Hypancistrus sp. L260
Beschreibung
Der Arabesken-Harnischwels (Hypancistrus sp. L260), im Handel meist als „Queen Arabesque“ geführt, ist ein kleinbleibender, sehr kontrastreich gezeichneter Harnischwels aus dem Rio Tapajós in Brasilien. Auf tiefschwarzem Grund verläuft ein dichtes Netz feiner weißer bis cremefarbener Linien, dem die Form ihren Namen verdankt. Bei Jungtieren ist diese Zeichnung noch vergleichsweise grob, mit zunehmendem Alter wird sie feiner und filigraner. Die Art erreicht rund 12 cm Gesamtlänge und trägt seit 1998 die L-Nummer 260. Sie ist nachtaktiv, bewohnt Felsspalten und ernährt sich fleischbetont: Weder Algen noch Holz gehören zu ihrer Nahrung.
Besonderheiten
- Feines, arabeskenartiges Linienmuster auf schwarzem Grund, im Alter zunehmend filigran
- Herkunft: Rio Tapajós, Brasilien (Pará)
- Seit 1998 unter der L-Nummer 260 im Handel, regelmäßig nachgezogen
- Nicht identisch mit Hypancistrus seideli (L66, L236, L287, L333, L399, L400)
- Kein Holz- oder Aufwuchsfresser, sondern fleischbetont omnivor
- Nachtaktiv, abendliche Fütterung empfohlen
- Kupferempfindlich wie alle Loricariidae
- Hybridisierungsgefahr mit anderen Hypancistrus-Arten
- Starke Strömung und hohe Sauerstoffversorgung erforderlich
Vergesellschaftungshinweise
Hypancistrus sp. L260 ist friedlich und gilt als vergleichsweise verträglich, sowohl untereinander als auch gegenüber anderen Arten. Um Höhlen zeigen die Tiere dennoch Revierverhalten, weshalb deutlich mehr Verstecke als Tiere vorhanden sein sollten. Geeignete Mitbewohner sind ruhige Arten, die keine Höhlen beanspruchen, vor allem Schwarmfische im Mittel- und Oberwasser. Garnelen der Gattungen Neocaridina und Caridina können erbeutet werden, insbesondere Jungtiere. Andere Hypancistrus-Arten gehören wegen der Hybridisierungsgefahr nicht ins selbe Becken.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln einen breiteren, massigeren Kopf und deutlich ausgeprägtere Odontoden an Kopf und Brustflossen. Weibchen sind insgesamt fülliger im Bauchbereich, wirken rundlicher und zeigen weniger Odontoden.
Haltungstipps / Pflege
Hypancistrus sp. L260 benötigt ein gut strukturiertes Aquarium ab 120 cm Kantenlänge und mindestens 240 Litern mit zahlreichen Höhlen aus Ton oder Schiefer, Spalten und Rückzugsmöglichkeiten. Feiner Kies oder Sand eignet sich als Bodengrund. Entscheidend ist eine starke, sauerstoffreiche Strömung; ein Filterumsatz von mindestens dem Vierfachen des Beckenvolumens ist empfehlenswert. Stabile Wasserwerte und wöchentliche Wasserwechsel von 30 bis 50 % sind wichtig, da die Art empfindlich auf organische Belastung und Nitratanreicherung reagiert. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden. Andere Hypancistrus-Arten dürfen wegen der Hybridisierungsgefahr nicht vergesellschaftet werden.
Zucht und Fortpflanzung
Hypancistrus sp. L260 ist ein Höhlenbrüter und wird regelmäßig nachgezogen. Das Weibchen legt etwa 10 bis 25 Eier in eine einseitig geöffnete Höhle, das Männchen bewacht das Gelege und betreut die Larven bis zur freischwimmenden Phase. Als Auslöser dienen kräftige Wasserwechsel mit kühlerem, weichem Wasser, verstärkte Strömung und reichliche Fütterung mit Frostfutter. Zuchtwasser: pH 5,5 bis 6,5, GH bis 5 °dGH, 28 bis 30 °C.
Ernährung/Futterbedarf
Hypancistrus sp. L260 ist fleischbetont omnivor und kein Algenfresser. Das Maul ist klein und nur schwach bezahnt. Geeignet sind schwarze Mückenlarven, Artemia, Mysis und gehackte Garnelen sowie sinkende Carnivoren-Granulate und Welstabletten. Gelegentlich werden Gurken- oder Zucchinischeiben angenommen, sie ersetzen die proteinreiche Kost aber nicht. Gefüttert wird bevorzugt abends, da die Art nachtaktiv ist.
Natürlicher Lebensraum
Hypancistrus sp. L260 stammt aus dem Rio Tapajós im brasilianischen Bundesstaat Pará. Dort besiedelt die Art felsige Flachwasserzonen mit kräftiger Strömung und hohem Sauerstoffgehalt. Der Untergrund besteht aus Steinen und Geröll mit zahlreichen Spalten, die als Versteck und als Laichplatz dienen. Das Wasser ist warm, weich bis mittelhart und leicht sauer bis neutral. Tagsüber halten sich die Tiere verborgen und werden erst in der Dämmerung aktiv.