Hypancistrus sp.

Deutscher Name: Königstiger-Harnischwels (L66)

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Brasilien
Farben:
braun, gold, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Hypancistrus zebra
Gattung: Hypancistrus
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Hypancistrus sp. ist ein Zierfisch für das Süßwasseraquarium.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Seit 2025 formal als Hypancistrus seideli beschrieben (L66, L236, L287, L333, L399, L400)
  • Kupferempfindlich wie alle Loricariidae
  • Kein Holzfresser/Aufwuchsfresser, sondern karnivor orientierter Allesfresser
  • Nachtaktiv, abendliche Fütterung empfohlen
  • Hybridisierungsgefahr mit anderen Hypancistrus-Arten
  • Starke Strömung und hohe Sauerstoffversorgung erforderlich
  • Natürlicher Lebensraum durch Belo-Monte-Staudamm bedroht
  • Herkunft: unterer Rio Xingu, Brasilien (Pará)
  • Lebenserwartung bis zu 15 Jahre

Vergesellschaftungshinweise

Hypancistrus sp. (L66) ist friedlich, aber territorial um Höhlen. Die Haltung erfolgt paarweise oder in kleinen Gruppen. Geeignete Mitbewohner sind ruhige, nicht höhlenbeanspruchende Arten, insbesondere Schwarmfische im Mittel- und Oberwasser. Neocaridina- und Caridina-Garnelen können gefressen werden, besonders Jungtiere. Große oder sehr territoriale Bodenbewohner sind ungeeignet. Andere Hypancistrus-Arten (andere L-Nummern) müssen aus Hybridisierungsgründen zwingend vermieden werden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln einen breiteren, massigeren Kopf und deutlich ausgeprägtere Odontoden an Kopf und Brustflossen. Weibchen sind insgesamt fülliger im Bauchbereich, wirken rundlicher und zeigen weniger Odontoden.
Größe: 12 bis 14 cm

Haltungstipps / Pflege

Hypancistrus sp. (L66) benötigt ein gut strukturiertes Aquarium ab 120 cm Kantenlänge und mindestens 240 Litern mit zahlreichen Höhlen aus Ton oder Schiefer, Spalten und Rückzugsmöglichkeiten. Feiner Kies oder Sand als Bodengrund ist geeignet. Entscheidend ist eine starke, sauerstoffreiche Wasserströmung: Ein Filterumsatz von mindestens dem Vierfachen des Beckenvolumens ist empfehlenswert. Stabile Wasserwerte und regelmäßige Wasserwechsel (wöchentlich 30 bis 50 %) sind unerlässlich, da die Art empfindlich auf organische Belastung und Nitratanreicherung reagiert. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden. Diese Art darf nicht zusammen mit anderen Hypancistrus-Arten gehalten werden (Hybridisierungsgefahr). Die Wasserwerte sollten bei 26 bis 30 °C, pH 5,8 bis 7,0 und GH 2 bis 12 °dGH liegen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,8-7
Temperatur:
26-30 °C
Beckengröße:
ab 120cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Hypancistrus sp. (L66) ist ein Höhlenbrüter. Die Zucht gelingt regelmäßig, bleibt aber anspruchsvoll. Das Männchen bewacht die Eier in einseitig geöffneten Höhlen und betreut die Larven bis zur freischwimmenden Phase. Gelege umfassen 20 bis 60 Eier. Auslöser: Kräftige Wasserwechsel mit kühlerem, weichem Wasser (Regenzeit-Simulation), Erhöhung der Strömung und reichliche Fütterung mit Frostfutter. Zuchtwasser: pH 5,5 bis 6,5, GH bis 5 °dGH, 28 bis 30 °C.

Ernährung/Futterbedarf

Hypancistrus sp. (L66) ist ein Allesfresser mit deutlich karnivorem Schwerpunkt. Die Art besitzt ein kleines, schwach bezahntes Maul und ist kein Algenfresser. Geeignet sind schwarze Mückenlarven, Artemia, Mysis, gehackte Garnelen sowie sinkende Carnivoren-Granulate und Welstabletten. Gelegentlich werden Gurkenscheiben oder Zucchini angenommen. Proteinreiches Frostfutter sollte den Hauptanteil ausmachen. Fütterung bevorzugt abends, da die Art nachtaktiv ist. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
bis zu 15 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Hypancistrus sp. (L66) lebt im unteren Rio Xingu in Brasilien (Pará). Das Habitat umfasst strömungsreiche Stromschnellen mit felsigem, spaltenreichem Untergrund. Die Strömung ist stark, der Sauerstoffgehalt hoch. Der Boden besteht aus Steinen, Kies und Totholz. Das Wasser ist warm, weich bis mäßig hart und leicht sauer. Der natürliche Lebensraum ist durch das Belo-Monte-Staudammprojekt bedroht, weshalb Nachzuchten für die Aquaristik besonders wichtig sind.

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