vermeiden. Geeignet sind ruhige südamerikanische Salmler, Panzerwelse (Corydoras) und kleine friedliche Buntbarsche.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen breitere Köpfe sowie deutlich stärker ausgeprägte und längere Odontoden an den Brustflossenstrahlen, Wangen und am hinteren Körper. Weibchen wirken gedrungener mit runderen Körperlinien und einem volleren Bauch, während Männchen schlanker erscheinen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 25-29 °C, pH 5,8-7,5, GH 6-16 dGH.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ab 160 Liter) für ein Paar oder eine kleine Gruppe.
Einrichtung: Zahlreiche Höhlen, Röhren, Kokosnussschalen, grobe Steine und Wurzeln. Feinkörniger Sand oder sehr feiner Kies als Bodengrund. Strukturierte Landschaft mit mehreren Rückzugsmöglichkeiten.
Strömung: Stark, mit guter Umwälzung und hohem Sauerstoffgehalt. Hypancistrus contradens reagiert empfindlich auf schlechte Wasserqualität und sauerstoffarmes Wasser.
Beleuchtung: Gedämpft, mit schattigen Bereichen.
Hypancistrus contradens ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter. Zuchtschwierigkeit: mittel. Die Zucht ist gut dokumentiert. Das Männchen bewacht die Eier in einer engen Höhle. Ein typisches Gelege umfasst 20-30 Eier, Schlupf nach etwa zwei Wochen. Zuchtauslösung durch Simulation eines Wechsels von Trocken- und Regenzeit: Temperatur auf 29-30 °C erhöhen, große Wasserwechsel und gesteigerte Fütterung. Unter günstigen Bedingungen drei bis vier Gelege pro Jahr möglich.
Ernährung/Futterbedarf
Hypancistrus contradens ist überwiegend fleischfressend und kein Algenfresser. Geeignet sind sinkende Fleisch-Wafers und Tablettennahrung mit hohem Proteinanteil, Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Mysis, Cyclops). Pflanzliche Kost (blanchierte Zucchini, Spirulina-Tabs) nur als Ergänzung. Abendliche Fütterung passend zur Nachtaktivität.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hypancistrus contradens stammt aus dem Rio Ventuari und dem Oberen Orinoco in Venezuela sowie dem oberen Rio Negro im Dreiländereck Brasilien/Venezuela/Kolumbien. Die Art bewohnt felsige Flussabschnitte mit starker Strömung, klarem Wasser und zahlreichen Höhlen und Spalten als Versteck- und Laichplätze.
He,
L 201 ist nicht identisch mit H. contradens.
Letztere Art hat größere Punkte, im Adultstadium einen bulliger wirkenden Körper und die Art wird auch etwas größer. Jungtiere sind manchmal nicht einfach zu unterscheiden, Adulti hingegen schon, da bei L 201 das Punktmuster immer unscheinbarer wird.
lg Daniel
Danke für den Hinweis Daniel!
Die Richtigstellung findet ihr nun im Text unter „Synonyme“